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Fussball : Unbekümmertheit und Siegeswille

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Turbine Potsdam will ins Endspiel der Champions League stürmen. Heute um 14 Uhr erstes Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg

Wenige Stunden vor Anpfiff (14 Uhr) der ersten Auseinandersetzung zwischen Turbine Potsdam und dem Triplesieger VfL Wolfsburg im Halbfinale der Champions League steigt in der Landeshauptstadt die Anspannung. „Ich habe Gänsehaut, wenn ich nur an das Auflaufen im Karli denke“, sagte Turbine-Routinier Jennifer Zietz. Seit 1998 spielt die gebürtige Rostockerin an der Havel. Mit Turbine hat sie den Pott 2010 schon einmal geholt, war 2011 dabei, als Olympique Lyon sich im Finale revanchierte und sich den Cup holte.

Die Spiele gegen den deutschen Triplesieger seien so etwas wie ein vorgezogenes Finale. Für Mittelfeldmotor Julia Simic gibt es gegen Wolfsburg keinen ausgemachten Favoriten. „Klar ist der VfL Titelverteidiger in der Champions League. Aber in dieser Bundesliga sind wir Tabellenführer“, betonte die 24-Jährige. Vier Punkte liegen die Turbinen vor den Wölfen. „Wir haben diese Saison eine junge, erfolgshungrige Mannschaft“, meinte Simic. Jede Spielerin würde sich für die andere zerreißen. Turbine spiele nach der Winterpause wie aus einem Guss. Der Spaßfaktor sei in der Mannschaft sehr hoch. „Da kann auf den Platz stellen, wenn man will: Die Mischung passt einfach. Vielleicht sind wir in dieser Saison einfach ein Stück erfolgshungriger als Wolfsburg.“

Dazu passt, dass kurz vor dem Hinspiel die Schweizer-Nationalspielerin Lia Wälti ihren Vertrag in Potsdam vorzeitig um ein Jahr bis 2016 verlängert hat. „Wir haben eine unglaublich gute Stimmung im Team. Es macht einfach jeden Tag Spaß, zum Training zu kommen, mit den Mädels zusammen zu trainieren“, erklärte die 21-Jährige ihren Schritt.

Allerdings ist der VfL nur so gespickt mit erfolgsverwöhnten Spielerinnen. „Wolfsburg hat nicht die schlechtesten Spielerinnen“, versuchte Turbine-Cheftrainer Bernd Schröder auf die Euphorie-Bremse zu treten. „Unsere Mannschaft ist sehr jung.“ Das Achtelfinale gegen Olympique Lyon habe aber gezeigt, dass eine Heimniederlage auswärts noch umgebogen werden kann. Da habe Turbine eine mentale und spielerische Meisterleistung abgeliefert. „Wir wollen uns eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 27. April in Wolfsburg verschaffen“, erklärte Schröder, „am besten mit ein, zwei Toren Vorsprung“. Personell kann der 71-Jährige aus dem Vollen schöpfen. Tabea Kemme ist nach überstandener Rückenverletzung wieder fit.

Und auch das böse Blut wegen der abgesagten Eurosport Liveübertragung scheint verflogen. Turbine Potsdam einigte sich mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg auf eine Internet-Liveübertragung.

Auf www.rbb-online.de wird die Partie am heutigen Sonnabend ab 14 Uhr gestreamt. Zuvor hatte Turbine sich mit dem Sportkanal nicht auf eine Übertragung verständigen können. Wegen vertraglicher Verpflichtungen hatte Eurosport um eine Verlegung des Anstoßes um zweieinhalb Stunden auf 16.30 Uhr erbeten. Hierauf wollte sich Turbine nicht einlassen. Schröder fürchtete die Konkurrenz der Männer-Bundesliga. Daraufhin quollen die sozialen Medien über. Turbine löschte sogar bitterböse Kommentare auf der Vereins-Facebook-Seite.







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