Fragwürdige Regelauslegung : Auswechslung nach 55 Sekunden: Warum das in China "normal" ist

Wen Junjie (l) spielt bei Tianjin Tianhai in der chinesischen Super League.
Wen Junjie (l) spielt bei Tianjin Tianhai in der chinesischen Super League.

In China wird ein Spieler nach nicht mal einer Minute ausgewechselt. Der Grund dafür ist ebenso fragwürdig wie kurios.

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17. Juni 2019, 15:11 Uhr

Tianjin | Normalerweise erfolgen Ein- und Auswechslungen im Fußball meist im letzten Drittel der regulären Spielzeit, beispielsweise aus taktischen Gründen, um einen Vorsprung über die Zeit zu retten oder um noch einmal einen frischen Spieler zu bringen und so neue Kräfte zu mobilisieren. In der chinesischen Super League ereignete sich am vergangenen Wochenende allerdings ein Kuriosum: Der junge Junjie Wen wurde bereits 55 Sekunden nach Anpfiff ausgewechselt – und der Grund dafür war keine Verletzung, denn Wen war topfit in die Partie gegangen.

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Die Szene ereignete sich bei der Partie zwischen den Erstligisten Tianjin Tianhai und Henan Jianye. Für den 22-jährigen Wen kam dessen Landsmann Shuai Pei (26 Jahre alt) in die Partie. Mit diesem angesichts der Spielzeit kurios anmutenden Wechsel umging der Tabellenletzte Tianjin Tianhai auf clevere Art und Weise eine bei vielen Clubs unbeliebte Regel.

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Was steckt dahinter?

Denn in der Super League ist es vorgeschrieben, dass mindestens ein chinesischer U23-Spieler in der Startelf steht. Wie lange dieser Spieler jedoch auf dem Feld bleiben muss, ist in den Statuten nicht festgelegt. Tianjin Tianhai nutzte diese Lücke im Regelbuch und nahm Wen nach Anpfiff direkt wieder vom Platz, um stattdessen den viel erfahreneren Pei ins Spiel zu bringen.

In der Super League ist dieses Vorgehen mittlerweile bei vielen Vereinen verbreitet, der Fall Wen bei Weitem nicht der erste in der laufenden Saison. Wie lange der chinesische Verband diese Praxis und das einhergehende Zunichtemachen einer Regel, die eigentlich den nationalen Fußball-Nachwuchs stärken soll, noch tolerieren wird, bleibt abzuwarten...

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