FC Hansa Rostock : Alles für die Einzelkämpfer im Fußball

„Übungen geben den Keepern Sicherheit, aber im Endeffekt muss man ihnen als Coach Vertrauen schenken“, sagt Torwarttrainer Stefan Karow. Er möchte mit der Torwartschule eine einheitliche Ausbildung in MV schaffen.
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„Übungen geben den Keepern Sicherheit, aber im Endeffekt muss man ihnen als Coach Vertrauen schenken“, sagt Torwarttrainer Stefan Karow. Er möchte mit der Torwartschule eine einheitliche Ausbildung in MV schaffen.

Hansas Torwarttrainer Stefan Karow möchte durch die Fußballschule des Vereins eine individuelle Ausbildung für die Nachwuchs-Keeper im Land schaffen

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02. Juni 2016, 06:00 Uhr

„Wenn es hart auf hart kommt, ist der Torhüter ein Einzelkämpfer auf dem Feld“, erklärt Stefan Karow, Torwarttrainer des FC Hansa Rostock, die besondere Bedeutung des Schlussmannes. Die Feldspieler könnten sich in brenzligen Situationen oft gegenseitig unterstützen, „wenn aber ein Spieler im ,Eins gegen eins‘ auf den Keeper zuläuft, kann er eine Partie entscheiden.“

Als positiv verrückter Torhüter zum Leader

Mut, Ehrgeiz und eine besondere Einstellung gehören zu den Tugenden des Torhüters. „Die technischen und taktischen Komponenten kann man erlernen, aber das andere muss jeder von sich aus mitbringen“, so Karow. Ein gutes Beispiel ist für ihn Profi-Schlussmann Marcel Schuhen – er ist „positiv verrückt und verdient sich durch seine Leistung Respekt im Team. Er ist ein Leader, auch ohne Kapitänsbinde.“

Doch dies kann er nur sein durch die speziellen Trainingseinheiten und Automatismen, die im speziellen Training einstudiert werden. „Dies gibt Sicherheit und Selbstvertrauen, im Ernstfall die richtige Entscheidung zu treffen.“ Auch deshalb gewinnt das Torwarttraining immer mehr an Bedeutung. Dem nimmt sich auch Stefan Karow – mit Unterstützung von Jonas Hoffmann und Tobias Werk – an: So organisiert er Torwart-Tage in Rostock und anderen Städten in Mecklenburg-Vorpommern für Jungen und Mädchen im Alter von acht bis 14 Jahren. „Bei diesen Veranstaltungen können wir uns nur auf Übungen mit den Nachwuchs-Keepern konzentrieren – und gleichzeitig ist dies ein guter Weg, Talente zu scouten“, erklärt Karow. So hat der Verein immer einen Überblick über den Nachwuchs im Land und lässt auf dieser Position keine offenen Baustellen aufkommen.

Begonnen hat der Torwart-Tag bereits 2012, durch den regen Zuspruch wurde er dann zweimal im Jahr ausgeführt. „Wir hatten schnell viele Anmeldungen, sodass wir nun auch ein Fördertraining montags mit zwei Durchgängen anbieten. Geplant ist zur neuen Saison
eine Erweiterung auf vier Durchgänge – Montag und Dienstag. Und am Mittwoch soll es zusätzlich eine Einheit für sehr gute Talente geben“, so Stefan Karow.

Nun soll die Torwart-Ausbildung in die Hansa-Fußballschule integriert werden. Damit aber nicht genug, der engagierte Coach möchte – vor allem in den Sommerferien – spezielle zweitägige Camps ins Leben rufen. „Da sind wir auch in Planungen, aber wie es mit der logistischen und finanziellen Umsetzung funktioniert, müssen wir noch sehen.“

Auch für die Heimspiele des FC Hansa hat sich der Torhüter-Coach etwas überlegt: Vormittags soll es eine Trainingseinheit geben, während der Partie dürfen die Nachwuchskeeper sich dann hinter dem Hansa-Tor postieren. „So erleben sie hautnah, wie es ist, wenn man auf dem Spielfeld steht und man trotz einer lautstarken Kulisse konzentriert sein muss. Nach dem Spiel würde ich gerne noch eine Fragestunde mit unseren Profis machen.“

Einheitliche Ausbildung der Keeper

Für all diese Angebote können Eltern ihre Kinder oder Vereine Spieler anmelden. „Auf diese Weise schaffen wir eine einheitliche Torwart-Ausbildung“, sagt Karow. Denn nicht nur Kinder können teilnehmen, sondern auch Trainer anderer Vereine, um sich Wissen anzueignen und Tipps für den Umgang mit jungen Keepern zu holen. „Der Torwart ist eine ganz spezielle Position. Ich würde für meine Jungs
alles tun – es ist ein 24-Stunden-Verhältnis. Die Torhüter kennen sich alle untereinander, unternehmen auch mal was und geben sich Tipps. Wir vermitteln das Gefühl von einer Familie“, sagt Stefan Karow.

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