zur Navigation springen

Hansa gegen Dynamo : Alarmbereitschaft im Stadion

vom

Ausgerechnet beim Dauerrivalen Dynamo Dresden muss der FC Hansa Rostock um den Ligaverbleib kämpfen. Vor der Partie am Samstag überschlagen sich die Schlagzeilen hinsichtlich der Sicherheit und einer geplanten Fan-Demo.

svz.de von
erstellt am 20.Mai.2015 | 13:43 Uhr

Mit einem spannungsgeladenen Traditionsduell gegen den FC Hansa Rostock endet für Dynamo Dresden am Samstag eine durchwachsene Saison. Schon vor dem Anpfiff sorgt die aus Sicherheitsaspekten brisante Drittliga-Partie für viele Schlagzeilen.

Eine drohende Demonstration von Hansa-Anhängern und damit eine mögliche Gewalteskalation in der Dresdner Innenstadt konnte rechtzeitig verhindert werden. Nachdem statt Eintrittskarten nur Voucher für die Gästefans zur Verfügung gestellt werden sollten, hatten die Hansa-Fans mit Spiel-Boykott und einer Demonstration in der City gedroht. „Wir haben nun mit den Sicherheitsbehörden vereinbart, dass die Rostocker Fans Eintrittskarten bekommen. Wir wollen, dass ein sportlich faires Spiel ausgetragen wird und dazu gehört auch die Unterstützung der Gastmannschaft durch ihre Fans“, sagte Dynamos Geschäftsführer Robert Schäfer.

Denn Hansa spielt als Tabellen-17. in Dresden gegen den Abstieg, braucht die komplette Unterstützung seiner Anhänger, um den drohenden  Absturz in die Viertklassigkeit aus eigener Kraft zu verhindern.

Weil die Voucher an einem vorgegeben Ort gegen Tickets hätten getauscht werden müssen, fühlten sich die Rostocker in ihren Freiheitsrechten beschnitten. „Bei einer möglichen Demonstration wäre eine Gegendemonstration nicht auszuschließen gewesen. Wegen der nun gefundenen Lösung ist die Demonstration der Rostocker abgesagt und damit die Situation beruhigt worden. Es liegt aber auch in der Verantwortung der Fans, dass sich die Rivalität im Rahmen des Erlaubten bewegt“, sagt Schäfer.

Denn die Erinnerungen an das Hinspiel sind düster: Nach Ausschreitungen von Dresdner Anhängern im Rostocker Stadion riss die Bewährung von Dynamo, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestrafte dies mit einem Geisterspiel.

Mit dem Einlenken von Verein, Polizei und Security kommt allerdings das Sicherheitskonzept ins Wanken. Zwar werden die Rostocker dringend gebeten, den zentralen Parkplatz im Messegelände anzusteuern und die Shuttlebusse zu nutzen, verpflichtend aber ist dies durch den freien Ticketverkauf nun nicht mehr. Die Fan-Ströme sind weniger kontrollierbar als geplant.

Im Stadion sind die Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft. 1700 Rostocker Anhänger sind für den Gästeblock zugelassen, die Partie ist ausverkauft. „Wir haben alle erdenklichen Vorkehrungen getroffen. Das Spiel wird von einen verstärktem Aufkommen an Sicherheitspersonal von mehr als 400 Ordnern begleitet. Die Stadionbesucher müssen sich auf gründliche Eingangskontrollen einstellen“, sagt Schäfer.

Mit besonderen Vorkehrungen, über die der Verein im Vorfeld nicht sprechen will, soll die gewaltbereite Minderheit unter den mehr als 30 000 Fans in Schach gehalten werden. Während es für Hansa um den Ligaverbleib geht, hofft Dynamo als Tabellenachter auf einen versöhnlichen und friedlichen Saisonausklang, bei dem zwei langjährige Stammspieler verabschiedet werden: Torwart Benny Kirsten, der keinen neuen Vertrag erhielt, und Kapitän Cristian Fiel, der seine Spielerkarriere beendet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen