Energie Cottbus zurück : Ostklubs für 3. Liga ein Segen

Für den Cottbuser Fabio Viteritti (l., im Testspiel gegen Magdeburg) und die Energie-Elf beginnt am Sonntag mit dem Spiel gegen Hansa Rostock die Saison in der 3. Liga.
Für den Cottbuser Fabio Viteritti (l., im Testspiel gegen Magdeburg) und die Energie-Elf beginnt am Sonntag mit dem Spiel gegen Hansa Rostock die Saison in der 3. Liga.

Energie Cottbus kehrt in Profifußball zurück. Vier weitere Traditionsvereine aus neuen Bundesländern versprechen stimmungsvolle Derbys

svz.de von
26. Juli 2018, 12:00 Uhr

Voller Ekstase stürmen die Fans den Platz und suchen die Nähe zu ihren Aufstiegshelden, die sonst im Fußball verpönten Bengalos brennen auf den Rängen als Zeichen großer Glückseligkeit. Diese Szenen in Cottbus dokumentierten die ganze Sehnsucht eines gefallenen Aushängeschildes, das nun endlich den Weg zurück in den Profifußball geschafft hat. Wenige Sekunden zuvor hatte Energie in den Aufstiegsspielen gegen Weiche Flensburg die Rückkehr in die 3. Liga perfekt gemacht. Und dort will der Klub auch erst einmal bleiben.

„Das Saisonziel des FC Energie ist klar und deutlich kommuniziert: der Klassenerhalt“, sagte Geschäftsführer Normen Kothe. Mit Cottbus bekommt das Sammelbecken der Ostvereine weiteren prominenten Zuwachs, wobei das eigentlich gar nicht stimmt. Durch Cottbus, Carl Zeiss Jena, dem FSV Zwickau, dem Halleschen FC und Hansa Rostock sind zwar immerhin fünf Klubs aus den neuen Bundesländern vertreten, vergangene Saison waren es aber noch sieben.

Die Diskrepanz in der Entwicklung des Ostfußballs zeigte sich besonders stark in der vergangenen Drittliga-Saison. Während der 1. FC Magdeburg als Meister souverän aufstieg, mussten der Chemnitzer FC und Drittliga-Dino Rot-Weiß Erfurt Insolvenz anmelden und nach neun Punkten Abzug den bitteren Gang in die Regionalliga antreten. Trotz überall vorhandener Fußball-Begeisterung fehlt es oftmals an einer klaren Strategie oder an Kompetenz. Oder an beidem.

In Cottbus führte dieser Cocktail innerhalb von sieben Jahren von der Bundesliga in die Regionalliga. Für die 3. Liga sind die Ostklubs aber durchweg ein Segen. In der vergangenen Saison führten Magdeburg und Rostock die Zuschauertabelle an. Die sieben Ostvereine gehörten zu den 13 Klubs mit den höchsten Zuschauerzahlen. Cottbus hatte in der Regionalliga einen Schnitt von 5256 Fans, das hätte in der 3. Liga bereits zu Rang elf gereicht.

Vor allem die zahlreichen Derbys verschaffen der Liga eine hohe Aufmerksamkeit, gleich am ersten Spieltag kommt es zu den Duellen zwischen Zwickau und Halle sowie zum Aufeinandertreffen der beiden langjährigen Bundesligisten Cottbus und Rostock. In beiden Spielen ist mit vollen Stadien zu rechnen.

„Selbstverständlich haben allein der Rivalität und lokalen Nähe geschuldet die Ostvereine für uns einen großen Stellenwert. In dieser Spielzeit sind es durch die Abstiege und Aufstiege allerdings deutlich weniger Duelle als zuvor“, sagte Kothe. Sportlich ist fraglich, ob einer der Klubs die Magdeburger Erfolgsgeschichte fortschreiben kann. Finanziell können die Ostklubs mit den großen Namen der Liga nicht mithalten. In Eintracht Braunschweig und dem 1. FC Kaiserslautern drängen zwei Schwergewichte auf den schnellen Wiederaufstieg, hinzu kommen der gescheiterte Relegationsteilnehmer Karlsruher SC und die beiden ambitionierten Aufsteiger 1860 München und KFC Uerdingen.

Schon in der vergangenen Saison klaffte hinter Magdeburg ein großes Loch. Rostock spielte mit Platz sechs noch seine beste Saison seit dem Zweitliga-Abstieg 2012, alle anderen Vereine rangierten im Mittelfeld – oder stiegen ab. Hinzu kommt, dass es erstmals in der Geschichte der 3. Liga vier Absteiger geben wird.

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