Zehn Trainer mit Deutschland-Erfahrung : Alte Gesichter vor neuen Aufgaben: Klassentreffen in der Champions League

Der ehemalige Bayernspieler Mark van Bommel trainiert PSV Eindhoven und hat am ersten Spieltag gleich eine anspruchsvolle Aufgabe zu bewältigen. Foto: imago/VI Images
Der ehemalige Bayernspieler Mark van Bommel trainiert PSV Eindhoven und hat am ersten Spieltag gleich eine anspruchsvolle Aufgabe zu bewältigen. Foto: imago/VI Images

Startschuss für die Champions League: Beim „Klassentreffen“ der besten Coaches kommt es zu interessanten Duellen.

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18. September 2018, 10:45 Uhr

Hamburg | DIE UNVERBRAUCHTEN

Die Trainer der vier diesjährigen deutschen Teilnehmer eint eines: mangelnde Erfahrung in der Königsklasse. Bei der TSG Hoffenheim und Schalke 04 stehen mit Julian Nagelsmann (31 Jahre ) und Domenico Tedesco (33) die zwei jüngsten Übungsleiter aller 18 Bundesligisten an der Seitenlinie – für sie ist die Champions League Neuland.

Champions-League-Premiere für Julian Nagelsmann (l.) und Domenico Tedesco. Foto: imago/Werner Schmitt
imago/Werner Schmitt
Champions-League-Premiere für Julian Nagelsmann (l.) und Domenico Tedesco. Foto: imago/Werner Schmitt

Niko Kovac, neu verantwortlich beim FC Bayern, lief für seinen heutigen Arbeitgeber und den Hamburger SV immerhin als Spieler einst zwölfmal im wichtigsten europäischen Fußballwettbewerb auf, erzielte zwei Treffer.

Niko Kovac. Foto: imago/ActionPictures
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Niko Kovac. Foto: imago/ActionPictures

BVB-Coach Lucien Favre scheiterte indes mit Mönchengladbach und dem OGC Nizza 2012 und 2017 zweimal in den Playoffs zur Gruppenphase, 2015 qualifizierte er sich mit den Borussen vom Niederrhein als Liga-Dritter auf direktem Wege. Doch das persönliche CL-Debüt endete peinlich: 0:3 verlor Gladbach beim FC Sevilla. Wenige Tage später legte Favre, gezeichnet von sechs Pflichtspielniederlagen am Stück, das Amt aus freien Stücken nieder.

Lucien Favre. Foto: imago/DeFodi
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Lucien Favre. Foto: imago/DeFodi

DER RÜCKKEHRER

Als erstes greift Titelkandidat FC Barcelona am frühen Abend ins Geschehen ein. Gast ist ein alter Bekannter in Katalonien, aber auch in der Bundesliga: Mark van Bommel fordert mit dem PSV Eindhoven den spanischen Weltklub heraus, bei dem der heute 41-Jährige bereits in der Saison 2005/06 unter Vertrag stand und in dieser Zeit den Champions-League-Titel errang. Zwei Monate darauf debütierte van Bommel für den FC Bayern auf der Bielefelder Alm, erzielte nach vier Minuten bereits seinen ersten Treffer. Doch Arminia kämpfte und drehte das Spiel gegen den Rekordmeister noch in ein 2:1.

 Mark van Bommel. Foto: imago/Pro Shots
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Mark van Bommel. Foto: imago/Pro Shots

DREI GESCHEITERTE

Paris SG, der SSC Neapel und der FC Liverpool – die martialische Umschreibung der „Todesgruppe“ trifft, den wohl chancenlosen Außenseiter aus Belgrad ausgenommen, sportlich auf Gruppe C zu. Freilich gehören zu einer solch exklusiven Besetzung auch starke Regisseure: Thomas Tuchel, der es sich in seiner Zeit bei Borussia Dortmund trotz starker Ergebnisse mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke verscherzt hatte und daraufhin gehen musste, leitet nun den Pariser Sternchen-Klub um die Superstars Neymar und Kylian Mbappé.

Thomas Tuchel. Foto: imago/PanoramiC
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Thomas Tuchel. Foto: imago/PanoramiC

Neapels Obmann Carlo Ancelotti vertritt einen sanften, väterlichen Ansatz als Trainer. Dieser bescherte ihm schon drei Champions-League-Titel – 2003 und 2007 mit dem AC Mailand, 2014 mit Real Madrid. Er coachte Topvereine in den fünf stärksten europäischen Ligen, holte 2017 mit dem FC Bayern den Meistertitel. Zu mehr sollte es nicht reichen, weil er den alternden FCB nicht entscheidend weiterentwickeln konnte. Zwei Monate später schmiss ihn der Klub nach einem 0:3-Debakel raus. Gegner damals: Paris SG.

Carlo Ancelotti. Foto: imago/Insidefoto
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Carlo Ancelotti. Foto: imago/Insidefoto

Vorjahresfinalist FC Liverpool setzt derweil weiterhin auf Lautsprecher Jürgen Klopp, der zuvor sieben Jahre lang beim BVB tätig war und heute Abend auf seinen damaligen Nachfolger Tuchel trifft. Er leistete an bislang allen Stationen überdurchschnittliche Arbeit, doch ihm fehlt auf internationaler Ebene das Finalglück: 2013 scheiterte er mit Dortmund am FC Bayern (1:2 nach Verlängerung), 2018 an Real Madrid (1:3) und 2016 auch im Endspiel der Europa League am FC Sevilla (1:3).

Jürgen Klopp. Foto: imago/Paul Marriott
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Jürgen Klopp. Foto: imago/Paul Marriott

DER PERFEKTIONIST

Er holte in seinem ersten Jahrzehnt als Trainer pro Spiel 2,3 Punkte, hat den zweitteuersten Kader der Welt und arbeitet stets mit höchster Akribie: Für Pep Guardiola kann es nur darum gehen, sich den „Henkelpott“ ein drittes Mal nach 2009 und 2011 zu sichern. Damals führte er den FC Barcelona zum Titel, jetzt soll es Englands beherrschender Vertreter Manchester City sein. Wie Ancelotti gelang es auch ihm nicht, den FC Bayern in seiner Amtszeit von 2013 bis 2016 an Europas Spitze zu bringen. Eine Rechnung offen hätte der Katalane übrigens mit Jürgen Klopp: Der beförderte ihn im Viertelfinale der vergangenen CL-Saison überraschend deutlich mit Ergebnissen von 3:0 und 2:1 aus dem Wettbewerb.

Pep Guardiola. Foto: imago/Sportimage
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Pep Guardiola. Foto: imago/Sportimage

DER UNBEKANNTE

Wenn Erik ten Hag Ajax Amsterdam Anfang Oktober in die Allianz Arena des FC Bayern begleitet, wissen nur wenige um die besondere Verbindung, die den Niederländer und die Roten umgibt. Er betreute zwischen 2013 und 2015 die Reserve der Münchener in der Regionalliga Bayern, verpasste den Aufstieg in die 3. Liga knapp. Hin und wieder ließ Pep Guardiola den 48-Jährigen in Länderspielpausen damals sogar das Training der Bundesliga-Elf leiten. Die Erfolgschancen werden seine Erfahrungen im Gastspiel beim übermächtigen Gegner aus München kaum erhöhen.

Erik ten Hag. Foto: imago/VI Images
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Erik ten Hag. Foto: imago/VI Images
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