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Anpfiff zur WM : Die Favoriten der anderen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Anstoß zur WM: Monsieur Congard hat einen Wunsch, Mijnheer Verheyen einen Geheimtipp und Signore Durante wartet lieber erst mal ab

Eine Studie zur Fußball-Weltmeisterschaft der Universität Hohenheim hat ergeben: Die Mehrheit der Deutschen geht davon aus, dass Brasilien Weltmeister wird und Deutschland zumindest das Halbfinale erreicht. Was aber glauben die Belgier, Franzosen oder Italiener, wie weit ihre Teams kommen werden? Was denken Brasilianer oder Niederländer, wer denn wohl neuer Fußball-Weltmeister werden wird? Wir haben in Schwerin nachgefragt.

Pierre Congard hat seinen Frühsport schon hinter sich. Er war boxen. „Das tut gut“, sagt der Franzose. Später am Tag wird er seine Schüler wieder in der japanischen Kampfkunst Aikido unterweisen. Das ist sein Metier. Fußball spielt im Leben des 51-Jährigen eher eine untergeordnete Rolle. „Außer“, sagt er, „es ist WM“. Jetzt ist WM – und Frankreich ist dabei. „Die Spieler sind individuell sehr gut“, ist sich Congard sicher. Das Problem sei aber, so der Wahl-Schweriner, dass das Team nicht eingespielt sei. Problem zwei: „Franck Ribéry ist der große Mann, aber der fällt ja jetzt verletzt aus.“

Auch wenn seine Landsleute dem niederländischen Team viel zutrauen – Kees Storm ist nicht davon überzeugt, dass die Holländer bei der WM große Bäume ausreißen werden. Der 71-Jährige macht gerade in Mecklenburg Urlaub, hat in Basthorst mit Frau und Bekannten Quartier bezogen und will sich gleich den Schweriner Dom anschauen. „In der schweren Gruppe mit Spanien und Chile kann das Aus für uns sogar schon in der Vorrunde kommen“, orakelt der Niederländer.

Aus Storms Nachbarland Belgien stammt Henk Verheyen. An seinem Auto hängt ein kleiner Wohnwagen. Die Reise geht gleich weiter, aber jetzt ist erst einmal Pause. Das Ehepaar Verheyen kommt aus dem belgischen Antwerpen, macht Urlaub in Deutschland und ist gerade auf dem Weg von Celle nach Rügen. „Wir haben ein gutes Fußball-Team“, ist sich der 66-Jährige sicher. „Thibaut Courtois ist Keeper bei Athletico Madrid, Marouane Fellaini spielt bei Manchester United oder Eden Hazard beim FC Chelsea – Belgien hat viele Kicker, die bei Top-Vereinen spielen“, sagt Henk Verheyen. In der Qualifikation hätte die Nationalmannschaft ihre Qualität unter Beweis gestellt, so der Antwerpener „Ich gehe davon aus, dass wir die Vorrunde überstehen werden. Dann treffen wir auf den Gruppenersten oder -zweiten der Gruppe G. Also wahrscheinlich auf Deutschland oder Portugal“, sagt Verheyen. Und diese beiden Teams seien auf dem Weg ins Viertelfinale, so Verheyen, schlagbar.

Geheimtipp Belgien: Auch Luca Durante traut dieser Mannschaft eine Überraschung zu. Was seine Italiener angeht, da hält es der Gastronom lieber erst einmal mit der alten Fußball-Weisheit „Ball flach halten, hoch gewinnen“. „England, Uruguay, wir haben eine schwere Vorrunden-Gruppe“, sagt der 38-Jährige. Überständen Pirlo, Buffon und Co. die Vorrunde, dann sehe es gut aus. Auch für den Gewinn des fünften WM-Titel? Durante: „Die Favoriten sind Brasilien, Argentinien und Deutschland.“ Oder doch Italien? Signore Durante verzieht sein Gesicht zu einem Grinsen – und wartet lieber erst mal ab.

Für Lousi Zouza Ziegler gibt es kein Abwarten. Für die Volleyballerin des Schweriner SC steht fest, wer Weltmeister wird: „Natürlich Brasilien“. Am 28. Juni fährt die Brasilianerin in ihr Heimatland. „Vielleicht schaue ich mir dann auch ein Spiel an. Mein Cousin versucht etwas zu organisieren“, sagt die 28-Jährige. Einen Monat lang will sie in ihrem Heimatland bleiben, dann zurück nach Schwerin kommen – als Weltmeisterin.

Brasilien, diesem Team wünscht auch Pierre Congard den Titel. „Die Brasilianer sind immer mit Leidenschaft dabei. Und das finde ich gut.“

 

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erstellt am 12.Jun.2014 | 08:00 Uhr

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