Wegen Clemens Tönnies : Schauspieler Lohmeyer kündigt Schalke-Mitgliedschaft: "Das ist absurd"

Peter Lohmeyer trägt weiterhin den FC Schalke 04 im Herzen, auf eine Vereinsmitgliedschaft verzichtet er jedoch.
Peter Lohmeyer trägt weiterhin den FC Schalke 04 im Herzen, auf eine Vereinsmitgliedschaft verzichtet er jedoch.

Deutliche Worte findet der 57-jährige Schauspieler für das Verhalten des Vereins und von Tönnies.

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13. August 2019, 06:02 Uhr

Düsseldorf | Schauspieler Peter Lohmeyer hat seine langjährige Mitgliedschaft beim FC Schalke 04 nach eigenen Angaben gekündigt. Als Grund gab der 57-Jährige seine Enttäuschung und Empörung über die als rassistisch kritisierten Äußerungen des Aufsichtsvorsitzenden Clemens Tönnies und den anschließenden Umgang damit im Verein an. Zuerst hatte das Magazin "11 Freunde" über den Vereinsaustritt des Schauspielers berichtet.

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"Tönnies hätte uns allen einen Gefallen damit getan, wenn er von seinem Amt zurückgetreten wäre. Drei Monate Amtsverzicht sind zu wenig", sagte Lohmeyer am Montag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Es waren rassistische Äußerungen", ergänzte Lohmeyer, der sich zur Zeit in Salzburg aufhält.

Schalke 04 sei immer ein Vorreiter im Kampf gegen Diskriminierung und Rassismus gewesen, darauf sei er immer sehr stolz gewesen. "Jetzt wird das durch den Metzger in Frage gestellt, und das macht mich sauer – und traurig! Irgendwie kommt es mir so vor als hätten Menschen in diesem Verein diese Haltung nur benutzt und nicht wirklich gelebt."

Bekennender Schalke-Fan

Lohmeyer ("Das Wunder von Bern") ist seit vielen Jahren Mitglied beim Revierclub. Mitglied der Schalker Fan-Initiative werde er aber auf jeden Fall bleiben und seinem blau-weißen Lieblingsclub auch als Fan treu bleiben.

Auch die Reaktionen von Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider, der am Wochenende vor einer "Hetzjagd" auf Tönnies gewarnt und sich für mehr Sachlichkeit in der Debatte ausgesprochen hatte, kann Lohmeyer nicht nachvollziehen. "Das ist absurd, weil dadurch aus dem Täter ein Opfer gemacht wird", kritisierte Lohmeyer im "11Freunde"-Interview.

Drei Monate kein Amt

Nach tagelangen Diskussionen und einer Anhörung im Schalker Ehrenrat hatte Tönnies eingewilligt, sein Amt für drei Monate ruhen zu lassen. Seine Aussagen als Festredner beim Tag des Handwerks in Paderborn hatte er als "töricht" bezeichnet und sich entschuldigt. Er hatte in Paderborn Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert und empfohlen, lieber 20 Kraftwerke in Afrika zu finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", so Tönnies.

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