FC Hansa Rostock : 1:3 – Hansa geht am Ende wieder baden

<p>Das muss einfach das 2:0 sein: Der Rostocker Stephan Andrist taucht frei vor Wehen Wiesbadens Keeper Markus Kolke auf, doch der Schweizer lupft den Ball weit über den Kasten (81.).</p>
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Das muss einfach das 2:0 sein: Der Rostocker Stephan Andrist taucht frei vor Wehen Wiesbadens Keeper Markus Kolke auf, doch der Schweizer lupft den Ball weit über den Kasten (81.).

Rostock unterliegt daheim dem SV Wehen Wiesbaden

svz.de von
01. Mai 2017, 21:00 Uhr

Fußball-Drittligist FC Hansa Rostock hat wieder einmal ein Heimspiel verpatzt. Die Hansestädter unterlagen vor 10 700 Zuschauern im Ostseestadion trotz einer 1:0-Führung und klarem Chancenplus gegen den SV Wehen Wiesbaden mit 1:3. Damit bleibt es bei bislang mageren vier Siegen in 18 Heimspielen für die Rostocker, die mit einem gellenden Pfeifkonzert verabschiedet wurden. „Das war ein harter Schlag. Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen. Wir begannen gut, hatten es im Griff und müssen es einfach entscheiden. Wir sind vor allem in der zweiten Hälfte viel zu sorglos mit den Situationen umgegangen. Mit 60 oder 70 Prozent ein Spiel zu gewinnen, das funktioniert in dieser Liga nicht“, war Hansa-Coach Christian Brand nach dem Schlusspfiff mächtig angefressen.

Der 44-Jährige vertraute zunächst der gleichen Start-Elf wie beim 2:0-Erfolg bei Werden Bremen II. Und sein Team legte zu Beginn auch gut los. Christopher Quiring schaltete nach einem Foul am schnellsten, führte den Freistoß rasch aus. Der Ball kam zu Maximilian Ahlschwede, dessen Flanke Stephan Andrist per Kopf zum 1:0 verwertete (9.). Es war das elfte Saisontor des Schweizers. Fortan blieben die Hausherren am Drücker. Quiring (16./einen Schritt zu spät) und Jänicke (26./knapp vorbei) hatten weitere Möglichkeiten.

Nach einer halben Stunde verbuchten die Gäste die erste Torannäherung, doch Patrick Funk verzog (27.). Fünf Minuten vor der Pause lag die Kugel auf einmal im Rostocker Kasten, doch der Schiedsrichter entschied beim sehenswerten Hackentor-Versuch von Patrick Mayer wohl zu Recht auf Abseits.

In der zweiten Hälfte erspielten sich die Gäste zwar ein optisches Übergewicht, doch zu den Hochkarätern konterte sich Hansa. Zweimal lief Tobias Jänicke auf den gegnerischen Kasten zu, doch er verzog (51., 53.). Bei der ersten Chance hätte der Flügelflitzer auch Marcel Ziemer in der Mitte bedienen können. Knapp zehn Minuten vor dem Ende musste dann aber Andrist einfach auf 2:0 stellen. Nach Zuspiel von Jänicke lupfte der Schweizer den Ball aus zehn Metern zwar über den Keeper, aber auch über das Tor (81.). Fast im Gegenzug kam Wehen Wiesbaden zum Ausgleich durch Funk (83.). Auch danach bekam Hansa noch mal die Chance zum Siegtreffer, aber Timo Gebhart scheiterte am gegnerischen Keeper (88.).

Statt dessen kam es für den FCH noch schlimmer. Manuel Schäffler (90./per Kopf) und Nico Breitkreuz (90.+3) schossen den SV Wehen Wiesbaden zum Auswärts-Dreier. „Zwischen 4:0 für uns und dem 1:3 für Wiesbaden liegen genau sieben Angriffe. Der Gegner hat jeden Fehler eiskalt bestraft und ausgenutzt. Wir haben es nicht geschafft, in Überzahlsituationen das zweite entscheidende Tor zu erzielen. Wir hatten Konterchancen, die man auf diesem Niveau einfach verwerten muss“, so Christian Brand, der den Unmut der Fans nachvollziehen kann: „Die Leute sind unzufrieden. Ich kann absolut jeden einzelnen Pfiff verstehen.“

Trainer-Urteil

Christian Brand (Rostock):  Meine Mannschaft hat das unfassbare Talent, Dinge, die sie sich in drei, vier Wochen aufbaut, eigentlich mit einem Rutsch innerhalb von acht Minuten wieder zu zerstören. Das war heute leider so. Wir müssen in der zweiten Halbzeit – Tobias Jänicke zweimal alleine vor dem Tor, Stephan Andrist alleine vor dem Torwart die Riesenchance und dann Timo Gebhart noch mal eine – das 2:0 machen. Dann ist das Spiel erledigt. Meine Mannschaft hat manchmal nicht das Gespür für die Situation in diesem Stadion und dem Verein. Wir haben gesehen, wie schnell es kippen kann,  und es ist Wahnsinn, dass wir dieses Spiel mit 1:3 verlieren.

Rüdiger Rehm (Wehen Wiesbaden):  Wir sind sehr glücklich, dass wir hier gewonnen haben. Der Spielverlauf war so, dass wir mit der ersten Flanke das 0:1 bekamen und es immer wieder gefährliche Situationen vor unserem Tor gab . Einige Male hatten wir das Quäntchen Glück auf unserer Seite, dass nicht das 0:2 fällt. Nach der Pause halten wir den Druck hoch, erzielen den Ausgleich und kommen sogar noch zum Sieg.

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