Harsche Kritik von Spaniens Ex-Nationaltorwart : "Reyes verdient kein Andenken, als wäre er ein Held"

Das Auto von José Antonio Reyes brannte komplett aus.
Das Auto von José Antonio Reyes brannte komplett aus.

Nach dem tödlichen Autounfall von José Antonio Reyes haben Ermittler die Unfallursache offenbar herausgefunden.

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03. Juni 2019, 12:00 Uhr

Sevilla | Zwei Tage nach dem tödlichen Autounfall des früheren spanischen Fußball-Nationalspielers José Antonio Reyes ist die Unfallursache offenbar geklärt. Der Ex-Real-Madrid- und Arsenal-Spieler sei in seinem Luxuswagen mit 237 Stundenkilometern auf einer Autobahn in der Nähe seiner Heimatstadt Utrera unterwegs gewesen, als ein Reifen platzte, berichtete die Zeitung "Mundo Deportivo" am Montag unter Berufung auf Polizeiangaben. Das Auto sei von der Straße abgekommen, in eine Baustelle gerast und kurz darauf in Flammen aufgegangen, hieß es. Reyes wurde 35 Jahre alt.

Zweiter Cousin liegt noch im Krankenhaus

Spanischen Medienberichten zufolge besaß Reyes einen Fuhrpark, bestehend aus mehreren Luxuskarossen und Sportwagen. Aus einem Untersuchungsbericht der Polizei, der unter anderem der Zeitung "El Mundo" vorliegt, geht hervor, dass Reyes den Unfallwagen vermutlich seit längerer Zeit nicht genutzt habe. Dementsprechend sei das Auto schlecht gewartet und der Reifendruck für ein so hohes Tempo möglicherweise zu niedrig gewesen, heißt es darin.

Der ehemalige Spieler des FC Sevilla, der zuletzt beim Zweitligisten UD Extremadura gespielt hatte, war Medienangaben zufolge auf dem Rückweg vom Training. Bei dem Unfall war auch ein 23-jähriger Cousin ums Leben gekommen. Ein weiterer Cousin werde – entgegen anderslautender Meldungen vom Samstag – weiter schwer verletzt im Krankenhaus behandelt, berichtete die Zeitung "Marca". Zunächst hatte es geheißen, der Mann sei ebenfalls gestorben. Juan Manuel Calderón schwebe demnach nicht mehr in Lebensgefahr. Allerdings seien 60 Prozent seiner Haut bei dem Unfall verbrannt.

Am Sonntagabend hatten Fans und Wegbegleiter bei einer öffentlichen Totenwache im Stadion Sánchez-Pizjuán in Sevilla Abschied von dem Flügelspieler genommen.

José Antonio Reyes wurde nur 35 Jahre alt. Foto: imago/ZUMA Press
imago/ZUMA Press
José Antonio Reyes wurde nur 35 Jahre alt. Foto: imago/ZUMA Press

Kritische Worte fand Spaniens Ex-Nationaltorwart Santiago Canizares. Bei Twitter verurteilte er die Heldenverehrung Reyes', bei der vergessen werde, dass der 35-Jährige auf der Straße verantwortungslos gehandelt habe. Immerhin waren auf der Strecke 120 km/h erlaubt, während Reyes unerlaubterweise beinahe doppelt so schnell unterwegs war. "So über die Maßen schnell zu fahren ist verwerflich. Bei dem Unfall gab es neben dem Fahrer auch andere Opfer. Reyes verdient kein Andenken, als wäre er ein Held. Das heißt aber nicht, dass ich nicht bedauere, was passiert ist und dass ich nicht für seine Seele bete", schrieb Canizares, der einst gemeinsam mit Weltmeister Bodo Illgner bei Real Madrid als Torhüter spielte.

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