Fussball-WM : Spannung steigt: Siegen oder Fliegen

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Zuversicht vor dem heutigen WM-Viertelfinale gegen Frankreich. Lahm-Frage steht weiter im Mittelpunkt des Interesses

svz.de von
04. Juli 2014, 00:00 Uhr

Zwischen Mythos Maracana und Personaldebatten, zwischen Traum und Trauma, zwischen Halbfinale und Heimflug: Bundestrainer Joachim Löw steht vor dem WM-Viertelfinale heute Abend  (18 Uhr/ARD) in Rio de Janeiro gegen Frankreich unter gehörigem Druck. Sollte die deutsche Nationalmannschaft auch im vierten Anlauf unter der Regie des 54-Jährigen das hoch gesteckte Ziel nicht erreichen, dürfte das ganze System Löw ins Wanken geraten – Vertrag bis 2016 hin oder her.

Doch daran verschwenden die DFB-Verantwortlichen (noch) keine Gedanken. Vielmehr ist seit dem erzitterten 2:1 nach Verlängerung im Achtelfinale gegen Algerien eine hitzige Diskussion um System und Personal entbrannt, in deren Mittelpunkt Kapitän Philipp Lahm steht. Zwar machten Löw und sein Stab um die Aufstellung zunächst wie immer ein Staatsgeheimnis – ins Grübeln hat die jüngste Darbietung den Bundestrainer aber allemal gebracht.

Die Frage ist: Springt Löw gegen die Franzosen über seinen Schatten? Wirft er seinen ursprünglichen WM-Plan um und zieht Lahm (30) in die Abwehr zurück? Oder hält er stur an seinen Prinzipien fest. „Es ist ja nicht so, dass alles so bleiben muss, nur weil der Bundestrainer sich mal vor Zeiten darauf festgelegt hat. Wir halten nicht stur an einer Linie fest, sondern diskutieren über die aktuelle Situation“, sagte Torwarttrainer Andreas Köpke immerhin. Sollte Lahm wie in den letzten 50 Minuten gegen Algerien auf der rechten Seite verteidigen, hätte dies für andere Positionen weitreichende Folgen. So könnte   Sami Khedira, der sein 50. Länderspiel bestreiten würde, den frei gewordenen Platz vor der Abwehr  neben Bastian Schweinsteiger einnehmen – wie bei den Turnieren 2010 und 2012.  Es gibt nicht wenige, wohl auch in der Mannschaft, die dieser Variante positiv gegenüber stehen.

Die deutschen Nationalspieler freuen sich derweilen auf ihr erstes WM-Erlebnis im legendären Maracanã-Stadion.  „Das Maracanã ist etwas Besonderes“, sagte Flügelstürmer André Schürrle mit leuchtenden Augen. „Da kann man sich dran gewöhnen – hoffentlich“, sagte Torwart Manuel Neuer mit Blick auf eine mögliche Rückkehr nach Rio zum WM-Endspiel am 13. Juli.

Daran glaubt auch immer noch die Mehrheit der Deutschen, für die die DFB-Auswahl weiter der Top-Favorit auf den Titelgewinn ist. Das ergab  jedenfalls eine Umfrage des ARD-DeutschlandTrends. Demnach trauen vor dem Viertelfinale heute (18 Uhr/ARD)   gegen Frankreich 51 Prozent der Befragten der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw den Gewinn des vierten WM-Titels zu. Größter deutscher Rivale ist für die insgesamt 1005 befragten wahlberechtigten Bürger ab 18 Jahre WM-Gastgeber Brasilien. 18 Prozent der Befragten glauben, dass die „Seleção“ WM-Champion wird, für die Niederlande votierten acht Prozent.

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