Premier League : Kracher: Spitzenreiter Liverpool empfängt Meister Man City

Bleibt vor dem Kracher gegen Manchester City gelassen: Liverpools Trainer Jürgen Klopp. /PA Wire/dpa
Bleibt vor dem Kracher gegen Manchester City gelassen: Liverpools Trainer Jürgen Klopp. /PA Wire/dpa

Tabellenführer FC Liverpool empfängt im Spitzenspiel der Premier League den Titelverteidiger Manchester City. Mit einem Sieg könnte Jürgen Klopps Team den Vorsprung auf neun Punkte erhöhen. Von einer Vorentscheidung am 12. Spieltag will aber noch niemand sprechen.

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08. November 2019, 15:35 Uhr

Es ist ein Premier-League-Duell der Superlative, ein Fußballkracher. Ungeschlagener Spitzenreiter empfängt Tabellenzweiten, der Champions-League-Sieger den englischen Meister, Pokalsieger und Ligapokal-Gewinner. An der Seitenlinie zwei Startrainer: Jürgen Klopp und Pep Guardiola.

Dennoch bleibt Liverpool-Coach Klopp vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Manchester City gelassen. «Wenn wir die Partie am Wochenende gewinnen, aber danach kein Spiel mehr, dann hat das überhaupt keinen Wert», sagte er dem Sender Sky Sports. «Es ist ein riesiges Spiel, aber an den Diskussionen drumherum beteilige ich mich nicht.»

Die Premier-League-Saison hat 38 Partien. Trotzdem ist vor dem 12. Spieltag in manchen britischen Medien schon von einer möglichen Vorentscheidung im Titelkampf zu lesen. Zu früh, findet auch Manchester-City-Mittelfeldspieler Ilkay Gündogan. «Egal wie die Partie ausgehen wird, das Duell wird die Meisterschaft nicht vorzeitig entscheiden», sagte der DFB-Profi der Deutschen Presse-Agentur. «Dafür kann man zum Beispiel um den Jahreswechsel herum viel zu schnell mal fünf oder sechs Punkte liegen lassen.»

Das bestätigt Klopp. «Die heftigste Phase des Jahres kommt erst noch», betonte er. «Und wir denken nicht zu viel drüber nach, welchen Einfluss das (Spiel gegen Manchester City) auf den Rest der Saison haben wird.» Im Dezember hat Liverpool wegen der Club-WM einen sehr vollen Terminkalender und wird zwischendurch sogar innerhalb von 24 Stunden mit zwei unterschiedlichen Mannschaften im ungeliebten Ligapokal und bei der Club-WM in Katar antreten.

In der Liga haben die Reds bis auf ein Remis alle Spiele gewonnen, manche erst in allerletzter Minute, wie zuletzt beim 2:1 gegen Aston Villa. «Liverpool spielt in dieser Saison den bisher konstanteren Fußball und schafft es bislang, auch enge Spiele am Ende noch für sich zu entscheiden», räumte Gündogan ein, der mit City bereits zwei Niederlagen kassierte. Trotzdem meint der Nationalspieler, «dass ein Großteil unserer Spiele eigentlich sehr gut waren - mit attraktivem Fußball und nicht selten auch mit sehr deutlichen Siegen».

Die Bilanz der vergangenen Jahre spricht für die Gastgeber. In vier der letzten fünf Duelle in Anfield ging Liverpool gegen Man City als Sieger vom Platz - dreimal in der Liga, einmal in der Champions League. Das letzte Heimspiel gegen City im Oktober 2018 endete 0:0.

Vor dem nächsten Aufeinandertreffen beträgt der Vorsprung auf den Rivalen sechs Punkte. Bei Torjäger Mohamed Salah weckt das Erinnerungen an die Vorsaison und voreilige Titel-Prognosen. «Im Dezember letzten Jahres wurde auch darüber gesprochen, als wir sechs oder sieben Punkte vorn lagen», sagte der Stürmer im Sky-Sports-Interview und warnte: «Wenn man zwei Spiele verliert, bekommt man schon wieder Probleme.»

Damals wähnten viele die Liverpooler schon auf Meisterschaftskurs. Doch ausgerechnet auswärts bei Man City kassierte die Klopp-Elf ihre einzige Saison-Niederlage, die schließlich doch eine entscheidende war. Am Ende lag Liverpool einen Punkt hinter Meister City.

«Mit Blick auf die Tabelle sind wir uns dennoch bewusst, dass das Spiel natürlich sehr wichtig ist», sagte Gündogan nun. «Es ist aber so oder so ein sehr besonderes Spiel, denn ich sehe ich Moment kaum eine andere europäische Mannschaft, die besser ist als die beiden Mannschaften, die am Sonntag an der Anfield Road spielen werden.»

Manchester City muss im Topspiel auf Torwart Ederson verzichten. Ederson war im Champions-League-Spiel bei Atalanta Bergamo zur Halbzeit angeschlagen ausgewechselt worden. Wie lange der Brasilianer ausfällt, vermochte Guardiola nicht zu sagen. «Wir haben einen weiteren Torwart», sagte er mit Blick auf Ersatzkeeper Claudio Bravo. «Wir haben den Ligapokal dank Claudio gewonnen. Er ist ein außergewöhnlicher Keeper.» Gegen Bergamo hatte Bravo nach einer Notbremse die Rote Karte gesehen. Abwehrspieler Kyle Walker musste beim 1:1 für die letzten Minuten ins Tor.

Guardiola äußerte sich besorgt über die Sicherheitslage in Liverpool. Im April 2018 hatten Liverpool-Fans vor dem Champions-League-Viertelfinale die Straßen gesäumt, den Teambus von Man City mit Feuerwerkskörpern und Flaschen beworfen. «Hoffentlich passiert das nicht noch mal», sagte Guardiola zu Berichten, wonach Fans in sozialen Medien erneut zu einem «Busempfang» aufgerufen hatten. «Die Polizei wusste das vor dem Champions-League-Spiel und hat nichts gemacht», meckerte Guardiola. «Ich weiß nicht, ob sie jetzt etwas tun.»

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