WM-Halbfinalisten in der Analyse : Geheimfavorit? Belgien will sein Image ablegen

Belgien steht im WM-Halbfinale und hat gute Karten, am Ende den großen Wurf zu landen.
Belgien steht im WM-Halbfinale und hat gute Karten, am Ende den großen Wurf zu landen.

32 Fußball-Teams starteten bei der Fußball-WM, verblieben sind noch vier. Favorit auf den Titel ist Frankreich.

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09. Juli 2018, 08:33 Uhr

Moskau | Neben den Franzosen stehen Belgien, Kroatien und England im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Während die L'équipe ohnehin als Titel-Anwärter in das Turnier gestartet war, verwundert die Halbfinal-Teilnahme vor allem bei den Kroaten – eine Analyse.

Frankreich: Eine neue goldene Ära

Frankreichs Trainer Didier Dechamps drückt offensichtlich die richtigen Knöpfe bei seinen Spielern. Die L'équipe, die in den vergangenen Turnieren gerne mal disziplinarische Probleme offenbarte, scheint in Russland eine gefestigte Truppe zu sein. Trotz des geringen Altersdurchschnitts (26,1 Jahre) wirken die Franzosen nervenstark und abgeklärt. Ohne Aufregung kegelten sie Uruguay mit 2:0 aus dem Turnier, zuvor im Achtelfinale hatten sie Argentinien spektakulär bezwungen (4:3). Frankreich hat die namhafteste Mannschaft beisammen, die Zeit ist Reif für den WM-Titel.

England: Southgate und seine Rasselbande

Auch England verzeichnet einen Altersdurchschnitt von 26,1 Jahren. Im Kreis der Favoriten tauchten die Three Lions vor dem WM-Turnier nie auf, das hat sich spätestens jetzt geändert. Harry Kane, Dele Alli, Harry Maguire und Keeper Jordan Pickford spielen ein überragendes Turnier. Allerdings hatten die Briten bislang nicht die ganz großen Namen vor der Brust. Der einzige wirklich namhafte Gegner war Belgien. Gegen diese Mannschaft trat England mit einer Art B-Elf an (0:1). Im Achtelfinale gegen Kolumbien (4:3) musste das Elfmeterschießen her, gegen Schweden reichte eine durchschnittliche Leistung (2:0). Der erste Prüfstein folgt im Halbfinale gegen Kroatien.

Kroatien: Stark angefangen, stark nachgelassen

Furios ließ Kroatien die Gruppenphase hinter sich. Nach Siegen gegen Island (2:1), Nigeria (2:0) und einem beeindruckenden 3:0-Erfolg über Argentinien zogen die Kroaten ins Achtelfinale ein. Dort zeigten sie Nerven. Gegen den krassen Außenseiter Dänemark stand die Mannschaft von Trainer Zlatko Dalic im Elfmeterschießen hauchdünn vor dem WM-Aus. Am Ende stand ein 5:4-Sieg. Auch im Viertelfinale gegen Gastgeber Russland ging es über die volle Distanz. Dabei verspielte Kroatien sogar eine zwischenzeitliche Führung in der Verlängerung. Offensichtlich geht der Dalic-Truppe die Luft aus, gegen Endland wartet hinsichtlich dieser Leistungsschwäche eine Mammutaufgabe.

Belgien: Der attraktivste Fußball

Wenn Belgien antritt, ist Spektakel garantiert. Jedes ihrer Spiele gestaltete die Mannschaft von Coach Roberto Martínez auf atemberaubende Art und Weise. So wurde ein 0:2 im Achtelfinale gegen Japan in letzter Sekunde in ein 3:2 gedreht, im Viertelfinale bezwang Belgien Rekordweltmeister Brasilien mit 2:1. Dazu tragen in aller Regelmäßigkeit die Herren Romelu Lukaku, Eden Hazard, Kevin de Bruyne und co. bei. Belgien tritt aus dem eigenen Schatten als ewiger Geheimfavorit heraus. Nun ist Belgien ein waschechter Titel-Anwärter. Das Top-Duell mit Frankreich ist das vorgezogene WM-Finale. Wer aus dieser Partie als Sieger hervorgeht, dürfte die WM-Trophäe mit nach Hause nehmen.

Das Halbfinale in der Übersicht:

Frankreich - Belgien (Dienstag,10. Juli um 20 Uhr in St. Petersburg)

England - Kroatien (Mittwoch, 11. Juli um 20 Uhr in Moskau)

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