Beschwichtigung des Generalkonsul : Wegen Salut-Jubel: Drei Amateurclubs aus NRW vor Gericht

Der türkische Nationalspieler Merih Demiral mit dem Salut-Jubel nach dem 1:1 in Frankreich.
Der türkische Nationalspieler Merih Demiral mit dem Salut-Jubel nach dem 1:1 in Frankreich.

Drei Amateurvereine aus dem Kreis Recklinghausen müssen sich wegen des "Salut-Jubels" vor einem Gericht verantworten.

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17. Oktober 2019, 07:35 Uhr

Essen | Die umstrittenen Militär-Saluts mehrerer Fußballspieler aus Amateur-Vereinen sind nach Ansicht des türkischen Generalkonsuls Şener Cebeci falsch verstanden worden. Der Salut solle nicht als militärisches Symbol, sondern als "Gruß an alle Soldaten und ihre Verwandten" gesehen werden, sagte Cebeci bei einem Pressegespräch am Mittwoch in Essen.

Türkischer Generalkonsul kritisiert Verhängung von Geldbußen

In der Türkei habe der Gruß eine andere Bedeutung als in Deutschland. Demnach sei auch die Sperrung der Fußballspieler und die Verhängung von Geldbußen "nicht richtig", so Cebeci. Fotos, die die Gesten der Spieler dokumentieren, hatten in der Branche zuvor für massive Kritik gesorgt. Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) sprach von einer "Null-Toleranz-Politik". Solche Dinge entsprächen "in keiner Weise den Werten und Grundsätzen des Verbandes".

Drei Clubs in NRW müssen sich vor Gericht verantworten

Drei Amateurfußball-Clubs aus dem Kreis Recklinghausen müssen sich nun vor dem Verbandssportgericht verantworten. Der Kreisvorsitzende Hans-Otto Matthey bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass es sich dabei um die SG Hillen, um Genclikspor Recklinghausen und um die zweite Mannschaft der DTSG Herten handelt. "In einem Fall handelte es sich um die komplette Mannschaft, bei den anderen ging es um Gruppierungen von fünf bis sechs Spielern", sagte der Kreisvorsitzende Hans-Otto Matthey.

Amateurclub zeigt wenig Verständnis

Genclikspor, Tabellenführer der A-Klasse, zeigte wenig Verständnis. "Dass mit Geldstrafen oder Punktabzug gedroht wird, verstehe ich überhaupt nicht. Wo bleibt da die Meinungsfreiheit?", fragte der Vorsitzende Hakki Gürbüz. In der Kabine sei ein Foto mit türkischer Fahne gemacht worden, dabei hätten einzelne Spieler den Militärgruß gezeigt. "Aber das war als reine Gedenkminute für die verstorbenen Soldaten gedacht", sagte Gürbüz. Das entsprechende Foto habe der Verein inzwischen bei Facebook entfernt und sich "bei denjenigen entschuldigt, die sich dadurch angegriffen gefühlt haben".

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