Nach Bayern-Sieg in Athen : "Direkt draufhauen": Mats Hummels erneuert Medienkritik

Mats Hummels fordert von den Medien mehr Reflektiertheit. Foto: imago/ANE Edition
Mats Hummels fordert von den Medien mehr Reflektiertheit. Foto: imago/ANE Edition

Mats Hummels fühlt sich von den Medien missverstanden und fordert von den Berichterstattern mehr Reflektiertheit.

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24. Oktober 2018, 07:42 Uhr

Athen | Der FC Bayern München und die Medien – kein unbeschwertes Thema in diesen Tagen. Zu gut in Erinnerung ist die schon jetzt legendäre Pressekonferenz der Bayern-Verantwortlichen Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Hasan Salihamidzic am vergangenen Freitag, in der sich der laut eigener Aussage "wichtigste Klub" Deutschlands energisch gegen die laut eigener Aussage "unverschämte, hämische und polemische" Fußball-Berichterstattung in den deutschen Medien zur Wehr setzte.

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Nach dem Sieg in der Champions League bei AEK Athen hat nun auch Mats Hummels seine bereits geäußerte Medienkritik wiederholt. "Dass ich immer wieder einstecken muss für das, was ich sage – das ist seit zehn Jahren so. Ich sage einfach, wie ich die Dinge sehe. Ich behaupte von mir, das Spiel zu verstehen, bin seit zehn Jahren Profi und habe hundert Spiele auf diesem Niveau gemacht. Dann finde ich es manchmal ein bisschen komisch, dass direkt dagegen argumentiert wird", sagte der 29-Jährige in der Mixedzone des Athener Olympiastadions.

"Damit muss man leben"

Der Bayern-Verteidiger will ernster genommen werden und appelliert an mehr Reflektiertheit: "Manchmal denke ich mir, wenn ein Spieler – das gilt nicht nur für mich – etwas über ein Spiel sagt, muss man es sich vielleicht auch selber zu Gemüte führen und kurz überlegen, ob es nicht doch so ist. Denn manchmal ist die Reaktion, direkt dagegen draufzuhauen. Das geht zu schnell, ist aber so in der heutigen Welt, so wie die Medien heutzutage funktionieren. Damit muss man leben und das wird auch so bleiben. Ich habe mal früher gedacht, ich könnte das ändern. Mittlerweile weiß ich, dass es immer so bleiben wird, solange ich Fußball spiele."

Hummels war nach der 0:3-Niederlage der deutschen Nationalmannschaft in den Niederlanden vor zehn Tagen von Teilen der Medien hart kritisiert worden ("Altherrenfußball"). Zudem war dem Nationalspieler vorgeworfen worden, die Pleite schöngeredet zu haben. "Ich finde nicht, dass man uns jetzt viel vorwerfen kann", hatte Hummels nach der Niederlage in Amsterdam gesagt.

Hummels über das Bayern-Spiel: "Es stimmen grundsätzliche Dinge nicht"

Der ehemalige Dortmunder will seinen Umgang mit den Medien in Zukunft dennoch so beibehalten wie bisher. Mit den Konsequenzen will er entspannter umgehen. "Ich werde bei meiner Meinung bleiben. Ich sage einfach nur, wie ich ein Fußballspiel empfinde. Und wenn das als unverschämt oder ähnlich empfunden wird, dann muss ich damit leben."

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In der Analyse des glanzlosen Sieges seiner Mannschaft in der griechischen Hauptstadt setzte Hummels sein Vorhaben direkt um und analysierte kritisch das Spiel der Seinen. "Es stimmen grundsätzliche Dinge nicht, weil sie uns immer wieder passieren. Wenn ich ans Ende der letzten Saison denke, als wir gegen Stuttgart verloren haben, oder ans Pokalfinale – da haben wir manchmal nicht das Gespür dafür, dass es gefährlich werden könnte, wenn wir den Ball verlieren. Wir wollen dann ein bisschen zocken oder nochmal etwas Besonderes machen. Das ist manchmal in gewissen Räumen nicht angebracht. So sind wir auch in der Champions League ausgeschieden, durch große individuelle Fehler. Wir müssen ein Gespür dafür kriegen, dass solche Dinge nicht passieren, oder zumindest seltener passieren."



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