Hansa Rostock : Zufrieden, wenn das Team gewinnt

Bisher hat es noch nicht im einem Tor für Hansa in der 3. Liga geklappt, doch für John Verhoek  zählt in erster Linie ohnehin das Team Foto: Andy Bünning
Bisher hat es noch nicht im einem Tor für Hansa in der 3. Liga geklappt, doch für John Verhoek zählt in erster Linie ohnehin das Team Foto: Andy Bünning

Stürmer John Verhoek gibt Einblicke in sein Privatleben und erklärt, warum es bald mit dem Toreschießen klappen wird.

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10. September 2019, 14:34 Uhr

Rostock | Wer mehr als 170 Spiele in der 2. Bundesliga und Einsätze in der höchsten niederländischen Spielklasse auf dem Buckel hat, den reißt es nicht mehr aus dem Sessel, wenn er in einem Landespokal-Spiel bei einem Landesligisten zwei Tore macht. Auch dann nicht, wenn es seine ersten für einen neuen Verein waren. Und die ersten Pflichtspieltreffer seit einem knappen Jahr. Denn zuletzt hatte John Verhoek Ende Oktober gegen Bielefeld getroffen, im DFB-Pokal.

„Klar ist es immer schön, wenn man Tore schießt, und der Landespokal ist auch ein Wettbewerb, den wir ernst nehmen. Aber ich muss es jetzt auch in der Liga beweisen.“ Mit seinen 30 Jahren ist Verhoek erfahren genug, um zu wissen, was wirklich für ihn zählt. Dass ihm die beiden Treffer nach fünf torlosen Liga-Spielen für Hansa und vielen weiteren in der Vorsaison für Duisburg zumindest ein bisschen Selbstvertrauen gegeben haben, wird auch er nicht bestreiten.

Nach zwei Einsätzen als Joker stand der Niederländer zuletzt drei Mal in Folge in der Startelf. „Wenn ich meine Chancenverwertung sehe, ist die bislang nicht so sehr hoch gewesen“, muss er zugeben. „Ich arbeite dran und werde auch immer fitter. Ich denke, das Tor kommt bald.“

Die Spielfitness fehlt noch. In Duisburg spielte Verhoek im letzten Jahr kaum mal über die volle Distanz, oft wurde er nur eingewechselt. Regelmäßig über längere Zeit stand er zuletzt in Heidenheim auf dem Platz – und das ist schon eine Weile her. Deswegen ist er dankbar dafür, dass er von Trainer Jens Härtel zuletzt das Vertrauen bekommen hat, in der Startelf zu stehen. „Ich finde immer mehr Rhythmus, das hilft dabei, dass ich 90 Minuten Vollgas für die Mannschaft geben kann.“

Dabei hilft sicher auch das persönliche Wohlbefinden. Seit zwei Wochen wohnt Verhoek nicht mehr im Hotel, sondern hat mit seiner Familie eine Wohnung in Rostock bezogen. „Es ist schon etwas anderes, wenn man zur Familie kommt als wenn man jeden Tag vom Hotel zum Training fährt“, gibt er Einblicke in sein Privatleben. „Die Kinder gehen in den Kindergarten und zur Schule, das Leben geht normal weiter. Es fühlt sich jetzt an wie Zuhause.“ Das mache vieles einfacher. Probleme mit der Integration habe er ohnehin nie gehabt. „Ich bin seit sieben Jahren in Deutschland und kenne das Geschäft, ich kann mich gut anpassen.“

Das wünscht er jetzt auch den Neuzugängen. Für die sei es wichtig, sich schnell im Team zurecht zu finden. Denn davon kann schließlich auch Verhoek profitieren. „Der Plan ist, dass die Außenspieler nach innen ziehen und abschließen, aber natürlich auch Flanken schlagen, und das ist für Stürmer immer gut, wenn die kommen.“

Als Verhoek Mitte Juli in Rostock vorgestellt wurde, bezeichnete er sich selbst als „Mentalitätsspieler“. Jetzt macht es in erster Linie den Eindruck, als sei der Mittelstürmer vor allem ein Mannschaftsspieler. Er sagt: „Natürlich will jeder Spieler, der neu in ein Team kommt, sofort alles zeigen, was er kann. Ich habe außer in Duisburg bei allen meinen Stationen bewiesen, dass ich meine Tore schießen kann. Das will ich auch hier.“ Aber, er schränkt ein: „Wenn ich kein Tor schieße und die Mannschaft gewinnt trotzdem, dann bin ich auch sehr zufrieden.“

Das könnte Verhoek zwar auch negativ ausgelegt werden. Fehlender Biss wird gerade einem Stürmer schnell attestiert. Aber er ist mit seiner Leistung „schon zufrieden“, sagt er und erklärt: „Ich habe in meinen bisherigen Einsätzen auch gegen den Ball gut gearbeitet, mit Ball die Ruhe bewahrt, Bälle festgemacht. Aber klar: Das Tor fehlt.“ Doch solange die Mannschaft erfolgreich ist – und das ist sie seit den letzten drei Spielen – „mache ich mir keinen Vorwurf wenn ich nicht treffe. Ich arbeite hart, damit die Mannschaft erfolgreich ist, und das ist mir wichtig.“

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