Regionalliga-Reform : Wird die 3. Liga aufgestockt?

Am Dienstag treffen sich Vertreter der Drittligisten und der Viertligaclubs aus dem Norden, Nordosten und Bayern, um über die Regionalliga-Strukturreform zu beraten. Auf dem Tisch liegen mehrere Lösungsansätze.

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18. März 2019, 15:45 Uhr

Die geplante Reform der Fußball-Regionalliga sorgt seit Monaten für Unmut. Am Dienstag beschäftigen sich Vertreter der Drittligisten sowie der Regionalligavereine aus dem Norden, Nordosten und Bayern bei einem gemeinsamen Treffen in Landsberg in Sachsen-Anhalt mit dem heiklen Thema. Die Deutsche Presse-Agentur beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Wie gliedert sich die Regionalliga?
Seit der Einführung der 3. Liga zur Saison 2008/09 ist die Regionalliga die vierthöchste Spielklasse im deutschen Fußball. Zunächst wurde in drei Staffeln gespielt, seit 2012 in fünf: Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern.

Wie sieht die Aufstiegsregelung aus?
Bis zum Ende der vergangenen Saison gab es drei Aufsteiger, die in Playoff-Spielen zwischen den fünf Staffelsiegern und dem Zweiten aus dem Südwesten ermittelt wurden. Weil dadurch jedes Jahr mindestens zwei Staffelsieger nicht aufsteigen konnten, forderten die Regionalligavereine eine Reform. Der DFB beschloss deshalb auf seinem Bundestag 2017, die Anzahl der Regionalligen perspektivisch auf vier zu reduzieren.

Um künftig allen Staffelsiegern den Aufstieg zu garantieren, soll gleichzeitig die Anzahl der Drittliga-Absteiger von drei auf vier erhöht werden. Dies gilt als Übergangslösung bereits für diese und die nächste Saison, in der jeweils drei Staffel-Erste aus der Regionalliga direkt aufsteigen und die übrigen zwei in Hin- und Rückspielen den vierten Aufsteiger ermitteln.

Was passiert ab der Saison 2020/21?
Da auf dem Gebiet der Regionalligen West und Südwest rund 50 Prozent aller Vereine, Mannschaften, Fußballspieler und Einwohner Deutschlands angesiedelt sind, sollen sie auch die Hälfte der Aufstiegsplätze bekommen. Die Meister der beiden Staffeln würden direkt aufsteigen. Über die Zukunft der Regionalligen Nord, Nordost und Bayern wird am Dienstag in Landsberg beraten. Die Vertreter sollen sich darauf einigen, wie die Regionalligen in ihrem Gebiet zukünftig aufgeteilt sein sollen.

Welche Lösungsansätze gibt es?
Die vom DFB favorisierte Variante: Der Nordosten wird geteilt, Thüringen und Sachsen würden der Regionalliga Bayern zugeordnet und der restliche Bereich des Nordostens mit der jetzigen Nord-Staffel zusammengelegt. Die Drittligisten haben sich mit einer Gegenstimme von Energie Cottbus für dieses Modell ausgesprochen.

In den drei betroffenen Regionalligen ist der Widerstand allerdings enorm. „Wenn die Nordost-Staffel aufgelöst werden sollte, wäre das eine Katastrophe und eine fatale Fehlentscheidung“, sagte Volkhardt Kramer, Manager des VfB Auerbach.  Sein Alternativ-Vorschlag: Die Regionalligen Nord, Nordost und Bayern bleiben bestehen. Durch das rotierende System aus drei Meistern werden weiterhin zwei Aufsteiger ermittelt. Die jeweiligen Staffelsieger würden immer im Wechsel aufsteigen, die jeweils anderen beiden Meister eine Relegation ausspielen.

Nord-Regionalligist VfB Lübeck bringt eine dritte Alternative ins Spiel. „Wir sind der Überzeugung, dass derzeit nur eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Teams mit dann fünf Absteigern und unter Beibehaltung von fünf Regionalligen die Lösung der meisten Probleme ist. So würde dem Ursprungsgedanken der Reform 'Alle Meister müssen aufsteigen' Rechnung getragen werden.“

Was passiert, wenn es zu keiner einvernehmlichen Lösung kommt?
Die Entscheidung würde dann möglicherweise durch den DFB erfolgen. Eine Reform soll spätestens beim DFB-Bundestag am 27. September verabschiedet werden.

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