Fußball bald fairer? : Videobeweis, Handspiel und Co.: Diese Regeln ändern sich zur neuen Saison

Die Handspiel-Regel sorgte für viel Diskussion in der vergangenen Saison.
Die Handspiel-Regel sorgte für viel Diskussion in der vergangenen Saison.

Handspiel, Auswechslungen, Münzwurf – in mehreren Bereichen gibt es ab dem 1. Juni neue Fußballregeln.

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29. Mai 2019, 15:34 Uhr

Düsseldorf | Der Videobeweis war das Gesprächsthema der Saison. Vor allem die Auslegung der Handspiel-Regel in der Fußball-Bundesliga sorgte bis zum letzten Spieltag für Unmut und stand heftig in der Kritik. Das International Football Association Board (IFAB) hat deshalb Regeländerungen beschlossen, die den Interpretationsspielraum für Schiedsrichter bei Handspielen verkleinern sollen.

Inwiefern ändert sich die Handspiel-Regel?

Die Handspiel-Regel sorgte für viel Diskussion. Foto: imago images / Camera 4
imago images / Camera 4
Die Handspiel-Regel sorgte für viel Diskussion. Foto: imago images / Camera 4

Vom 1. Juni an gilt: Jedes Tor, das mit der Hand oder dem Arm erzielt wird, ist irregulär – ob Absicht vorliegt oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Auch wenn ein Spieler mit der Hand oder dem Arm in Ballbesitz gelangt und sich dadurch einen klaren Vorteil verschafft – also beispielsweise anschließend ein Tor erzielt – soll in jedem Fall geahndet werden. Unabhängig von der Absicht liegt ebenso in der Regel ein Vergehen vor, wenn der Spieler seine Körperfläche unnatürlich vergrößert – etwa bei Armhaltung über Schulterhöhe. Es ist in der Regel kein Handspiel, wenn der Ball vom eigenen Körper oder vom Körper eines anderen Spielers an die Hand oder den Arm springt oder der Spieler sich im Fallen abstützt.

Gibt es bald Rote und Gelbe Karten für Trainer?

In Zukunft können auch Trainer und andere Offizielle genau wie die Spieler mit einer Gelben oder Roten Karte bestraft werden. Kann der Schuldige nicht ausgemacht werden, erhält automatisch der Chef-Trainer die Verwarnung bzw. den Innenraumverweis.

Welche Änderung gibt es beim Münzwurf vor dem Spiel?

Bislang durfte der Gewinner des Münzwurfs die Seite auswählen, von der seine Mannschaft spielen wollte. Nun darf der Gewinner zwischen Seitenwahl und Anstoß wählen.

Wo müssen ausgewechselte Spieler den Platz verlassen?

Um Zeitspiel zu verhindern, muss der ausgewechselte Spieler fortan das Feld an der nächstmöglichen Linie verlassen - das kann Torlinie oder Seitenauslinie sein. Das Abklatschen mit dem Einwechselspieler in Höhe der Mittellinie wird damit seltener.

Wechsel müssen nicht mehr auf Höhe der Mittellinie stattfinden. Foto: imago images/Jan Huebner
imago images/Jan Huebner
Wechsel müssen nicht mehr auf Höhe der Mittellinie stattfinden. Foto: imago images/Jan Huebner

Welche Spieler dürfen in der Mauer stehen?

Bei einem Freistoß in Tornähe dürfen sich die Spieler der ausführenden Mannschaft nicht mehr in die Mauer stellen. Sie müssen einen Meter Abstand halten. Vorausgesetzt: Die Mauer besteht aus drei oder mehr Abwehrspielern.

Foto: imago images / Team 2
imago images / Team 2
Foto: imago images / Team 2

Wie hat der Torhüter bei einem Elmeter zu stehen?

Der Torhüter muss beim Strafstoß künftig nur noch mit einem Fuß auf Höhe der Torlinie stehen, nicht mehr mit beiden Füßen.

Wann dürfen Spieler den Ball nach einem Abstoß annehmen?

Bisher musste der Ball immer erst den Strafraum verlassen, ehe er von einem Mitspieler berührt werden durfte. Jetzt dürfen Mitspieler ihn auch im Strafraum annehmen. Der Ball ist im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Gegenspieler dürfen allerdings erst außerhalb des Strafraums an den Ball.

Gibt es bald schneller ausgeführte Freistöße?

Freistöße dürfen auch dann schnell ausgeführt werden, wenn der Schiedsrichter noch eine Gelbe oder Rote Karte zeigen will. Die Verwarnung kann er bei der nächsten Spielunterbrechung nachholen, um somit eine mögliche Torchance nicht zu verhindern.

Foto: imago images / Contrast
imago images / Contrast
Foto: imago images / Contrast

Was passiert, wenn der Schiedsrichter angeschossen wird?

Der Schiedsrichter ist künftig nicht mehr "Luft". Bislang lief die Partie einfach weiter, wenn der Unparteiische vom Ball getroffen wurde. Fortan gilt: Wird er angeschossen und ändert damit die Spielrichtung bzw. den Ballbesitz oder geht der Ball dadurch sogar ins Tor, gibt es Schiedsrichter-Ball.

Wer bekommt den Schiedsrichter-Ball?

Es erhält künftig das Team den Ball vom Schiedsrichter, das zuletzt in Ballbesitz war.

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