Europa-League-Gruppenphase : Duell der RB-Schwestern: Wer ist der bessere Dosen-Club?

Die Logos der beiden Vereine – eine Ähnlichkeit ist nicht zu übersehen. Foto: imago/Sepp Spiegl, imago/Eibner Europa
Die Logos der beiden Vereine – eine Ähnlichkeit ist nicht zu übersehen. Foto: imago/Sepp Spiegl, imago/Eibner Europa

Die RB-Clubs Leipzig und Salzburg treffen in der Gruppenphase der Europa League aufeinander. Beide Vereine verbindet mehr als nur der Name.

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20. September 2018, 15:18 Uhr

Leipzig | Wir gegen uns – so ähnlich muss es den beiden RB-Clubs Leipzig und Salzburg vor dem Duell in der Gruppenphase der Europa League vorkommen. Beide Clubs wurden von Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz gegründet, beide bekommen Millionen von Euro aus dem Getränkekonzern. Keine Frage, dass die Bezeichnung Schwesternclubs immer wieder gern verwendet wird, auch wenn man das bei beiden Vereinen nicht mehr gern hört. Oder hören darf. Denn um überhaupt international spielen zu dürfen, musste das einst so enge Konstrukt entflochten werden.

Eng miteinander verbunden

Ralf Rangnick, jetzt Trainer und Sportdirektor in Personalunion beim sächsischen RB-Ableger, war einst auch als Sportdirektor für die Österreicher mit zuständig. Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff war bis vor einem guten Jahr Head of Global Soccer und als dieser für alle Konzernclubs, also auch die in New York und Brasilien, verantwortlich. Erst als Rasen-Ballsport die Bundesliga stürmte und sich für die Champions League zu qualifizieren drohte, musste man bei Red Bull handeln.

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Denn die Regeln des europäischen Dachverbandes UEFA erlauben nicht, dass eine juristische oder natürliche Person Kontrolle oder Einfluss auf mehr als einen Verein haben darf. Mintzlaff gab sein Konzern-Amt auf, die Salzburger lösten sich aus der Konzern-Gesellschaft und haben nur noch Red Bull als Hauptsponsor. "Alle Kriterien wurden erfüllt", sagte UEFA-Wettbewerbsdirektor Giorgio Marchetti.

Die beiden Teams im Vergleich

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Es ist das erste direkte Aufeinandertreffen der beiden Clubs in einem Pflichtspiel. Schaut man auf die bisherige Saisonbilanz, ist Salzburg zumindest im Ligabetrieb erfolgreicher gestartet als Leipzig. Die Österreicher stehen nach sieben Spieltagen ungeschlagen mit 21 Punkten auf dem ersten Platz und haben bereits fünf Punkte Vorsprung auf dem Zweitplatzierten LASK aus Linz. Allerdings musste Salzburg bereits zum elften Mal eine Enttäuschung in der Qualifikation für die Champions League einstecken. In diesem Jahr scheiterte der Club an Roter Stern Belgrad. Leipzig hat in der Liga hingegen erst vier Punkte nach drei Spielen und steht auf Platz zehn. Allein vom Kader her gesehen gilt Leipzig aber trotzdem als Favorit in dem Duell. Die Klasse spiegelt sich auch im Kaderwert wider: Hier liegt Leipzig mit 316 Millionen Euro Marktwert laut transfermarkt.de deutlich vor Salzburg, das auf 103,4 Millionen Euro Marktwert kommt.

Sechs aktuelle Leipzig Spieler kickten auch für Salzburg

Nicht nur Rangnick selbst hat bereits Salzburg-Erfahrung: Gleich sechs aktuelle RB-Leipzig-Kicker trugen bereits das Salzburg-Trikot: Peter Gulacsi, Konrad Laimer, Dayot Upamecano, Stefan Ilsanker, Marcel Sabitzer und Kevin Kampl. Insgesamt folgten seit 2009 gleich 15 Kicker dem Lockruf von Rangnick nach Leipzig. Andersherum lief die Zusammenarbeit eher schleppend. Im Kader der Salzburger stehen mit Torhüter Philipp Köhn und Verteidiger Kilian Ludewig lediglich zwei ehemalige Leipziger. Und natürlich Trainer Marco Rose, aber der spielte einst für den 1. FC Lok Leipzig.

Salzburg ist auch der Verein, dem Leipzig bislang die meisten Ablösesummen überwiesen hat. Seit 2009 beläuft sich das Transfervolumen laut transfermarkt.de auf 53,8 Millionen Euro. Mit weitem Abstand folgt auf Platz zwei Bayer Leverkusen (21 Millionen Euro Transfervolumen) sowie auf Platz drei Paris Saint-Germain und HSC Montpellier mit jeweils 16 Millionen Euro Transfervolumen.

Diese Spieler wechselten von Salzburg nach Leipzig

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Es steckt also viel Brisanz in dem Duell, auch wenn niemand von einer möglichen Wettbewerbsverzerrung oder gar Stallorder etwas wissen will. Mintzlaff sprach von völligem Unsinn und begründete dies: "Allein der Gedanke an Absprachen zwischen zwei Vereinen ist nicht mit unseren Werten vereinbar." Salzburg-Trainer Rose meinte: "Wir haben eine Gruppe zu spielen, in der wir uns durchsetzen wollen. Und ein Gegner davon ist Leipzig. Dass das ein spezieller Gegner für uns ist, ist aber auch klar."

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Weil eben jeder dem anderen zeigen will, wer der bessere RB-Club ist. Und das in einer Partie, in der zwei fast identische Spielsysteme aufeinandertreffen. Ob das nun ein Vor- oder Nachteil für den objektiven Betrachter sein wird, kann kaum vorausgesagt werden. Konrad Laimer betonte jedenfalls: "Es werden zwei giftige und intensive Spiele. Ich freue mich." Auch wenn die Österreicher nach UEFA-Vorgaben gar nicht als RB Salzburg nach Leipzig kommen. In internationalen Wettbewerben muss der Club als FC Salzburg antreten.

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