Der Osten feiert seinen Weltmeister

Es ist geschafft! Toni Kroos (18) jubelt nach dem Schlusspfiff.
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Es ist geschafft! Toni Kroos (18) jubelt nach dem Schlusspfiff.

Ehrung für Toni Kroos angeregt: In Greifswald wurde die Diskussion zur Umbenennung des Stadions angestoßen

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14. Juli 2014, 18:03 Uhr

Unmittelbar nach dem WM-Titel für die deutschen Fußballer wird in Mecklenburg-Vorpommern über eine Ehrung des Mittelfeldspielers Toni Kroos nachgedacht. Der CDU-Landtagsabgeordnete Egbert Liskow schlug die Verleihung des Landesverdienstordens an Kroos vor. Toni Kroos sei ein sympathischer Botschafter für Mecklenburg-Vorpommern und Greifswald. Mit zwei Toren und vier Torvorlagen habe er großen Anteil am WM-Titel, sagte Liskow. Kroos wurde 1990 in Greifswald geboren, lebte und trainierte dort bis 2002. Dann ging er nach Rostock und wechselte 2006 zum FC Bayern München.

In Greifswald stieß die Junge Union bereits eine Diskussion über die Umbenennung des Volksstadions an – die erste Spiel- und Trainingsstätte des Nationalspielers. Der Greifswalder Innenstadtverein kann sich laut Radiosender „Ostseewelle Hit-Radio Mecklenburg-Vorpommern“ auch die Umbenennung einer Straße oder die Ehrenbürgerschaft für Kroos vorstellen. Greifswalds Oberbürgermeister Arthur König (CDU) beginnt bescheidener und bittet um den Eintrag ins Goldene Buch der Stadt. „Wir schicken Toni Kroos eine Einladung nach Greifswald mit der Bitte, uns einen Termin vorzuschlagen. Ich hoffe, dass dann auch viele Sportbegeisterte zum Rathaus kommen, um ihm zu gratulieren“, sagte König.

Glückwünsche gingen noch in der Nacht von Greifswald nach Rio: Hartmut Schmidt, Kroos erster Trainer, gratulierte ihm unmittelbar nach Spielende per SMS. „Das Final-Spiel war ein Krimi“, sagte Schmidt. „Den Titel haben die Jungs verdient. Sie haben eine tolle WM gespielt.“ Von dem Vorschlag, das Stadion umzubenennen, halte er aber nichts. Das Volksstadion solle aus Tradition den angestammten Namen behalten. Das Spiel hat sich der 60-Jährige, der zwischen 1996 und 2000 zusammen mit Wolfgang Töllner (56) den kleinen Toni trainierte, allein zu Hause mit seiner Frau angesehen. Public Viewing sei nicht sei Ding, sagte er. „Da schwatzt immer jemand dazwischen.“ Dass sein einstiger Schützling jetzt Weltmeister ist, sei für ihn ein sehr emotionaler Moment.

Viele Mecklenburger und Vorpommern hatten sich zum „Rudelkieken“ des Endspiels getroffen. Mit Böllern, Feuerwerken und Autokorsos in Rostock und Neubrandenburg feierten Tausende Fußballfans dann auch in der Nacht zu Montag den Sieg der deutschen Nationalmannschaft. Auf den zehn Aida-Kreuzfahrtschiffen sahen rund 25 000 Passagiere und Crew-Mitglieder das Spiel in der Live-Übertragung. Am Rande der Veranstaltungen kam es zu kleineren Zwischenfällen. In Schwerin musste die Polizei beim Public Viewing auf der Freilichtbühne eingreifen, wo 3700 Zuschauer das Spiel verfolgten.

Gegen einen 31-Jährigen wurde eine Anzeige wegen fahrlässiger Körperverletzung aufgenommen. Er soll nach Abpfiff des Spiels einen Böller geworfen haben. Zwei Menschen ließen sich behandeln, ein Mann kam mit einer Augenverletzung ins Klinikum. In Rostock sprühten zwei Unbekannte einem Fan Pfefferspray ins Gesicht und rissen ihm sein Deutschland-Shirt aus der Hand. Im Stadtteil Dierkow zündeten Anhänger des deutschen Teams auf ihrem Balkon in der sechsten Etage ein Feuerwerk, das außer Kontrolle geriet. In Güstrow und Neubrandenburg feierten die Fans Polizeiangaben zufolge friedlich.




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