Botschaft an Kongress : Nach Bluttaten: US-Fußballer setzt deutliches Zeichen beim Torjubel

Alejandro Bedoya spricht sich für strenge Waffengesetze aus.
Alejandro Bedoya spricht sich für strenge Waffengesetze aus.

Nachdem Fußball-Profi Alejandro Bedoya sein Team in Führung gebracht hatte, schnappte sich der Amerikaner das Mikrofon.

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05. August 2019, 10:24 Uhr

Washington | Der amerikanische Fußball-Profi Alejandro Bedoya hat seinen Torjubel für ein politisches Statement gegen Waffengewalt in den USA genutzt. Einen Tag nach den Bluttaten im texanischen El Paso und in Dayton in Ohio ließ sich der Kapitän von Philadelphia United am Sonntag für seinen Führungstreffer im Spiel der Major League Soccer bei Washington United (5:1) zunächst feiern. Dann lief Bedoya zu einem Mikrofon am Rande des Spielfeldes und rief hinein: "Hey Kongress, tut jetzt etwas! Beendet Waffengewalt! Fangt an!"


Der 32 Jahre alte Nationalspieler hatte schon vor dem Spiel in einem Tweet die Politik in den USA nach den Gewalttaten am Samstag mit insgesamt 29 Toten kritisiert. "Worte ohne Taten sind einfach wertlos", schrieb er bei Twitter:


Ein Twitter-User warf dem Fußball-Profi Populismus vor. Bedoya würde nur fordern, ohne eigene Pläne und Ideen hervorzubringen. Die Antwort des 32-Jährigen ließ nicht lange auf sich warten: "Ich bin auch kein Politiker. Du willst ein paar Pläne: Wir können mit strengeren Hintergrundüberprüfungen, Red-Flag-Gesetzen, der Registrierung von Waffeneinkäufen, dem Verbot von Schlupflöchern bei der Waffenpräsentation und der Besteuerung von Munition anfangen. Besser?"

Nach den beiden Bluttaten gibt es in den USA erneut eine Diskussion um schärfere Waffengesetze. Seit Jahren sind die Bemühungen im US-Kongress dahingehend erfolglos verlaufen. Die republikanische Partei von Donald Trump und der US-Präsident selbst sind strikt gegen strengere Gesetze. Die mächtige Waffenlobbyorganisation NRA bekämpft vehement jeden Versuch, Waffenbesitz stärker zu regulieren. Das Recht auf Waffenbesitz ist in der US-Verfassung verankert.

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