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Wir machen Weltmeister : Die Straße der Kokosnüsse

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Gewinner erleben Wellenreiten im Südatlantik und das Brasilien-Spiel in einer Strandkneipe.

svz.de von
erstellt am 18.Jun.2014 | 16:23 Uhr

Eine Reise nach Brasilien gewonnen, dort den 4:0-Sieg der deutschen Mannschaft über Portugal und damit so ganz nebenbei das bislang wohl beste Spiel dieser WM live miterlebt - was könnte den Südamerika-Trip der Goldberger TSV-Vertreter Niklas Dietrich und Mario Werner wohl angemessen abrunden? Ein Ausflug ins Paradies vielleicht.

In der Beziehung sollte Sao Salvador da Baias de Todos os Santos, die Stadt des "Heiligen Retters an der Bucht aller Heiligen" eigentlich ein Heimspiel haben. Hat sie auch. Ist schon die Stadt selbst mit Stränden reich gesegnet, so setzt die Umgebung noch einen drauf. Nach Norden - also in Richtung des nahen Äquators - ziehen sich entlang der rund 50 Kilometer langen "Straße der Kokospalmen" malerische Sandstrände, wie man sie sonst nur in Hochglanz-Werbespots zu sehen bekommt. Schon Janis Joplin und Jimi Hendrix sollen hier zur Zeit der Flowerpower, als diese Gegend unter Touristen ihre erste große Blüte erlebte, häufig relaxed haben.

Nach der Besichtigung des "Projeto Tamar", einer Station zur Aufzucht der vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten in dem früheren kleinen Fischerdörfchen Praia do Forte wird der Strand von Guaraja, dem Nachbardorf, in Goldberger Besitz genommen. Niklas hat zum Zeichen dessen mit dem Hacken den Namenszug des TSV Goldberg in den Sand geritzt. Für die Ewigkeit, zumindest aber bis zur nächsten Welle. Die laden hier selbst Bademuffel zum Toben ein, sogar jetzt, da auf der südlichen Halbkugel Winter herrscht. Doch bei 28, vielleicht sogar 30 Grad Wassertemperatur und noch ein paar mehr an der Luft lässt sich da leicht drüber hinwegschauen.

"Los, die Welle da, die sieht gut aus. Und die da, da steht sogar unser Name drauf", fordert Marc aus Kiel die nun wieder "kleinen Jungs" der Reisegruppe von Mitte 50 bis 15 ein ums andere Mal zum Wellenreiten auf. Die haben einen Heidenspaß daran. "Herrlich", findet das auch Mario, als gebürtiger Stralsunder ein Kind der Ostsee. "Ja", sagt er, "früher mal. Heute gehe ich kaum noch ins Wasser. Darum mach mal ein Foto, sonst glaubt mir meine Frau nie, dass ich wirklich drin war." Doch, war er. Niklas natürlich auch. Doch der bräuchte mit seinen 15 Jahren höchstens einen Beweis, wenn er der Versuchung des Südatlantiks widerstanden hätte. Dennoch ist schließlich er es, der zum Aufbruch drängt.

In einem urwüchsigen brasilianischen Lokal in unmittelbarer Strandnähe ist die Reisegruppe zum Fußballgucken angemeldet. Brasilien gegen Mexiko und in der Halbzeitpause die Samba-Einlage einer Liveband. Die Einheimischen zollen den deutschen Gästen Beifall für die Leistung von Jogis Löwen. Manche blicken schon aufs Finale voraus: Brasilien gegen Deutschland. Mit dem besseren Ende für die Gastgeber, versteht sich. Jemand legt sich sogar auf einen brasilianischen 3:1-Sieg fest - ein kleines, uraltes Mütterchen, das sicher schon bei Peles erstem Weltmeistertitel in dieser Kneipe zur Samba getanzt hat.

Der Spielverlauf allerdings lässt die Brasilianer sich die Haare raufen und von finalen Voraussagen ist kaum noch etwas zu hören. Nur 1:1 gegen Mexiko - schon das Auftaktspiel der Selecao mit dem teilweise geschenkten 3:1 gegen Kroatien war nicht gerade eine Verheißung... Als der Bus abends kurz vor acht wieder das Hotel erreicht, verabschiedet sich Niklas schnell. "Fußballgucken im Fernsehen. Gleich fängt die zweite Halbzeit an vom Spiel Russland gegen Südkorea."

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