DFL-Chef Seifert : Entscheidung über 50+1-Regel erst am Jahresende

Die umstrittene 50+1-Regel sorgt bei Fans und Beteiligten gleichsam für Diskussion.
Die umstrittene 50+1-Regel sorgt bei Fans und Beteiligten gleichsam für Diskussion.

Bei der Entscheidung über die 50+1-Regel im deutschen Profifußball sollen auch die Kartellhüter zu Rate gezogen werden. Die DFL will nichts übers Knie brechen, auch Martin Kind sagt: Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit.

svz.de von
15. Februar 2018, 19:06 Uhr

DFL-Boss Christian Seifert hat eine schnelle Entscheidung über die umstrittene 50+1-Regel und einen möglichen Einstieg finanzstarker Investoren ausgeschlossen.

«Ich halte den Prozess vor Jahresende nicht für abschließbar», sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) bei der Vorstellung des Bundesliga-Reports 2018 in Frankfurt und kündigte an: «Es wird keine Hinterzimmerkommission, sondern eine zeitlich umfassende und strukturierte Befragung aller Clubs geben.»

Die 50+1-Regel gibt es nur in Deutschland. Sie begrenzt den Einfluss externer Investoren bei einem Club, weil Stammvereine nach einer Ausgliederung der Profi-Abteilungen weiter die Mehrheit der Stimmanteile in einer Kapitalgesellschaft besitzen müssen.

Nachdem Hannover-96-Präsident Martin Kind seinen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung derzeit ruhen lässt, hatte die DFL eine Grundsatzdebatte über die in den Statuten verankerte Regel angeregt. «Eine Diskussion auf der Basis, darf ein Scheich kommen oder nicht, wird der komplexen Thematik nicht gerecht», sagte Seifert. «Wir wollen die Debatte fundiert führen.»

Kind selbst äußerte Verständnis für das Vorgehen. «Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit. Es handelt sich um ein komplexes Thema, das zu erarbeitende Konzept muss umfassend juristisch geprüft werden», sagte der 73-Jährige. «Das benötigt doch mehr Zeit als anfänglich gedacht. Entscheidend ist, dass das Ergebnis stimmt.»

In den Entscheidungsprozess sollen auch die nationalen und europäischen Kartellhüter in Bonn und Brüssel eingebunden werden. Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) über die mögliche Einbeziehung der 3. Liga wolle die DFL erst zu einem späteren Zeitpunkt führen. «Grundsätzlich reden wir erst einmal über die Profivereine, denn da kann der größte finanzielle Schaden für den deutschen Fußball entstehen», betonte Seifert.

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