Brasilianer unter Druck : Vergewaltigungsvorwurf und Verletzung: Schwere Zeiten für Superstar Neymar

Neymar wechselte 2017 für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris St. Germain.
Neymar wechselte 2017 für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris St. Germain.

Bei der WM 2014 flossen Tränen der Enttäuschung – nun verpasst Neymar erneut ein wichtiges Turnier in Brasilien.

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06. Juni 2019, 13:45 Uhr

Rio de Janeiro | Die prekäre Situation von Brasiliens Fußball-Superstar Neymar hat sich binnen weniger Stunden noch einmal drastisch verschlechtert. Während der 27-Jährige im kanariengelben Trikot seiner Seleção nach einem Bänderriss bitterlich weinte und das Aus für die Copa América mit schmerzverzerrtem Gesicht beklagte, bekräftigte ein brasilianisches Model schwere Vorwürfe gegen den Profi. "Ich bin das Opfer einer Vergewaltigung", sagte sie am Mittwoch bei einem TV-Auftritt.

Neymar bestreitet Vorwürfe

Demnach sei Neymar aggressiv geworden und habe sie mit Anwendung von Gewalt zum Sex gezwungen. Neymar räumt Treffen mit der Frau ein, bestreitet aber ihre Vorwürfe. Es habe sich um "eine normale Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau" gehandelt, versicherte der Fußballer von Paris Saint-Germain. Zum TV-Interview der Frau beim Sender SBT sagte ein Sprecher von Neymar, er könne die Aussagen wegen der laufenden Ermittlungen nicht kommentieren.

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2019 ist bislang überhaupt nicht Neymars Jahr. Geplagt von einer Fußverletzung hatte der teuerste Spieler der Welt im Frühjahr lange aussetzen müssen und verpasste so die entscheidenden Spiele der Champions League. Nach der Rückkehr folgten ein mit einer Sperre geahndeter Ausraster im Pokalfinale, die entzogene Kapitänsbinde im Nationalteam und nun Vergewaltigungsvorwürfe sowie der geplatzte Traum von der Copa América im eigenen Land. Wie bei der WM 2014, als sich Neymar im Viertelfinale gegen Kolumbien schwer verletzte, wird der Fußball-Held des Landes zusehen müssen, wie seine Kollegen ohne ihn um den so sehr ersehnten Titel kämpfen.

Präsident Jair Bolsonaro äußert sich zu Neymar

"Aufgrund der Schwere der Verletzung" werde Neymar nicht an dem Turnier teilnehmen können, hieß es zum Bänderriss in der Mitteilung des Verbandes CBF. Der Stürmer war beim 2:0 gegen Asienmeister Katar am Mittwoch in Brasilia nach 20 Minuten ausgewechselt worden, nachdem er in einem Zweikampf einen Tritt gegen das rechte Bein erhalten hatte.

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Mit Tränen in den Augen ging Neymar vom Platz, er verließ noch vor Spielende an Krücken das Mane Garrincha Stadion. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP sei er am frühen Donnerstagmorgen in das Mannschaftshotel zurückgekehrt, nachdem ihm der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro einen Besuch abgestattet habe. Dieser verteidigte ihn auch gegen die Vorwürfe. "Er ist in einer schwierigen Phase, aber ich glaube ihm", sagte der wegen frauenfeindlicher und rassistischer Kommentare umstrittene Staatschef.

Sponsoren stehen zu Neymar

Die Brasilianerin wirft Neymar vor, sie am 15. Mai in einem Hotel in Paris in angetrunkenem Zustand vergewaltigt zu haben. Neymar bestritt dies und veröffentlichte bei Instagram den Chat-Verlauf zwischen ihm und der Frau sowie Fotos. Damit könnte er die Privatsphäre der Frau verletzt haben. Die Polizei lud ihn zu einer Vernehmung vor. Das Instagram-Video von Neymar ist inzwischen nicht mehr verfügbar.

Sein Verein PSG hat sich bislang nicht offiziell geäußert. Laut französischen Medienberichten haben die Verantwortlichen des Clubs auch erst am Samstagabend von den Vorwürfen erfahren. Sie stünden in regelmäßigem Austausch mit Neymars Vater, der aktuell ebenfalls in Brasilien ist. Zudem soll es nach Informationen der Zeitung "Le Parisien" täglich ein bis zwei Sitzungen in der Club-Zentrale geben. Aktuell gelte das Prinzip der Unschuldsvermutung, hieß es. Auch habe sich bislang kein Sponsor von Neymar distanziert.

Sportlich steht Mitfavorit Brasilien nun vor einer ganz großen Aufgabe. Der Druck vor dem Heimturnier ist - analog zur WM 2014 - ohnehin riesig und muss nun auch noch ohne den Schlüsselspieler bewältigt werden. Als "technisch gesehen unverzichtbar" hatte Trainer Tite vor Tagen noch seinen besten Spieler Neymar bezeichnet. Nun muss die Titelmission ohne ihn gelingen.

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