Ärger um Schalke-Stürmer : Tedesco kritisiert di Santo scharf: Spieler entschuldigt sich nach Spiel

Einen Disput zwischen Trainer und Spieler erlebten die Zuschauer am Samstag auf Schalke. Fotos: imago/Revierfoto; dpa/Guido Kirchner
Einen Disput zwischen Trainer und Spieler erlebten die Zuschauer am Samstag auf Schalke. Fotos: imago/Revierfoto; dpa/Guido Kirchner

Schalke Coach Domenico Tedesco war vom Verhalten seines Stürmers Franco di Santo nach dessen Auswechselung enttäuscht.

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23. September 2018, 16:05 Uhr

Gelsenkirchen | Vier Pleiten, eine angeknackste Psyche und nun der erste große Zoff - nach dem desaströsen Saisonstart werden beim FC Schalke 04 mit dem heftigen Disput zwischen Domenico Tedesco und Franco Di Santo die ersten Gräben sichtbar. "Ich bin enttäuscht. Das ist auch respektlos gegenüber den Mitspielern", schimpfte der sonst so besonnene Trainer. Mit harschen Worten geißelte Tedesco nach dem verdienten 0:2 (0:1) gegen Bayern München das Verhalten seines Offensivspielers, mit dem er sich nach dessen Auswechslung in der 65. Minute einen heftigen Disput geliefert hatte. "Wir müssen den Stil wahren. Ein bisschen gute Erziehung wäre da nicht verkehrt."

Entschuldigung folgt prompt

Nach einer Aussprache am Sonntag sanktionierte der Verein den Argentinier. Das Strafmaß soll nach Vereinsangaben intern bleiben, ein kompletter Rauswurf des Argentiniers sei aber ausgeschlossen. Di Santo hatte zumindest Reue gezeigt und sich beim Coach, bei den Mitspielern und Fans entschuldigt. "Ich sehe ein, dass ich mich falsch verhalten habe. Und es gibt nichts, um meinen Fehler zu rechtfertigen", schrieb der 29-Jährige auf Twitter.

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Sein "heißes Blut" und sein "Wettbewerbsgeist" hätten ihn zu dieser Reaktion "verleitet". Er wolle „immer spielen" und "immer gewinnen", ergänzte er: "Ich bin Argentinier und gehe in jeden Zweikampf, als wäre es mein Leben. Aber das ist ein Mannschaftsspiel und nicht nur deshalb werde ich immer die Entscheidungen meines Trainer respektieren." Bei der Aussprache entschuldigte er sich persönlich.

Auch Tedesco reagiert heftig

Besonders verärgert zeigte sich Tedesco darüber, dass er Di Santo, den er immer "gepusht" und gefördert habe, mit den Fingern die Nummer "7" zeigte und so wohl signalisierte, dass der Trainer lieber Mitspieler Mark Uth hätte auswechseln sollen. "Wir sind auf und neben dem Platz einen saubere Truppe. Deswegen gibt es so etwas bei uns nicht", sagte Tedesco. Der 33-Jährige dementierte nicht, dass auch er heftig reagiert hatte und Di Santo mit den Worten "Halt die Fresse" harsch angegangen war.

Der Zoff kommt zur Unzeit. Vor dem Spiel am Dienstag beim SC Freiburg und dem folgenden Heimspiel gegen Mainz ist die Lage mit null Punkten am Tabellenende prekär genug. Dazu kommt die Verletzung von Weston McKennie, der auf unbestimmte Zeit ausfällt. Nach Clubangaben vom Sonntag erlitt der 20-Jährige aber nicht den zunächst befürchteten Beinbruch, sondern eine schwere Muskelprellung mit Einblutung am linken Unterschenkel.

Fährmann: "Scheiß-Situation"

Nun droht Tedesco gar die Einstellung des Schalker Negativ-Startrekords. Vor zwei Jahren war das Team mit Markus Weinzierl mit fünf Pleiten gestartet, landete am Ende auf Rang zehn. Die Parallelen sind unübersehbar. "Es ist eine Scheiß-Situation", räumte Torhüter Ralf Fährmann ein.

Besonders ärgerlich fand der Keeper, dass seine Elf durch den Kopfball von Rodriguez im vierten Spiel bereits das dritte Gegentor nach einer Ecke hinnehmen musste. "Die Standards müssen wir besser verteidigen. Letzte Saison waren das noch unsere Stärke. Jetzt müssen wir uns da rausboxen", sagte der Kapitän.

Zwar betonen alle, die Lage sei mit der vor zwei Jahren nicht vergleichbar, weil seinerzeit fast alles neu gewesen sei. Doch Heidel macht gerade dieser Umstand Sorgen, zumal man mit "anderen Zielen" in die Saison gegangen sei. "Nun haben wir eine gewachsene Mannschaft, wir haben sie mit dem Trainer zusammengestellt. Deshalb ist die Enttäuschung jetzt fast noch größer."

Noch besitzt der im Vorjahr gefeierte Tedeso als Trainer des Vizemeisters weiter Kredit. Doch die Ergebniskrise zehrt an den Nerven. Und Besserung ist kaum in Sicht. "Es gibt auf Schalke niemanden, der sich keine Sorgen macht. Das wäre auch abnormal", betonte Heidel, der den Coach dennoch weiter stützt: "Ich habe überhaupt keinen Zweifel, dass er souverän bleibt."

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