3. Fussball-Liga : Starke spendet Stammzellen

<p>Will Leben retten: Jenaer Kicker Manfred Starke spendet Stammzellen für einen erkrankten Mann. Dafür verzichtete er auf das Landespokalfinale.</p>
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Will Leben retten: Jenaer Kicker Manfred Starke spendet Stammzellen für einen erkrankten Mann. Dafür verzichtete er auf das Landespokalfinale.

Offensivmann des FC Carl Zeiss Jena verpasst Landespokalfinale, um einem kranken Mann zu helfen

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24. Mai 2018, 08:00 Uhr

Für Manfred Starke, Stürmer des Fußball-Drittligisten FC Carl Zeiss Jena, fiel das Landespokalfinale am 18. Mai gegen Wismut Gera (5:0) aus einem besonderen Grund aus: In Vorbereitung einer Stammzellentnahme musste er ein spezielles Medikament einnehmen und auf Leistungssport verzichten.

„Das Pokalfinale habe ich im Fernsehen verfolgt und mich natürlich riesig für das Team, den Verein und seine Fans gefreut. An den anschließenden Feierlichkeiten habe ich leider nicht teilnehmen können. Aber die Jungs haben mich mit allerlei Infos versorgt, sodass ich gut im Bilde war. Aber letztlich war ich natürlich gedanklich schon bei dem, was am nächsten Tag anstand“, erzählt Manfred Starke, der in der Jugend bei Hansa spielte und von 2011 bis 2015 insgesamt 49 Spiele für Rostock bestritt. Denn am Pfingstmontag ging es für den namibischen Offensivspieler ins Institut für Transfusionsmedizin nach Dessau, wo ihm die Stammzellen entnommen werden.

Dass der 27-Jährige ausgewählt wurde, empfindet er „als ein Privileg und riesigen Glücksfall“. Und ergänzt: „Ich bin schon aufgeregt. Es fühlt sich ein bisschen wie die Nervosität vor einem wichtigen Spiel an.“

Auf der Welt gibt es etwa 32 Millionen Menschen, die sich typisieren und in einer entsprechende Datenbank registrieren ließen. Etwa acht Millionen davon stammen aus Deutschland, das mit den USA eine der tragenden Säulen des überlebenswichtigen Datenpools ist, von dem Spendebedürftige weltweit profitieren.

Dazu muss der Kicker auf das Medikament ansprechen und die benötigte Menge Stammzellen ausspülen. Ungefähr vier Mal hat sein Blut in einem mehrstündigen Prozedere einen speziellen Apparat durchlaufen, der die Stammzellen „auswäscht“. Gut zwei Stunden nach der abgeschlossenen Prozedur überbrachte Dr. Jörg-Peter Schmidt vom Dessauer Institut die Botschaft: „Es konnten genügend Stammzellen gewonnen werden.“

Die kostbare Fracht, die nur 72 Stunden haltbar ist, wurde schnellstmöglich per Kurier auf den Weg zum Patienten gebracht. Es soll ein lebensbedrohlich erkrankter Mann im Alter von 30 bis 40 Jahren im europäischen Ausland auf diese Spende warten. Er weiß, dass die Spende kommt, aber nicht, von wem: „Ich hoffe, dass ihm geholfen werden kann. Irgendwann möchte ich wissen, wer er ist. Aber natürlich nur dann, wenn es der Empfänger möchte.“



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