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Sicherheit : 1000 Beamte im Einsatz bei der Partie Kiel gegen Hansa

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Sicherheit in den Fußballstadien erhitzt weiter die Gemüter. Der Vorstoß aus Nordrhein-Westfalen für eine Kostenbremse bei Polizeieinsätzen rund um die Stadien offenbart erneut die Uneinigkeit in allen Lagern. Von einer sachlichen Diskussion über Sicherheit, Kostenverteilung und Verantwortung ist gut zwei Wochen vor dem Bundesligastart nicht mehr viel übrig.

Für den Höhepunkt der Debatte sorgten gestern die beiden Polizeigewerkschaften, die sich selbst offenbar nicht einig sind, wie sie das Pilotprojekt Nordrhein-Westfalens bewerten sollen. Weniger Polizisten bei Spielen der Fußball-Bundesliga? Ein „Spiel mit dem Feuer, denn es geht letztlich, wie allen bekannt, um reisende Gewalttäter“ sagt die Gewerkschaft der Polizei (GdP).

„Mutig und richtig“ findet dagegen die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) den Vorstoß aus NRW. Die gießt Öl ins Feuer und greift Verband und Liga an. DPolG-Bundesvorsitzender Rainer Wendt sagte: „Beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) herrscht ein mangelhaftes Demokratieverständnis. Offenbar hat man dort das Gefühl, ein Staat im Staate zu sein.“ Wendt prangert vor allem die Verlegung eines Länderspiels von Bremen nach Nürnberg an, nachdem die Bremer Landesregierung laut über Gebührenbescheide für Polizeieinsätze nachgedacht hatte. .„Das war ein dreistes Stück, auf diesem Wege zu versuchen, ein frei gewähltes Parlament unter Druck setzen zu wollen“, so Wendt.

Die DFL habe in der vergangenen Saison 2,17 Milliarden Euro Umsatz gemacht und 383 Millionen Euro Gewinn: sie sei also durchaus in der Lage, etwas zu zahlen und nicht alle Kosten den Steuerzahlern aufzubürden. Schließlich müsse jeder Bürger, der seinen Ausweis vom Bürgeramt abholt, dafür auch eine Gebühr bezahlen, obwohl er Steuerzahler ist.

Bei der heutigen Begegnung der Drittligisten von Hansa Rostock und Holstein Kiel sind rund 1000 Beamte im Einsatz. Im vergangenen Jahr waren es noch 600. „Auf jeden Fall erwarten wir 300 offenbar sehr gewaltbereite Fans und stellen uns darauf ein“, sagte Andreas Breitner, Innenminister von Schleswig-Holstein.

Beim FC Hansa teilt man diese Annahme nicht. „Diese Zahl können wir so nicht bestätigen“, sagte Hansas Pressesprecher Lorenz Kubitz. Die Gäste stellen „in Abstimmung mit dem Verein Holstein Kiel sowie dem DFB Ordnungsdienst in hinreichender Anzahl“.


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