FC Hansa Rostock : 1:0 – Hansa kann doch noch siegen

Gemeinsamer Jubel nach dem späten Siegtreffer: Torschütze Soufian Benyamina (Mitte) und der genesene Passgeber Marcel Ziemer sind glücklich über das 1:0 gegen den FSV Mainz 05 II in der 88. Spielminute.  Fotos: Georg Scharnweber
Gemeinsamer Jubel nach dem späten Siegtreffer: Torschütze Soufian Benyamina (Mitte) und der genesene Passgeber Marcel Ziemer sind glücklich über das 1:0 gegen den FSV Mainz 05 II in der 88. Spielminute. Fotos: Georg Scharnweber

Eine Rückkehr und viel Glück beim Erfolg gegen Mainz II

von
29. November 2015, 20:45 Uhr

Solche Geschichten schreibt wohl nur der Fußball: Drittligist FC Hansa Rostock gewinnt im heimischen Ostseestadion gegen den FSV Mainz 05 II mit 1:0 (0:0) nach einer Flanke von Rückkehrer Marcel Ziemer auf Soufian Benyamina – und beendet damit die Sieglos-Serie von 13 Partien.

„Wir wollten gewinnen, das wollen wir jedes Spiel, und das gibt uns auch der Trainer mit. Wir haben nun mal so ein dreckiges Ding gewonnen. So etwas gibt Selbstvertrauen und zeigt, dass wir es können“, sagte „Cello“ Ziemer.

Seit dem 4. Spieltag mussten die Hanseaten auf den Stürmer verzichten, wegen einer Schambein-Entzündung fiel er aus. In der 59. Minute dann der Wechsel: Ziemer kam für den doch eher enttäuschenden Stephan Andrist. Dabei wurde der 30-Jährige von den 7200 Fans bereits den gesamten Weg bis zur Bank frenetisch angefeuert – und aufs Spielfeld begleitet. Gänsehaut-Moment im Ostseestadion: „Das ist der absolute Wahnsinn. Ich glaube, so etwas gibt es nicht wieder. Natürlich hat man da die eine oder andere Träne im Auge, wenn man reinkommt und so angefeuert wird. Ich bin megaglücklich, hier zu sein“, gibt Marcel Ziemer zu.

Und er hat sich gleich ins Geschehen eingeschaltet, ging energisch in Zweikämpfe und baute Druck nach vorne auf. Szenen, die in der ersten Halbzeit rar waren. Denn in dieser hatte Hansa keine wirkliche Offensivaktion zustande bekommen. Einzige strittige Situation: In der 44. Minute köpfte Marco Kofler nach einem Freistoß ins Tor – Jubel in der Arena, doch Schiedsrichter Tim Skorczyk entschied auf Abseits. Aber auch die Mainzer waren bis auf einen Pfostentreffer (16.) durch Parker trotz deutlich mehr Ballbesitzes ungefährlich. „Wir haben gut gestanden und hinten die Null gehalten“, so Ziemer.

Cheftrainer Karsten Baumann schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben – die zweite Hälfte wirkte lebendiger. Und die jungen Mainzer wirkten eher unbeholfen, wie ein Fisch an Land. Apropos: In der 88. Minute flankte dann „Cello“ auf seinen Angelfreund Benyamina, der nur noch einköpfen musste. „Wir haben einen Strand vor der Tür und den Fischereischein hier gemacht. Das hat dazu beigetragen, dass wir in letzter Zeit öfter unterwegs waren. Ich weiß mittlerweile, wo er steht“, sagte Ziemer. „Jetzt hat er unser Geheimnis verraten“, schmunzelte Benyamina und fügte an: „Ich verstehe mich mit ,Cello’ super. Der Siegtreffer war ein super Gefühl. Es war, als wären mir 100 Kilo von den Schultern gefallen – ich glaube, dem ganzen Team ging es so.“

Direkt nach dem Tor lief Ziemer Richtung Seitenlinie – sein „Opfer“ war Baumann. „Ich bin einfach froh gewesen. Der Sieg ist auf jeden Fall ihm zuzusprechen. Wir glauben an uns als Team, an den Coach und an alles Drumherum. Um so schöner ist es, dass wir heute die drei Punkte holten und alles beim Alten bleibt.“ Und Ziemer versicherte: „Derzeit geht es mir gut. Ich bin glücklich, dass ich keine Schmerzen habe.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen