zur Navigation springen

Salvador : Public Viewing auf Sparflamme

vom

Wer Public Viewing seit dem Sommermärchen 2006 daheim erlebt hat, muss von der gleichen Veranstaltung bei der aktuellen WM in Brasilien enttäuscht sein. Zwar gibt es zumindest in den WM-Ausrichterstädten Fanmeilen mit großen Leinwänden, doch zeigen die nur die Spiele der heimischen Selecao. Den Grund dafür verriet Alex, ein deutscher Reiseleiter, der seit vier Jahren in Salvador lebt: Angst vor Taschendieben. Die haben alljährlich beim Karneval und eben auch bei dieser WM Hochkonjunktur. "In meiner Zeit hier bin ich beim Karneval wohl mindestens zehn Mal beklaut worden", erzählt er. Aber das sei normal. So nehme man immer ein wenig Geld in den Hosentaschen mit, damit potenzielle Diebe schnell mit Beute abziehen könnten und nicht rabiat würden. "Am Ende des Tages sind bei solchen Menschenaufläufen deine Taschen leer. Aber das Geld in der Socke hast du noch." Damit nun die ausländischen Gäste Brasilien nicht als Land voller Diebe in Erinnerung behielten, habe die Regierung das Public Viewing sozusagen auf das Notwendigste beschränkt. Eine Lanze für die Brasilianer bricht Reiner Calmund, zuweilen auch Mitglied der großen deutschen WM-Touristengruppe in Salvador: "Es gibt viel Armut im Land. Und da sieht zum Beispiel einer, der nicht weiß, wie er zu Hause die Mäuler seiner zehn Kinder stopfen soll, die reichen Touristen. Die sind so reich, dass die nicht groß merken, wenn ihnen ein bisschen Geld oder auch mal 'ne Uhr fehlt. Aber er kriegt die Kinder satt. Na, und dann tut er das. Dann greift er in die Tasche. Würden wir doch in einer solchen Lage auch tun. Wir alle", sagt der einstige XXXL-Manager von Bayer Leverkusen.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Jun.2014 | 16:08 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen