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Ex-HSV-Spieler in Topform Guardiolas Alptraum: Heung-Min Son auf dem Weg zum Weltstar

Von Alexander Barklage | 18.04.2019, 19:05 Uhr

Bei den Tottenham Hotspurs wächst der ehemalige Hamburger Heung-Min Son langsam zu einem Top-Spieler heran.

Das denkwürdige Champions-League-Spiel am Mittwochabend zwischen Manchester City und den Tottenham Hotspurs wird als eines der dramatischsten Partien aller Zeiten in die Geschichte der Königsklasse eingehen. Nach einer spektakulären 4:3-Niederlage stehen die Tottenham Hotspurs dank der Auswärtstorregel zum ersten Mal seit 1962 wieder unter den besten vier Teams in der Champions League.

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Besonders im Fokus im Ethihad Stadium stand dabei ein alter Bekannter aus der Bundesliga: Heung-Min Son erzielte zwei der drei Tore für die Nordlondoner. Nicht erst nach dieser Leistung vom Mittwochabend ist er aktuell in Fußball-Europa in aller Munde. In den Geschichtsbüchern seines Klubs hat er sich bereits vor ein paar Tagen verewigt.

Son nach Halbfinaleinzug: "Kann mich gar nicht mehr erinnern"

"Wie das Spiel genau abgelaufen ist, daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern", stammelte Son ungläubig beim Interview mit Sky-Moderator Patrick Wasserziehr nach dieser verrückten Achterbahnfahrt. "Dieses Spiel vergisst man nie", fügte Son freudestrahlend an. Im Halbfinal-Hinspiel gegen Ajax Amsterdam muss der Südkoreaner allerdings passen. Son sah seine dritte Gelbe Karte im Wettbewerb und wird im Heimspiel am 30. April gesperrt zuschauen müssen. "Das wusste ich erst gar nicht. Es ist sehr schade, aber so ist Fußball," protokollierte er gewohnt nüchtern.

Genau diese schüchterne und vor allem höfliche Art wie Son sich auf und neben dem Platz gibt, macht den Südkoreaner so sympathisch. Doch ganz so schüchtern agiert Son auf dem Platz allerdings nicht. Ganz im Gegenteil. Heung-Min Son hat spätestens seit dieser Saison den Durchbruch zu einen der besten Spieler in der englischen Premier League geschafft. Son hat sich den Ruf als einer der variabelsten Offensivspieler in Englands Elite-Liga erarbeitet, ist technisch stark und mittlerweile auch im Abschluss zuverlässig. In 42 Partien erzielte der 26-Jährige 20 Tore und bereitete zehn weitere Treffer vor. In der Champions League schoss er in den vergangenen vier K.o.-Spielen vier Tore und ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass Tottenham im Halbfinale steht.

Ohne Stürmer Kane blüht Son auf

In der Endphase der Saison wird es vor allem auch auf Son ankommen, wie erfolgreich sein Verein abschneiden wird. Im Sturm der "Spurs" ist der Südkoreaner gesetzt. Zudem muss Trainer Mauricio Pochettino auf seinen Toptorjäger und Kapitän Harry Kane verzichten, der sich im Hinspiel gegen Manchester City verletzte und eventuell den Rest der Saison ausfallen wird. Es ist nicht das erste Mal, dass Son für Kane in die Bresche springen muss. Kane fehlte schon Anfang des Jahres verletzungsbedingt. In dieser Zeit blühte der Ex-Profi des Hamburger SV und von Bayer Leverkusen auf. Unter anderem traf Son beim 3:0 im Achtelfinal-Hinspiel der Königsklasse gegen Borussia Dortmund. Son profitiert davon, wenn Kane nicht dabei ist. Er hat dann mehr Freiheiten in der Offensive und kann in die Spitze ziehen, anstatt vom Flügel kommend um den Zentrumsstürmer Kane herum zu manövrieren. Es liegt auch an Son, dass das Team von Trainer Mauricio Pochettino ohne Kane statistisch sogar besser ist als mit ihm.

HSV, Leverkusen, Tottenham – Sons stetige Entwicklung

Seit 2010 spielt Son jetzt mittlerweile schon in Europa und seinen Anfang nahm alles beim Hamburger SV. Die Hanseaten holten den damaligen Teenager für ihre U-17-Mannschaft, doch schon schnell debütierte er in der Bundesliga. In 78 Ligaspielen traf er für die Rothosen 20 Mal und wurde schnell zum Objekt der Begierde für Bundesliga-Topclubs. Son entschied sich zu einem Wechsel nach Leverkusen (Ablöse rund 10 Millionen Euro), dort entwickelte er sich kontinuierlich weiter. Auch im Rheinland zeigte Son sein großes Potenzial und nach zwei Jahren unter dem Bayer-Kreuz und 29 Toren in 87 Partien nahm er das Angebot von Tottenham an. Kolportierte 30 Millionen Euro nahmen die Leverkusener für den Südkoreaner ein.

Erstes Tor im neuen Stadion

Seit 2015 spielt Son in der Premier League und auch bei den Nordlondonern scheint er immer besser zu werden. Einen Eintrag in die Geschichtsbücher des Vereins hat er bereits jetzt sicher, denn er war der erste Torschütze im neu eröffneten Tottenham Stadium als er im Ligaspiel gegen Crystal Palace das Tor des Tages erzielte.

Mit Tottenham hofft Son in der Champions League jetzt auf den ganz großen Coup. Im Halbfinale stehen sich dann am 30. April zunächst in London die beiden Überraschungsteams dieser Königsklassen-Saison gegenüber. Gegen Ajax Amsterdam geht es um den Einzug ins Champions League-Finale in Madrid am 1. Juni. Im nächsten Ligaspiel gastieren Son und Co. übrigens wieder im Ethihad Stadium von Manchester. Es geht erneut gegen Pep Guardiolas Manchester City. In der Premier League kämpfen die "Spurs" auf Platz drei liegend noch um die Champions League-Qualifikation.

Twitter-Reaktionen nach Sons-Galavorstellung gegen Manchester City: