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Dritte Bundesliga

19. Oktober 2017 | 07:30 Uhr

Dem Fußball treu geblieben

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Ex-Schiedsrichter Bernd Heynemann feiert heute seinen 60. Geburtstag

svz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 00:33 Uhr

An den Sommer 1998 erinnert sich Bernd Heynemann noch heute liebend gerne zurück. „Das war meine schönste Zeit. Es zur WM nach Frankreich zu schaffen, war wirklich fantastisch“, sagte der ehemalige Schiedsrichter. Mittlerweile hat er etwas Abstand vom Fußball gewonnen, kickt in der Freizeit aber noch bei den Alten Herren des Polizeisportvereins in Magdeburg.

Seinen 60. Geburtstag am heutigen Mittwoch feiert der Ex-FIFA-Referee ganz entspannt. „Es ist ja gleichzeitig auch der zehnte Hochzeitstag mit meiner Frau, deswegen verreisen wir und feiern dann am Wochenende im kleinen Kreis bei uns zu Hause“, sagte Heynemann. Große Empfänge, vielleicht sogar hoch offiziell im Magdeburger Rathaus, seien nicht mehr in seinem Sinne, „ich stehe ja mittlerweile auch nicht mehr so in der Öffentlichkeit“.

Früher war das anders. Heynemann war bei den Unparteiischen in der Bundesliga eine feste Größe (151 Einsätze), pfiff später auf internationaler Klubebene (42 Europapokalspiele) und wurde nach dem Einsatz bei der EM 1996 in England vor 16 Jahren für die Weltmeisterschaft 1998 nominiert. „Ich habe die Spiele zwischen Kolumbien und Tunesien sowie Norwegen und Italien gepfiffen. Dort mit den Mannschaften einzulaufen, war wirklich wunderbar“, erinnert sich Heynemann.

Im gleichen Jahr wurde er als deutscher Schiedsrichter des Jahres ausgezeichnet. Seine lange Laufbahn, die 1980 in der DDR-Oberliga begann, endete wegen der Bundesliga-Altersgrenze von 47 Jahren bereits 2001, trotzdem pfeift Heynemann, Träger des Bundesverdienstkreuzes, auch heute weiterhin gerne bei Benefizspielen oder Hallenturnieren. „Ich verfolge auch die Bundesliga aktiv vor dem Fernseher, manchmal bin ich auch noch selbst im Stadion vor“, sagte Heynemann, der auch schon als Punktrichter beim Boxen arbeitete.

Genauso besucht er in seiner Heimatstadt regelmäßig die Begegnungen des 1. FC Magdeburg in der Regionalliga Nordost. Heynemann hofft, dass sich der einstige Europapokalsieger in den nächsten „zwei bis drei Jahren“ wieder in der Profifußball hocharbeiten kann. „In diesem Jahr sieht es leider wieder mal nicht so gut aus“, sagte Heynemann. Der FCM hat als Zweiter sieben Punkte Rückstand auf Spitzenreiter TSG Neustrelitz.

Für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) arbeitet Heynemann seit 2010 nicht mehr als Beobachter, nachdem es Unstimmigkeiten mit dem Verband gegeben hatte. Doch damit hat der Hobby-Golfer abgeschlossen und wechselte nach der Fußballzeit in die Politik. Ab 2002 saß Heynemann sieben Jahre für die CDU im Deutschen Bundestag und scheiterte 2009 schließlich bei seinem dritten Versuch. Mitglied des Magdeburger Stadtrats ist der Diplom-Betriebswirt seit 1999 und war zudem Teil des Landesvorstands der CDU in Sachsen-Anhalt. Über fehlende Beschäftigung kann sich Heynemann nicht beklagen - und fühlt sich deswegen auch längst nicht so alt wie er ist. „60 ist doch heute kein Alter mehr. Ich fühle mich auch nicht so, wie man es sich mit 60 vielleicht vorstellt“, sagte Heynemann: „Ich bin fit, und das bleibt hoffentlich noch lange so.“

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