London statt Baku? : Darum fordern Politiker eine Verlegung des Europa-League-Finales

Um diesen Pokal geht es am 29. Mai im Europa-League-Finale in Baku.
Um diesen Pokal geht es am 29. Mai im Europa-League-Finale in Baku.

Mehrere tausend Menschen reisen für das Europa-League-Finale von London nach Baku – umweltfreundlich ist das nicht.

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17. Mai 2019, 08:21 Uhr

London/Baku | Im Finale der Europa League treffen in diesem Jahr der FC Arsenal London und der FC Chelsea London aufeinander. Praktisch, dass beide Teams aus der gleichen Stadt kommen, da ist die Anreise nicht so weit. Könnte man zumindest denken. Denn das Finale der Europa League findet nicht in der britischen Hauptstadt sondern im 4000-Kilometer-entfernten Baku in Aserbaidschan statt. Das stößt sowohl bei Vereinen als auch bei Politikern auf großen Unmut.

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"Die UEFA sollte vernünftig sein"

Nicht nur die Mannschaften sondern auch die Trainer und Betreuer, die Ausrüstung und nicht zu vergessen die Fans müssen sich auf den weiten Weg nach Baku machen. Jens Hilgenberg vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fordert laut "Bild"-Zeitung: "Die UEFA sollte vernünftig sein und das Spiel an einen Ort verlegen, für den nicht Tausende britische Fans für ein innerbritisches Duell einmal ans andere Ende des Kontinents reisen müssen." Einen passenden Austragungsort gibt es in der Metropole schließlich auch für so ein Event:

Am besten ins Londoner Wembley-Stadion. Jens Hilgenberg vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Hilgenberg hat errechnet: Pro Person würden für Hin- und Rückflug rund 2,2 Tonnen CO2 ausgestoßen – das entspricht dem durchschnittlichen Jahresausstoß eines Mittelklassewagens. Mit seiner Meinung ist er nicht alleine. Auch die Umweltexpertin der Grünen, Bettina Hoffmann sieht den Spielort kritisch: "Sport verbindet über Grenzen, aber diese Entscheidung der UEFA ist weder im Sinne der Fans noch gut fürs Klima."

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Auch die Vereine zeigen sich nicht gerade glücklich über die lange Reise zum Spiel. Die Entscheidung sei "nicht akzeptabel" und dürfe nicht noch einmal passieren, heißt es beispielsweise in einer Stellungnahme des FC Arsenal. Auch die Ticketausgabe für die eigenen Fans ärgert die Finalteams. Beide bekommen aufgrund von Transportbeschränkungen jeweils lediglich 6000 Karten für ihre Fans, obwohl das Stadion in Baku mehr als 60.000 Plätze bietet.

Protest sinnlos

Doch jeder Protest ist sinnlos. Die Finalorte werden immer schon mehrere Jahre im Voraus von der UEFA bestimmt. Trotz der Konstellation mit zwei Mannschaften aus der selben Stadt wird es keine Verlegung des Endspiels nach London geben. Ebenso sieht es mit dem Finale der Champions League aus. Auch dort spielen mit dem FC Liverpool und Tottenham Hotspur ebenfalls zwei englische Teams gegeneinander. Austragungsort ist aber die spanische Hauptstadt Madrid – das sind allerdings auch "nur" knapp 1500 Kilometer Luftlinie.

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