Torfestival an der Weser : Werders Heimserie reißt: Leverkusen gewinnt mit 6:2

Sechs Mal durften die Leverkusener um (von links) Karim Bellarabi, Kevin Volland und Mitchell Weiser im Weserstadion jubeln. Foto: imago/Nordphoto
Sechs Mal durften die Leverkusener um (von links) Karim Bellarabi, Kevin Volland und Mitchell Weiser im Weserstadion jubeln. Foto: imago/Nordphoto

Leverkusen gewinnt auswärts mit 6:2 gegen Werder Bremen. Erstmals seit 16 Partien verliert Bremen damit ein Heimspiel.

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28. Oktober 2018, 19:52 Uhr

Bremen | Kevin Volland ballte die Fäuste, stieß einen energischen Schrei der Freude aus und umarmte seinen Leverkusener Mitspieler Wendell. Mit Konterfußball der Extraklasse hat Bayer 04 ausgerechnet bei den so heimstarken Bremern die sportliche Talfahrt gestoppt und Trainer Heiko Herrlich aus der Schusslinie genommen. Die Rheinländer gewannen am Sonntagabend in einem hochklassigen Spiel bei Werder mit 6:2 (3:0) und fügten den Norddeutschen damit die erste Heimniederlage seit der Amtsübernahme von Trainer Florian Kohfeldt Ende Oktober 2017 zu. Seitdem war Bremen in der Fußball-Bundesliga in 16 Spielen vor eigenem Publikum ungeschlagen geblieben.

"Wichtigen Aspekt des Fußballs komplett vergessen"

"Wir haben heute einen wichtigen Aspekt des Fußballs komplett vergessen, das war die Konterabsicherung", sagte Kohfeldt, "das ist bitter und tut weh. Aber es wird uns nicht umwerfen." Für Leverkusen war es nach zuletzt drei Partien ohne Sieg der erste Dreier. Vor 40.400 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion erzielten Kevin Volland (8. Minute), Julian Brandt (38.), Karim Bellarabi (45.), Kai Havertz mit einem Doppelpack (67./77.) und Aleksandar Dragovic (72.) die Treffer für die Gäste. Claudio Pizarro (60.) und Yuya Osako (62.) ließen die Gastgeber zwischenzeitlich wieder hoffen.

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Herrlich hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 2:3 in der Europa League in Zürich gleich auf vier Positionen verändert. So kehrte unter anderem Volland in die Sturmspitze zurück – ein Wechsel, der sich bereits in der achten Minute auszahlte. Nach feiner Vorarbeit von Bellarabi brauchte der Nationalspieler im Strafraum aus kurzer Distanz nur noch einzuschieben.

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Die Bremer benötigten eine Weile, um sich vom Rückstand zu erholen. Hinzu kam, dass Kohfeldt sein Team kurzfristig hatte umbauen müssen, weil Abwehrchef Niklas Moisander wegen muskulärer Probleme passen musste. Werder agierte daher in der Abwehr mit Dreierkette mit Sebastian Langkamp in zentraler Position und Marco Friedl auf der rechten Seite. Umstellungen, die dem sonst so stabilen Bremer Spiel überhaupt nicht bekamen. Da in dem verletzten Philipp Bargfede ein weiterer Stabilisator vor der Abwehr fehlte, wirkte die Defensive der Gastgeber ungewohnt wackelig.

Werder hinten viel zu offen

Allerdings versäumte es Bayer zunächst, daraus weiteres Kapital zu schlagen und die Partie frühzeitig zu entscheiden. Bellarabi (28.) und Havertz (29.) konnten bei Kontern erst nicht nachlegen. Doch Werder agierte defensiv im ersten Durchgang so indisponiert, dass die Gäste noch vor der Pause durch Brandt und Bellarabi scheinbar für die Vorentscheidung sorgten.

Nach dem Seitenwechsel brachte Kohfeldt in Publikumsliebling Pizarro einen weiteren Offensivspieler. Und die Einwechslung des 40 Jahre alten Routiniers zahlte sich aus. Nachdem die Bremer zunächst noch eine Schrecksekunde in Form eines Pfostenschusses von Bellarabi zu überstehen hatten (51.), sorgte Pizarro mit seinem ersten Treffer für Werder seit dem 10. März 2017 für das 1:3. Auch damals hatte der Peruaner gegen Leverkusen getroffen.

Nun war Werder wieder im Spiel und startete angetrieben von den Fans einen Sturmlauf. Als Osako den Anschlusstreffer erzielte, bebte das Weserstadion wie in besten Zeiten. Die Partie drohte nun zu kippen - doch dann schlug Super-Talent Havertz eiskalt zu und beendete mit dem 4:2 den Bremer Schwung. Die Partie war damit entschieden und die Gäste konnten das Ergebnis noch in die Höhe schrauben.

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