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Hansa Rostock : Bewährungsstrafe im Prozess um Ticketbetrug

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Gute Nachrichten für Hansa Rostock: Der finanziell angeschlagene Drittligist bekommt rund 233 000 Euro von einem ehemaligen Mitarbeiter zurück. Dieser hatte über Jahre Tickets nicht abgerechnet und die Einnahmen für sich behalten.

Das Amtsgericht Rostock hat den früheren stellvertretenden Leiter des Ticketverkaufs von Hansa Rostock wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu zwei Jahren Haft verurteilt. Das Gericht setzte am Mittwoch die Strafe zur Bewährung aus. Der 47 Jahre alte Mann, der das Urteil gefasst aufnahm, hatte zugegeben, von 2009 bis März 2013 in 46 Fällen nur einen geringen Teil von verkauften Tickets abgerechnet und so einen Schaden von rund 213 000 Euro verursacht zu haben. Das Geld hatte er für sich behalten und davon unter anderem ein Wohnhaus finanziert.

Am Mittwoch verpflichtete sich der Mann zudem, dem Verein das Geld in voller Höhe nebst Zinsen und Anwaltskosten zurückzuzahlen. Die Gesamtsumme beläuft sich so auf rund 233 000 Euro. Ein wesentlicher Teil dieser Summe werde aus dem Verkauf des Hauses erfolgen, den er laut Vereinbarung selbst in die Hand nehmen darf. Das Haus werde nicht zwangsversteigert, was meist zu einem deutlichen geringeren Verkaufserlös führt.

In der Urteilsbegründung hob das Gericht die eklatanten Missstände beim Ticketverkauf bei dem finanziell angeschlagenen Fußballverein hervor. Nur so sei es dem Täter möglich gewesen, das System über einen so langen Zeitraum zu manipulieren. Es habe jegliche Kontrolle und auch an Kommunikation der Mitarbeiter untereinander gefehlt. Der Mann habe freie Hand über das System gehabt.

Er habe aus verantwortungsvoller Position gehandelt und das Vertrauen der Mitarbeiter hemmungslos missbraucht, betonte die Vorsitzende Richterin. Damit habe er sich einen Vermögensvorteil geschaffen und die Schädigung des Vereins billigend in Kauf genommen.

Für den früheren Hansa-Angestellten und damit für eine Aussetzung der Strafe auf Bewährung hätten sein Geständnis und die Bereitschaft zur finanziellen Wiedergutmachung gesprochen. Der 47-Jährige hatte während des Prozesses Reue gezeigt und sich bei den Mitarbeitern entschuldigt, was aber nicht jeder von denen annehmen wollte.

Die Rückzahlung des Geldes werde laut Hansa-Anwalt Gunnar Kempf zügig vonstattengehen. Er sprach von einem „guten Tag für Hansa“.

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erstellt am 09.Apr.2014 | 15:25 Uhr

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