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Bundestrainer 2.0 : Der Spickzettel hat ausgedient

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die deutsche Nationalmannschaft setzt auf dem Weg zum Titel auf neue Technologien.

svz.de von
erstellt am 13.Jun.2014 | 08:06 Uhr

Der Spickzettel ist out, angesagt bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf dem Weg zum vierten WM-Titel sind Apps und Tools. „Was Jens Lehmann 2006 auf seinem Zettel hatte, erhalten die Spieler jetzt vorab auf ihre Tools oder Apps“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff. Er stellte gemeinsam mit Chef-Analyst Christopher Clemens die neue Technologie vor, die Bundestrainer Joachim Löw und sein Team in Brasilien maßgeblich unterstützen soll.

Torwart Jens Lehmann hatte bei der WM 2006 im eigenen Land im Viertelfinale vor dem Elfmeterschießem gegen Argentinien von Bundestorwarttrainer Andreas Köpke einen Spickzettel zugesteckt bekommen: Darauf standen die Schussgewohnheiten der argentinischen Elfmeterschützen.

Lehmann steckte das Stückchen Papier in seine Stutzen – und konnte zwei Strafstöße parieren.

Lehmann selbst räumte später übrigens ein, der Zettel, der später für eine Milionen Euro versteigert wurde, habe keine große Rolle gespielt. Das sollen die neuen technischen Hilfsmittel schon, wie Clemens auch mit Blick auf das Auftaktspiel der DFB-Elf am Montag gegen Portugal erläuterte: „Wir liefern dem Trainerstab alle relevanten Informationen und machen ganz klare Vorschläge. Die letzte Entscheidung trifft aber der Bundestrainer. Wir geben Anregungen, wie man die Portugiesen schlagen kann.“

Durch ein spezielles Programm des deutschen Software-Riesen SAP können zum Beispiel alle richtigen und falschen Laufwege, alle vertikalen Pässe, alle horizontalen Zuspiele eines jeden Spielers erfasst werden. Die SAP hat dafür gemeinsam mit der Scouting-Abteilung des DFB ein visuelles Kommunikationstool entwickelt: Ein videobasiertes Instrument, das Scouting, Spielanalyse sowie Trainings- und Spielvorbereitung auf ein neues Niveau hebt. In einem internen System haben Spieler und Trainer die Möglichkeit auf alle Daten zuzugreifen und subjektive Eindrücke zu objektivieren. Zur Verfügung stehen die Daten der eigenen Mannschaft, zudem auch die der Spiele des Gegners. Bei der deutschen Nationalmannschaft werden dafür alle Spiele und alle Trainingseinheiten mit einer speziellen Kamera gefilmt. Eine spezielle Software ermöglicht, dass jede Aktion im Nachgang jedem Spieler zugeordnet werden kann. Spieler und Trainer werden mit allen relevanten Daten versogt, die sie sich sogar auf ein mobiles Endgerät laden können.

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