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Fußball-EM in Frankreich : Endgültiger Kader: Löw plant ohne Reus!

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Bundestrainer Löw hat sich auf seine 23 EM-Spieler festgelegt.

svz.de von
erstellt am 31.Mai.2016 | 12:23 Uhr

Bundestrainer Joachim Löw hat überraschend den angeschlagenen Dortmunder Marco Reus aus dem EM-Kader gestrichen. Zudem wurden aus dem vorläufigen Aufgebot Sebastian Rudy von 1899 Hoffenheim sowie die Leverkusener Julian Brandt und Karim Bellarabi nicht für das Turnier in Frankreich nominiert.

Die Fußball-Weltmeister Bastian Schweinsteiger und Mats Hummels gehören hingegen zum 23 Spieler umfassenden Kader, teilte Löw am Dienstag im Trainingslager in Ascona mit. Der lange verletzte Schweinsteiger sei wieder voll belastbar. Bei Hummels müsse man noch abwarten, so der Bundestrainer. Auch die Jungstars Joshua Kimmich, Julian Weigl und Leroy Sané fahren zur EM. „Er kann im Moment nur geradeaus laufen. Für uns und für ihn ist es eine bittere Entscheidung gewesen, er wäre eine Bereicherung gewesen“, sagte Löw über Reus, der schon die WM 2014 wegen einer Verletzung kurzfristig verpasst hatte.

Bis zum Freitag wird Löw seine EM-Fahrer noch in der Schweiz vorbereiten. Dann geht es weiter zur Turnier-Generalprobe am Samstag in Gelsenkirchen gegen Ungarn. Nach zwei freien Tagen wird der Weltmeister am kommenden Dienstag sein EM-Stammquartier in Évian-les-Bains am französischen Ufer des Genfer Sees beziehen.

Am 12. Juni in Lille startet Deutschland gegen die Ukraine in das Turnier. Weitere Gruppengegner sind am 16. Juni in Saint-Denis Polen und Nordirland am 21. Juni im Pariser Prinzenpark.

Vier Akteure musste Joachim Löw für die anstehende EM streichen. Meist traf es - wie vermutlich auch diesmal - die ins Trainingscamp mitgenommenen Talente. Echte A-Promis sortierte er noch nicht aus. Sie schieden höchstens durch Verletzungen aus, wie Kapitän Michael Ballack vor der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.

Wir erinnern an die von Löw Gestrichenen:

2008 (EM in Österreich/Schweiz): Für die Vorbereitung auf sein erstes Turnier als Cheftrainer nominiert Löw 26 Spieler. Nach dem 2:2 im Testspiel gegen Weißrussland streicht er auf Mallorca den Schalker Jermaine Jones, den Kölner Patrick Helmes und den Gladbacher «Zauberlehrling» Marko Marin. «Es war nur ein Sandkorn, das die Waage auf diese Seite ausschlagen ließ», erklärt Löw. Das Casting habe sich aber bewährt. «Wir würden es wieder tun, 26 Spieler mitzunehmen.»

2010 (WM in Südafrika): Vor seiner ersten WM beruft der Bundestrainer sogar 27 Akteure. Im Trainingscamp in Südtirol muss er am Ende aber nur den Hoffenheimer Außenverteidiger Andreas Beck streichen. Grund ist großes Verletzungspech: Kapitän Ballack, Christian Träsch und Heiko Westermann fallen für das Turnier in Südafrika aus. «Er ist tief enttäuscht», berichtet Löw von Beck, den einzigen echten Verlierer.

2012 (EM in Polen und Ukraine): Wieder beruft Löw 27 Akteure für die Turniervorbereitung. Das Streichquartett bilden in Südfrankreich Routinier Cacau sowie die Talente Marc-André ter Stegen, Julian Draxler und Sven Bender. Der damals 20-jährige Torwart ter Stegen spricht von «einer interessanten Erfahrung». Er hat immerhin zuvor sein Länderspieldebüt erlebt - beim 3:5 im Test gegen die Schweiz.

2014 (WM in Brasilien): 30 Spieler nominiert Löw anfangs. Nach dem 0:0 im Test gegen Polen dürfen 27 mit ins Trainingslager: Die Schalker Max Meyer und Leon Goretzka sowie der lange verletzte Hamburger Marcell Jansen fallen raus, zudem ersetzt der Gladbacher Christoph Kramer den Augsburger André Hahn. Der Leverkusener Lars Bender verletzt sich beim Training in Südtirol. Die ehemalige Dortmunder Stammkraft Marcel Schmelzer sowie die Neulinge Kevin Volland und Shkodran Mustafi streicht Löw. «Sie haben uns die Entscheidung wahnsinnig schwer gemacht», sagt er. Mustafi wird trotzdem noch Weltmeister, ihn nominiert Löw nach dem Ausfall des verletzten Marco Reus einen Tag vor der Abreise nach Brasilien nach.

 

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