FC Hansa Rostock : 1:0! Kogge weiter wie ein Aufsteiger

Mit aller Macht wollte Hansa den Sieg gegen die Stuttgarter Kickers. Hier bringen Oliver Hüsing (links/mit neuer „Haarpracht“), Halil Savran und José-Alex Ikeng (rechts) Gäste-Schlussmann Korbinian Müller und seine Kollegen in Bedrängnis.  Foto: Georg Scharnweber
Mit aller Macht wollte Hansa den Sieg gegen die Stuttgarter Kickers. Hier bringen Oliver Hüsing (links/mit neuer „Haarpracht“), Halil Savran und José-Alex Ikeng (rechts) Gäste-Schlussmann Korbinian Müller und seine Kollegen in Bedrängnis. Fotos: Georg Scharnweber

Hansa punktet in der 3. Fußball-Liga weiter wie ein Aufstiegskandidat: Mit „ganz normaler Arbeit“ haben sie am Sonnabend die Stuttgarter Kickers besiegt.

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12. April 2015, 20:45 Uhr

Hansa punktet in der 3. Fußball-Liga weiter wie ein Aufstiegskandidat: Der Fünfzehnte bezwang daheim den bis dato Dritten Stuttgarter Kickers mit 1:0 (0:0), gewann damit die sechste von zehn Partien 2015 (und verlor erst eine). „Hand auflegen und Beten“, verriet Trainer Karsten Baumann das Geheimnis des Erfolges – und fügte im Ernst hinzu: „Das ist kein Zauberwerk, sondern ganz normale Arbeit, die wir verrichten. Wir versuchen die Jungs positiv zu besprechen, sie gut auf die Spiele vorzubereiten. Den Rest machen die Jungs.“

Und zwar zunächst die gleichen wie beim 2:2 zuvor in Duisburg. Sie machten ihre Sache sehr ordentlich. Diese taktische Disziplin und wie sie sich reinhauten, wie sie diesen Sieg wollten – das war eher Zweit- als Viertliga-Niveau!

Die Blau-Weißen voll auf der Höhe des Geschehens, auch wenn die Gäste anfangs optisch geringfügig überlegen waren und etwas aktiver in der Offensive. Doch die Rostocker deshalb keineswegs ungefällig. Sie spielten ballsicher von hinten heraus, nur ist es halt gegen einen solch starken Kontrahenten nicht ganz einfach, Torchancen zu generieren…

Doch nach der Pause packten die Gastgeber noch eine Schippe drauf. Höchsten Respekt, was da für ein Arbeitsaufwand, eine Laufintensität in die Waagschale geworfen, wie schon im Mittelfeld (Bickel, Ikeng) und Sturm (Savran) geschuftet wurde. So geriet die eigentliche Abwehr gar nicht groß unter Druck. Die einzige echte Möglichkeit der Schwaben bestand aus einem Fernschuss von Bahn, der ganz
eklig aufsetzte – Schuhen wehrte ab zur Ecke (68.).

Hingegen die Hanseaten! Die waren jetzt schlicht und ergreifend die bessere Mannschaft. Absolut verdient löschte Weidlich mit herausragendem Abschluss zum 1:0 (61.) im 146. Spiel der Rostocker in der 3. Liga die kuriose Gesamttrefferbilanz von 200:200 aus. Proteste der Gäste folgten. Es ging um den einleitenden Einwurf von Ahlschwede (der Ball sei nicht im Seitenaus gewesen). Zudem hatte der Assistent kurz die Fahne oben, nahm sie aber ganz schnell wieder runter, weil das von ihm erkannte Foul von Stein an Savran „weniger wert“ war als der laufende Vorteil.

Je weniger Zeit den Kickers verblieb, um so größer wurden die Räume für die Ostseestädter, desto mehr lag der finale Konter in der Luft. Die Schwaben kamen in der fünfminütigen Nachspielzeit zu vier Ecken hintereinander (90.+1 bis 90.+3), doch gefährlicher blieb Hansa: Ziemers Heber aus 40 Metern aufs leere Tor (Keeper Korbinian Müller war mit nach vorn geeilt) endete am Pfosten (90.+3). Sekunden danach musste Bickel ähnlich wie bereits in der 86. Minute das 2:0 machen, scheiterte jedoch beide Male an K. Müller, übersah den mitgelaufenen Savran. Letztlich war’s egal.

Neun Punkte beträgt sechs Spieltage vor Ende der Saison der Vorsprung auf Rang 18, den ersten Abstiegsplatz. Am Freitag in Unterhaching (19.) und am 25. April zu Hause gegen Borussia Dortmund II (18.) kann schon alles klar gemacht werden.

Urteil der Trainer:

Karsten Baumann (Rostock):   Wir hatten für das, was die Kickers  wollten, gute Argumente, machten das, was wir machen mussten, um dieses Spiel zu gewinnen. Wir versuchten, gleich draufzugehen, den Gegner nichts ins Spiel kommen zu lassen. Da Stuttgart auch gut gepresst und uns unter Druck gesetzt hat, war klar, dass kein großartiger Spielfluss zustande kommt. Wäre uns das 2:0 gelungen, hätten wir die letzten zwei, drei Minuten entspannter erleben können. So war es bis zum Ende hektisch. Ich freue mich, dass wir unsere Heimserie  ausbauen konnten, fand es allerdings schade, dass einige diese Partie verpasst haben.

Horst Steffen (Stuttgarter Kickers): Im Verlauf der zweiten Halbzeit wurde relativ schnell klar, wer das erste Tor erzielt, gewinnt das Spiel, und so ist es gekommen. Auch wenn ich das Gefühl hatte, dass es vor dem 0:1 kein Einwurf war, muss man sagen, dass wir uns da schlecht verhalten haben. Wir versuchten danach alles, noch den Ausgleich zu schaffen, hatten aber für den Aufwand, den wir betrieben, zu wenig Möglichkeiten. Rostock  besaß immer wieder Konterchancen und verdiente sich den Sieg.

In Kürze:

Aus für Kofler
Bitter: Marco Kofler zog  sich in der Schlussphase  einen Mittelfußbruch zu. Der Österreicher fällt   mindestens sechs Wochen und damit bis zum Saisonende aus.

Neue Heim-Macht
Hansa ist zu Hause wieder eine Macht. 2014 waren in dieser Saison in der DKB-Arena nur zwei von zwölf Partien gewonnen, hingegen sieben (!) verloren worden. 2015 folgten einem 2:2 gegen Regensburg vier Siege, davon die letzten drei  sämtlich ohne Gegentor!

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