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Güstrow : Taxi-Hübner zur WM nach Brasilien

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Der Güstrower Helmut Hübner ist auf dem Weg zur Fußball-WM in Brasilien. Über die Fifa hat er Team-Tickets für alle deutschen Spiele. Der 69-Jährige erlebt am Zuckerhut seine siebente WM. Als Optimist sieht er Deutschland im Endspiel und als Weltmeister.

Der Güstrower Helmut Hübner ist auf dem Weg zur Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien. Heute um 8 Uhr beginnt sein „Ritt“ zum Zuckerhut. Erste Station mit einem Mietwagen ist Berlin. „Da hole ich Axel Ueckerseifel ab. Mit ihm werde ich die WM erleben.“ Hübner lernte den Berliner 2010 in Südafrika kennen. Er war ihm damals nach dem tragischen Tod seines Bruders ein guter Begleiter und Seelentröster. Der Direktflug nach Brasilien beginnt um 21.55 Uhr in Frankfurt/Main. Beide haben so genannte Team-Tickets für alle Spiele der deutschen Nationalmannschaft. „Das ist mir in der zweiten Phase des Verkaufs über das Internet bei der Fifa in Zürich gelungen“, erzählt Helmut Hübner. „Da habe ich aber wohl auch ein bisschen Glück gehabt“, meint der 69-Jährige. Dafür musste er umgehend 1500 Dollar hinblättern. Die Vorrundenspiele kosten zwischen 150 und 180 Dollar, das Endspiel um die 400 Dollar.


Geld-zurück-Garantie beim Ausscheiden


Das Besondere an dem Paket ist, dass Hübner und Ueckerseifer ihr Geld von allen Spielen zurückbekommen, wenn die Deutschen ausscheiden. Aber der Güstrower geht nicht davon aus. „Denn ich gehöre zu den sechs Prozent der Deutschen, die darauf setzten, dass Deutschland ins Endspiel kommt bzw. Weltmeister wird“, kehrt Hübner den Optimisten heraus.


Seit 56 Jahren „fußballverrückt“


Allerdings weiß er aus seiner 56-jährigen Karriere als Fußballer (Verteidiger bei der BSG Einheit Güstrow) und als Schiedsrichter (legendär sein Einsatz als Ersatz-Linienrichter beim Bundesligaspiel Hansa gegen Kaiserslautern 1995), dass es „sehr schwer“ wird. Gegen Portugal tippt er remis, gegen USA und Ghana Siege. Das dürfte nach seiner Meinung für den Gruppensieg reichen.

In Brasilien ist er in „Fanklub Villages“ – Fanklub-Dörfern – untergebracht. Der DFB hat sie organisiert. Von da geht es per Bus oder Flug zu den Spielstätten. Mit dem Bus werden in der Vorrunde im heißen Norden rund 4500 Kilometer zurückgelegt.

Das ist allerdings nichts gegen die 11 000 Kilometer, die Hübner in Südafrika bewältigte – im Mietwagen. Das wollte er in Brasilien zum Teil auch. Aber dann überredete ihn die Familie, mehr auf Sicherheit zu achten. Zu dieser Entscheidung trug die Berichterstattung in den Medien bei.

Für Helmut Hübner ist es seit 1990 die siebente WM, die er erlebt. Russland hat er auch bereits im Visier und als dann 77-Jähriger 2022 Katar oder wo auch immer. Helmut Hübner macht das alles, weil er „fußballverrückt“ ist. „Aber auch meine Frau Gisela und mein Sohn Frank, der Geschäftsführer unseres Taxiunternehmens ist, geben mir da alle Unterstützung“, betont er. Für die im wahrsten Sinne des Wortes heiße WM ist Helmut Hübner auch körperlich fit. Sportbekleidung zum Joggen und Schwimmen hat er dabei.

Als wir ihn gestern sprachen, war in seiner Stimme die große Freude auf das Ereignis herauszuhören, von dem er am liebsten am 14. oder 15. Juli wieder in Güstrow zurück wäre – mit dem WM-Titel der Deutschen im Gepäck.


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erstellt am 12.Jun.2014 | 06:00 Uhr

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