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Kurz vor Saisonstart : Die Fußball-Drittligisten im Osten im Formcheck

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Es wird geschwitzt, gelaufen, Kraft gebolzt und Technik sowie Taktik besprochen. Die Fußball-Drittligisten in den neuen Bundesländern sind im Endspurt der Saisonvorbereitung. Es gab Positives, aber noch läuft noch nicht alles rund.

svz.de von
erstellt am 12.Jul.2017 | 20:30 Uhr

Die Drittligisten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sind in den letzten Zügen der Saisonvorbereitung. Kommende Woche geht es in die zehnte Drittliga-Saison. Wie sind die Clubs schon drauf?

Chemnitzer FC: Gut eine Woche vor dem Saisonstart sind beim Chemnitzer FC außer dem langzeitverletzen Jamil Dem alle Kicker fit. Neu-Coach Horst Steffen nutzt jeden Trainingstag, denn in der Sommerpause wurde der Kader mit elf Abgängen und acht Zugängen kräftig umgekrempelt. „Wir suchen zwar noch einen Stürmer sowie einen jungen Torwart, doch dabei besteht jetzt kein zeitlicher Druck“, sagte Steffen. Er muss möglichst zügig um die erfahrenen Spieler wie Julius Reinhardt, Dennis Grote und Daniel Frahn eine schlagkräftige Elf formen.

Die bisherigen vier Testspiele wurden zwar alle gewonnen, doch: „Wir müssen weiter an der Optimierung unserer Abläufe arbeiten. Bisher ziehen alle voll mit“, sagte der Coach. Aber auch im wirtschaftlichen Bereich gibt es für den CFC nach wie vor viel zu tun. Denn die Lizenz gab es erst im zweiten Anlauf. „Die Erteilung der Lizenz gibt uns überhaupt die Möglichkeit, weiter an der Neustrukturierung  und Sanierung des CFC zu arbeiten“, sagte der neue kaufmännische Geschäftsführer Lars Schauer.

FC Rot-Weiß Erfurt: Der FC Rot-Weiß Erfurt setzt in seiner zehnten Drittliga-Saison vorwiegend auf junge tatendurstige Spieler. Insgesamt wurden elf neue, fast alle unter 23 Jahre alt, geholt. Zehn Spieler sind gegangen, darunter Leistungsträger wie Mario Erb, Janis Nikolaou, Sebastian Tyrala und Okan Aydin. Nun sollen die erfahrenen Philipp Klewin, Jens Möckel, Andre Laurito, Daniel Brückner und Carsten Kammlott die Jungen führen. „Wir wollen so früh wie möglich den Klassenerhalt sichern und nichts mit dem Abstieg zu tun haben“, sagte Trainer Stefan Krämer zum Saisonziel. Derzeit fehlen die verletzten Theodor Bergmann, Alexander Ludwig und Tugay Uzan.

Die wirtschaftlichen Bedingungen sind nach wie vor angespannt. Zwar steht ein Etat von 2,7 Millionen Euro zur Verfügung, weitere Leistungsträger waren aber nicht finanzierbar. In den Testspielen gab es bisher vier Siege und eine Niederlage. An diesem Wochenende steht mit dem Turnier mit Ligakontrahent FC Carl Zeiss Jena, Bundesligist Hertha BSC und dem Zweitligisten VfL Bochum ein Härtetest an.

Hallescher FC: Die Ansage von Halles Präsident Michael Schädlich ist eindeutig: „Platz sieben bis fünf“ sei ein „ambitioniertes Ziel“. Um in solche Regionen vorzustoßen, muss der HFC die zuletzt mangelnde Torausbeute vergessen machen. Richten sollen das vor allem Petar Sliskovic und Mathias Fetsch. Der in der Vorsaison ausgeliehene Sliskovic konnte sich in den Testspielen, die der HFC bei unterklassigen Vereinen fast durchgängig zweistellig gewann, bisweilen als sechsfacher Torschütze feiern lassen. Der mit viel Vorschusslorbeeren von Neu-Zweitligist Holstein Kiel gekommene Fetsch gilt als Königstransfer des HFC.

Ebenfalls neu verpflichtet wurden die Verteidiger Braydon Manu, Niklas Landgraf und Hendrik Starostzik sowie Mittelfeldspieler Daniel Bohl. Beim Saisonauftakt gegen den SC Paderborn muss Trainer Rico Schmitt auf seinen verletzten Kapitän Klaus Gjasula verzichten. In große Fußstapfen tritt Oliver Schnitzler, der Torhüter Fabian Bredlow (Nürnberg) als Nummer 1 folgen will.

FC Carl Zeiss Jena: Aufsteiger FC Carl Zeiss Jena hat für die Rückkehr in den bezahlten Fußball bislang mit Keeper Jo Coppens, Abwehrspieler Marius Grösch, den Mittelfeldakteuren Justin Schau, Maximilian Weiß und Jan Löhmannsröben fünf Neue geholt. Zu den sieben Abgängen zählt Stürmer Bédi Buval, den Jena gern gehalten hätte. „Wir sind noch auf der Suche auf zwei bis drei Positionen. Wir sondieren den Markt, auf den sicher noch jede Menge Bewegung kommen wird“, sagte Sportdirektor Kenny Verhoene. In den bisherigen Testspielen gab es zuletzt am Dienstagabend ein 1:4 gegen den belgischen Erstligisten Sint-Truiden. „Wir wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben“, sagte Trainer Mark Zimmermann danach. Zuvor hatte sein Team vier Duelle gewonnen. An diesem Wochenende wartet auf Jena beim Thüringer Mediencup noch Zweitligist VfL Bochum und tags darauf Erstligist Hertha BSC.

1. FC Magdeburg: Neun Neuzugänge muss Trainer Jens Härtel beim 1. FC Magdeburg integrieren. Mit Philipp Türpitz und Dennis Erdmann wurden zwei potenzielle Leistungsträger verpflichtet. Dazu kam Mittelfeldmann Andreas Ludwig vom FC Utrecht und eine Handvoll Nachwuchsleute, darunter zwei Torhüter. Separates Teambuilding wie im Vorjahr gab es nicht, dafür wurden im Trainingslager die Zimmerpartner durchgemischt: Jeder Neuzugang teilte sich das Zimmer mit einem Etablierten. Das Kennenlernen soll so erleichtert und Grüppchenbildung verhindert werden. Insgesamt können die Elbestädter mit der Vorbereitung zufrieden sein.

Vor dem abschließenden Test gegen den FC Erzgebirge Aue am Sonntag standen fünf Siege, ein Unentschieden und nur eine Niederlage zu Buche. Beim Saisonziel übt sich der FCM fast schon traditionell in Zurückhaltung. „Wir starten mit null Punkten und brauchen deshalb erst mal 45 Zähler und entsprechend viele Siege“, sagte Härtel.

FC Hansa Rostock: Nach dem Umbruch in der Sommerpause - 16 Spieler kamen, 17 gingen - muss sich gute eine Woche vor Ligastart bei den Sportfreunden Lotte das Team von Neu-Trainer Pavel Dotchev erst noch finden muss. „Wir müssen eine Einheit werden“, forderte der 51-Jährige Deutsch-Bulgare bei Dienstantritt und reiste mit dem Team erstmals seit drei Jahren wieder in ein Sommertrainingslager. In allen Mannschaftsteilen gibt es Konkurrenzkämpfe um die Startelf-Plätze.

Das Gerüst sollen Oliver Hüsing, Amaury Bischoff und Soufian Benyamina bilden. Der frühere Torjäger Marcel Ziemer wurde von Dotchev zur Bewährung in die zweite Mannschaft geschickt, trainiert aber wieder mit den Profis. Monatelang fehlen wird der verletzte Mittelfeldspieler Christopher Quiring. Mit einigen klaren Siegen gegen unterklassige Teams und dem achtbaren 1:1 gegen den dänischen Erstligisten Aalborg BK hat Hansa ein ordentliches Arbeitszeugnis abgelegt. „Natürlich ist noch Luft nach oben, aber wir haben auch noch ein bisschen Zeit“, sagte Hüsing. Letzter Gradmesser vor dem Pflichtspielauftakt wird Bundesligist VfL Wolfsburg sein.

FSV Zwickau: Anderthalb Wochen vor dem Saisonstart findet der FSV Zwickau immer besser zu seiner Form. Der Vorjahres-Fünfte hatte in den ersten Trainingstagen nach der Sommerpause viel experimentiert. Trainer Torsten Ziegner ließ unter anderem die Dreierkette üben, nahm davon aber nach einem 2:2 im Testspiel gegen Regionalligist Nordhausen wieder Abstand. „Wir haben gemerkt, dass die Viererkette besser zu uns passt. Meine Spieler fühlen sich in diesem System sicherer“, sagte Ziegner nach dem fünftägigen Trainingslager in Bad Blankenburg.

In den Testspielen gegen Oberligist Gera (7:0) und Regionalligist Schweinfurt (3:1) ließen die Zwickauer kaum Chancen zu.   Bis zum Saisonstart am 23. Juli beim Chemnitzer FC will Ziegner auch seine Startelf gefunden haben. „Auf vier, fünf Positionen bin ich mir noch unschlüssig. Die verbleibenden Einheiten und Testspiele gegen Dukla Prag sowie beim VFC Plauen werden sehr interessant“, sagte der 39-Jährige. Verzichten muss der FSV in den kommenden Wochen auf Verteidiger Alexander Sorge (Einzeltraining nach Knieverletzung).

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