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3. Liga : 0:4 – Hansa trägt sich selbst zu Grabe

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mit dem desaströsen Auftritt gegen Holstein Kiel haben die Rostocker Fußballer auf das Jämmerlichste den Weg in Richtung Amateurfußball eingeschlagen

von
erstellt am 22.Dez.2014 | 08:00 Uhr

0:4 (0:1) gegen Holstein Kiel, siebente Niederlage im zwölften Heimspiel der Saison: Der laut Tabelle bereits jetzt viertklassige FC Hansa hat auf das Jämmerlichste den Weg in Richtung Amateurfußball eingeschlagen. Die einzige „Steigerung“, die noch ginge, wäre, Jahn Regensburg als Schlusslicht abzulösen.

Nach dem desaströsen Auftritt vom Sonnabend, der der Landespokal-Blamage von Anfang April 2014 gegen die fünftklassigen Neubrandenburger in nichts nachsteht, gibt es nur noch eine Parole: Regensburg und – koste es, was es wolle – noch zwei der vor den Rostockern liegenden Kontrahenten hinter sich zu lassen.

Viertletzter, also Siebzehnter zu werden, nichts anderes steht mehr zur Disposition. Wobei selbst der Fünfzehnte VfB Stuttgart II schon neun Punkte weg ist…

Die Fans waren nach der höchsten Heimniederlage des FCH in der 3. Liga – der zweitdeutlichsten überhaupt nach dem 0:6 in Darmstadt vom September 2013 – kurz vorm Ausrasten. Vereinzelte von ihnen drangen sogar bereits in den Innenraum des Stadions vor. Und ihr Zorn war nur zu verständlich. Wie sollen sie sonst reagieren auf solch ein Selbstbegräbnis, diese ihresgleichen suchende Krönung jahrelanger Missentwicklungen keineswegs nur im sportlichen Bereich?!

Zumal, wenn sie dann noch mit ansehen müssen, wie ein David Blacha, kaum dass der Abpfiff ertönt ist, nichts Besseres zu tun hat, als mit einem Kieler das Trikot zu tauschen?!

Anschließend versuchte eine erboste Menge, über den VIP-Zugang ins Foyer der DKB-Arena zu gelangen, um die Mannschaft zur Rede zu stellen. Das ging bis zum wütenden Hämmern an die Frontverglasung. Polizei und Ordnungskräfte schritten ein, so dass der Protest letztlich zum Glück nicht eskalierte.

Man darf den Spielern, auch einem Blacha, immerhin eines zugute halten: dass sie den Arsch in der Hose hatten, sich den aufgebrachten Anhängern zu stellen und sich deren Auffassungen anzuhören, auch wenn eigene Argumente fehlten.

Dennoch: Wie weit ist es gekommen mit einem einstmals in ganz Deutschland populären Kultverein?! Soweit, dass die Reputation des FC Hansa Rostock womöglich irreparabel beschädigt ist!

Nicht zuletzt ist nach zwei Niederlagen mit zusammen 1:8 Toren der erhoffte Sofort-Effekt des Trainerwechsels verpufft. Wobei sich dies keinesfalls gegen den neuen Verantwortlichen Karsten Baumann richtet: Was hätte er in der kurzen Zeit schon noch bewirken können? Was kann er für das, was war, bevor er kam?

„Man muss ihm Respekt zollen, dass er diese Aufgabe jetzt schon angefangen hat. Es war von ihm klar so gewollt, die Mannschaft kennenzulernen, damit er weiß, wie sie tickt, und um sich schnell einen Einblick zu verschaffen. Deswegen war die Entscheidung richtig“, sagt der Sportliche Leiter Uwe Klein. „Dieses Spiel müssen wir erst mal sacken lassen. Ich finde, es steht den Fans zu, dass sie sauer sind.“

Karsten Baumann sieht es ebenfalls nicht als verkehrt an, das Team bereits vor der Winterpause übernommen zu haben: „Ich rechnete zwar nicht damit, dass es gleich so schwer werden würde, aber mein Ziel war es, möglichst früh zu beginnen, um die Spieler kennenzulernen. Ich glaube, ich kann mir dadurch bereits ein Bild machen, die Qualität der Mannschaft einschätzen. Und ich habe schon viele Erkenntnisse gewonnen. Eines ist klar“, richtet der 45-Jährige den Blick nach vorn: „Auf uns warten jetzt 16 Endspiele, in denen wir doppelt so oft gewinnen müssen wie bisher (vier Siege in 22 Partien – d. Red.). Das ist eine Herkulesaufgabe. Es wird immer enger, und es wird bis zum Ende gehen, doch das habe ich ja schon bei meinem Amtsantritt gesagt. Und ich kann auch den Unmut der Fans verstehen.“



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