UEFA EURO 2016

Fanreporter berichtet : Mekka des Public Viewing und Hochsicherheitsareal

Foto: Hans-Jürgen Kowalzik

Platz für 90000 Besucher in der Fan-Zone in Paris

svz.de von
20. Juni 2016, 05:00 Uhr

Die Pariser Fußball-EM-Fan-Zone am Fuße des Eiffelturms ist ein Hochsicherheitsareal.  So viel Gendarmerie mit schwer bewaffneten Polizisten und Polizeiautos sowie berittenen Polizisten haben Ewald Keinert und ich bisher noch nicht gesehen.  An sechs Eingängen stehen sie. Die erste Kontrolle nehmen nur Polizisten vor.

Es dauert ehe wir an der Reihe sind. Mehrere Minuten werden unsere Rucksäcke untersucht. Spitze Gegenstände und Flaschen landen in Behältern. Akribisch tasten die Gendarmen uns ab. Ewalds Flaschenöffner und sein neues Schweizer Messer verschwinden in einer Tonne…´

In einer weiten Runde nähern wir uns der Fan-Zone. Immer wieder fällt unser Blick auf die hohen Zäune, die das Gelände weiträumig abschotten.  Ich muss unwillkürlich an die Geschichte dieses Gebietes, das Champs de Mars (Marsfeld) heißt, denken. Das wurde früher militärisch genutzt, war wie jetzt während der EM,  nur mit Genehmigung oder nach Kontrollen zu betreten. An der zweiten Station nehmen Sicherheitsbeamte den nächsten Check vor. Danach müssen wir viele Meter innerhalb von Sicherheitszäunen zurücklegen. Am Ende steht wieder Security, die alles untersucht.

Dann sind wir endgültig in der Fan-Zone, die größte in allen EM-Orten. Der erste Blick geht zu der riesigen Leinwand am Fuß des Eiffelturms. Apropos Eiffelturm: Der ist das Bonbon dieser Fan-Meile. Ihn sieht man immer. Das ist für uns sehr schön, weil wir von diesem über 1000 Tonnen schweren Stahl-Giganten einfach nicht genug bekommen können. Wir haben ihn deshalb vorher mit dem Fahrstuhl „erklommen“ und wurden  mit einem fantastischen Blick aus 281 Metern Höhe auf Paris und die Fan-Zone beglückt.

Als wir im Fan-Dorf ankommen, läuft das Spiel Island gegen Ungarn und Sigurdsson versenkt gerade einen Elfmeter. Die Isländer brechen in frenetischen Jubel aus. Die Ungarn holen das beim Ausgleich später nach. Diese Fan-Zone ist bei der EM das Mekka des Public Viewing  und insofern noch etwas Besonders, weil die Veranstalter versichern, dass die Leinwand mit 420 Quadratmetern die größte je hergestellte sein soll.

Dort sammeln sich daher auch die meisten Fans. Es sind immer die in der Überzahl, deren Mannschaften gerade spielen. Am Abend bevölkern dann Portugiesen und Österreicher den Platz. Public Viewing ist aber noch an weiteren acht Leinwänden möglich. Die meisten Besucher waren bisher immer in der Fan-Zone, wenn Frankreich spielte. Ob es da aber 90000 waren, die Platz fanden, bestätigt mir keiner.

Mehr als 50 Imbiss-Stände garantieren, dass keiner hungern und dursten muss. Alkohol ist jedoch wie auch in allen Stadien tabu. Das Bier hat einen Alkoholgehalt von 0,5 Prozent… Außerdem befinden sich in der Fan-Zone ein Kicker-Zelt, ein Zelt für Playstation und ein riesiges Souvenir-Angebot. Um mit der Welt zu kommunizieren, ist WLAN frei und es gibt eine Twitter-Wall.

Auf einem Kleinfeld wird Fußball gespielt. Fan-Mannschaften der Länder treten gegeneinander an. Wir schauen einen Augenblick zu, wie Portugiesen und Österreicher spielen. Für das Unterhaltungsprogramm sind mehrere Bühnen aufgebaut. Auf der größten gab David Guetta, der die EM-Hymne komponierte, am 9. Juni ein Konzert. Das nächste folgt am 28. Juni mit der britischen Rockgruppe Muse.

Dann beginnt das letzte Spiel an diesem Tag. Wir fiebern mit den Österreichern mit. Mit Austria-Fans waren wir zuvor auf den Eiffelturm. Sie hatten uns sofort als Hansa-Fans ausgemacht. Die Salzburger bedankten sich bei uns, dass  Hansas  Nils Quaschner, jetzt RB Leipzig, bei ihnen spielen durfte.

Der Fan-Zonen-Tag klingt immer mit einer Lichtshow, in der der Eiffelturm im Mittelpunkt steht, aus. Fantastisch, was wir da sahen. Am Schluss strahlt er in den Farben eines EM-Teilnehmerlandes in der Nacht weiter. Am Sonnabend waren es schwarz,  rot und gold. Für uns jedenfalls, auch wenn Belgien damit gemeint war. Mit dem Fahrrad waren wir gegen 1 Uhr wieder im Fan-Camp.

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