Vizemeisterschaft als Ziel : Auf Königsklassen-Kurs: Schalke will Zweiter werden

Die Schalker Profis feiern nach dem Spiel in Mainz den 1:0-Sieg.
Die Schalker Profis feiern nach dem Spiel in Mainz den 1:0-Sieg.

Schalke 04 bleibt auf Kurs Champions League. Vier Siege in Serie haben das königsblaue Selbstvertrauen gestärkt. Sportvorstand Heidel richtet eine Kampfansage an die Konkurrenz. Trainer Tedesco übt sich dagegen (noch) in öffentlicher Zurückhaltung.

svz.de von
11. März 2018, 11:37 Uhr

Die nicht ganz ernst gemeinte Vorgabe von Nationalspieler Leon Goretzka für das Torwandschießen im ZDF-Sportstudio war für Domenico Tedesco unlösbar.

Den Wunsch von Sportvorstand Christian Heidel nach der Rückkehr in die Königsklasse würde der Trainer des FC Schalke 04 dagegen nur allzugern erfüllen. «Wir streben nach Perfektion. Also erwarte ich sechs Treffer», hatte Goretzka nach dem 1:0-Sieg beim FSV Mainz 05 seinem Trainer mit auf den Weg gegeben. Zwei Bälle versenkte Tedesco am Samstagabend und zeigte sich damit immerhin treffsicherer als seine Schützlinge am Vortag.

Weil es dank eines Geniestreichs von Daniel Caligiuri (55. Minute) dennoch zum vierten Sieg in Serie gereicht hatte, sendete Heidel eine Botschaft an die Konkurrenz im Kampf um die Champions-League-Plätze: «Wir sind auf dem zweiten Rang und haben nicht vor, uns zu verschlechtern. Wir werden alles dafür tun, möglichst alle ausstehenden Spiele zu gewinnen. Dann bleiben wir Zweiter.»

Solch forsche Töne vermeidet Tedesco in der Öffentlichkeit, auch wenn er das gleiche Ziel verfolgt. Immerhin haben sich die Königsblauen mit 46 Punkten in der Fußball-Bundesliga als erster Anwärter auf die Vizemeisterschaft hinter dem enteilten FC Bayern München etabliert. «Wir schauen grundsätzlich nicht auf die Tabelle und versuchen, das Thema Champions League in den Hintergrund zu rücken. Wir fokussieren uns auf die Dinge, die wir in der täglichen Arbeit beeinflussen können», sagte Tedesco im ZDF.

Damit ist er ausreichend beschäftigt, denn trotz des Tabellen-Hochs besitzen die Gelsenkirchener noch kein spielerisches Spitzenformat. «Man hätte klarer sehen müssen, dass wir oben stehen und sie unten. Der nächste Schritt muss sein, solche Mannschaften spielerisch zu dominieren», räumte Goretzka nach der Partie gegen den Tabellen-16. aus Mainz selbstkritisch ein.

Vor 30 655 Zuschauern war vielmehr Maloche angesagt. «Mainz kämpft um die Existenz, das ist Abstiegskampf pur. Das haben wir angenommen, dabei aber das Fußballspielen etwas vernachlässigt», analysierte Goretzka das vor allem in der ersten Halbzeit unansehnliche Spiel.

Doch was die Mannschaft auszeichnet, sind Wille und Einsatzbereitschaft. «Wir haben in der zweiten Halbzeit auf Abstiegskampfmodus umgeschaltet. Das brauchst du in solchen Duellen, sonst wirst du aufgefressen», sagte Tedesco. «Wir wissen, dass wir noch viel Luft nach oben haben. Umso schöner ist es, wenn wir schlecht spielen und gewinnen.»

Den Mainzern tat dies richtig weh, standen sie nach dem 400. Bundesligaspiel ihrer Vereinsgeschichte doch mit leeren Händen da. Heidel, der vor seinem Wechsel nach Schalke im Sommer 2016 fast 25 Jahre lang als Manager die Geschicke der Rheinhessen lenkte, tat dies fast schon leid. «Natürlich freue ich mich über den Sieg, aber es ist nicht so, dass ich gerne gegen Mainz gewinne», sagte er. «Ich mache mir schon Gedanken darüber, wie es hier weitergeht. Ich wünsche Mainz alles Gute, dass sie die nötigen Punkte holen.»

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