FC Hansa Rostock : 4:0! Hansa frisst den Gegner auf

Die 29. Minute, lehrbuchreifer Konter: Christian Bickel hat den Ball mustergültig von José-Alex Ikeng aufgelegt bekommen und vollendet ebenso fein mit einem Heber zum 2:0, viel zu spät kommt da der Kölner Tobias Fink.   Foto: Georg Scharnweber
Die 29. Minute, lehrbuchreifer Konter: Christian Bickel hat den Ball mustergültig von José-Alex Ikeng aufgelegt bekommen und vollendet ebenso fein mit einem Heber zum 2:0, viel zu spät kommt da der Kölner Tobias Fink. Fotos: Georg Scharnweber

Fantastischer Fußball-Sonnabend: Die Rostocker führen Fortuna Köln in der ersten Halbzeit vor.

von
22. März 2015, 21:15 Uhr

4:0 (3:0) gegen den SC Fortuna Köln – Fußball-Drittligist FC Hansa hat eine enorm wichtige, in Sachen Klassenerhalt möglicherweise Weichen stellende Partie gewonnen. Die Entscheidung war praktisch bereits nach der spektakulären ersten Halbzeit gefallen. Trainer Karsten Baumann: „Wir wollten den Kontrahenten gleich in den ersten Minuten auffressen. Das hat ganz hervorragend geklappt.“ Gäste-Coach Uwe Koschinat zerknirscht: „Wir waren kein adäquater Gegner.“

Vor 8000 Zuschauern in der DKB-Arena begannen die Hanseaten mit dem zu erwartenden Personal: mit Radjabali-Fardi als Linksverteidiger für den Gelb-Rot-gesperrten Sumusalo, Kofler nach verbüßter Gelb-Sperre statt Grupe sowie mit dem wieder gesunden Bickel an Stelle von Sburlea.

Im 4-4-2 waren die Blau-Weißen von Beginn an klar überlegen, wenn sie auch die erste Riesenmöglichkeit zum 1:0 vergaben: Nach Vorarbeit von Fardi und Savran foult der Kölner Fink Hansa-Kapitän Weidlich. Bickel trifft zwar, aber da hat Referee Bokop bereits gepfiffen: Elfmeter (jedoch keine individuelle Strafe für das Vereiteln einer klaren Torchance), Ruprecht schießt, Keeper Poggenborg hält (6.).

Die Ostseestädter ließen sich indes weder von diesem Fehlversuch noch vom verletzungsbedingten Ausscheiden von Top-Torjäger Ziemer (20.) beirren, bespielten weiter zielstrebig den Fortuna-Kasten. Nach einem Freistoß von Bickel war die Situation eigentlich schon beruhigt, als der zuständige Assistent auf einmal signalisierte: wieder Elfmeter! Pazurek von den Gästen hatte Kofler im Strafraum in den
Hacken getreten. Ruprecht schnappte sich erneut die Kugel, und diesmal haute er sie humorlos ins Netz – 1:0 (26.). Baumann: „Wäre der nicht reingegangen, hätte ich ihm den Hals umgedreht.“

Jetzt ging es richtig ab auf dem vom permanenten Nieselregen durchweichten Platz: Super-Konter über Ikeng, der mit dem Außenrist Bickel bedient, und jener überwindet Poggenborg mit prächtigem Lupfer zum 2:0 (29.).

Alsdann will der Kölner
Torwart nach Rückpass von Glockner den Ball nach vorn dreschen, schießt aber den nachsetzenden Savran an, von dem der Ball zum 3:0 über die Linie prallt (33.).

Was für eine unverhofft komfortable – und verdiente – Pausenführung gegen diesen unbequemen Kontrahenten, der bis dahin im Schnitt ein Gegentor pro Spiel kassiert hatte!

Nach der Pause suchten die Mecklenburger keineswegs mehr auf Teufel komm raus den Weg nach vorne. Wozu auch bei diesem Stand und angesichts eines SC Fortuna, der offensiv so gut wie nichts zustande brachte?!

Letztlich war Hansa trotzdem noch immer deutlich gefährlicher und drückte dies auch im Ergebnis aus. Kofler leitete schön ein, Weidlich passte zur Mitte, und Bickel schob durch die Beine von Poggenborg zum 4:0 ein (87.).

Mit vier Toren Unterschied – bzw. noch höher – gewann der FCH zuletzt am 27. November 2010 (5:0 gegen Jahn Regensburg).

Urteil der Trainer

Karsten Baumann (Rostock):
   Wir wollten nach dem 2:3 in Bielefeld gleich wieder in die Erfolgsspur kommen, 2015 zu Hause ungeschlagen bleiben, und das ist uns eindrucksvoll gelungen. Unser Ziel war es, den Gegner gleich zu Fehlern zu zwingen, ihn aufzufressen. Das hat hervorragend geklappt. Der Drei-Tore-Vorsprung ging in Ordnung. Danach ließen wir es  zu lässig angehen. In der zweiten Halbzeit standen wir wieder sicherer und brachten das Spiel problemlos über die Bühne. Insgesamt eine absolut klasse Leistung der Mannschaft als Kollektiv. Ich möchte Oliver Hüsing hervorheben. Was der heute gespielt hat, war allererste Sahne.

Uwe Koschinat (Köln): Reden wir nichts schön, versuchen wir keine Ausreden zu finden – Tatsache ist, dass wir heute auch in dieser Höhe unterlegen waren nicht nur vom Ergebnis her, sondern auch in Bezug auf die Art und Weise. Hansa Rostock 2015 hat überhaupt nichts mehr mit der Truppe von 2014 zu tun. Uns war klar, dass das eine ganz schwere Nummer wird. Dass wir aber dermaßen vorgeführt werden, ist sehr, sehr  schade. Nur zwischen der 45. und 75. Minute ließ  uns Rostock ein Stückweit in Ruhe.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen