Spendenaktionen und Gehaltsverzicht : Goretzka, Kimmich und Co.: Bundesliga-Profis und Clubs in Coronakrise solidarisch

Joshua Kimmich (l) und Leon Goretzka haben die Hilfsinitiative 'WeKickCorona' gegründet.
Joshua Kimmich (l) und Leon Goretzka haben die Hilfsinitiative "WeKickCorona" gegründet.

Leon Goretzka und Joshua Kimmich spenden in Zeiten von Corona für soziale Einrichtungen.

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24. März 2020, 16:00 Uhr

München | Die deutschen Fußball-Nationalspieler Leon Goretzka und Joshua Kimmich hoffen durch ihre Initiative "We kick Corona" auf viele weitere Unterstützer. "Wir als Fußballer haben ganz besonders die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und auch ein Stück weit voranzugehen. Es gibt aber auch andere Menschen, die finanziell gut aufgestellt sind und helfen können", sagte Kimmich dem "Spiegel" in einem am Dienstag veröffentlichten Interview. "Und zudem zählt in diesen Zeiten jede Tat, jede gute Geste. Jede Hilfe ist richtig. Unsere Initiative geht zwar von uns beiden aus, aber es sind nicht nur Fußballspieler, die spenden."


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Die beiden 25 Jahre alten Bayern-Akteure Goretzka und Kimmich hatten in Zeiten der Coronavirus-Krise am Freitag selbst den Start-Betrag von einer Million Euro gespendet. Bereits nach einem Wochenende hatten sich viele Fußballprofis und weitere Privatspender den Bayern-Stars angeschlossen und insgesamt mehr als drei Millionen Euro an karitative Vereine und deren soziale Einrichtungen aus allen gesellschaftlichen Bereichen gespendet. "Auf dem Platz können wir jeden schlagen. Aber Corona schlagen wir nur gemeinsam!", betitelte Goretzka die Aktion.

Spendenaktion: We Kick Corona - die Unterstützer

Gründer:
Leon Goretzka und Joshua Kimmich (Bayern München)
Unterstützer:
Mats Hummels (Dortmund), Benedikt Höwedes (Moskau), Jonas Hector (Köln), Lukas Klostermann (Leipzig), Julian Draxler (PSG), Sebastian Rode (Frankfurt), Leroy Sane (ManCity), Yannick Gerhardt (Wolfsburg), Julian Weigl (Lissabon), Julian Brandt (Dortmund), Nadiem Amiri (Leverkusen), Sead Kolasinac (Arsenal), Mitchell Weiser (Leverkusen), Thilo Kehrer (PSG), Max Meyer (Crystal Palace), Lars Stindl (Gladbach), Jonathan Tah (Leverkusen), Marcel Halstenberg (Leipzig), Erik Durm (Frankfurt), Niko Kovac (Trainer, ohne Verein), Benjamin Henrichs (Monaco), Klaas-Jan Huntelaar (Ajax), Sven Ulreich (Bayern), Johannes Eggestein und Maximilian Eggestein (beide Werder)


"Wir haben mittlerweile über 500 Privatspender, die teilweise kleinere Beträge gespendet haben. Die sind genauso viel wert, wenn nicht sogar mehr als die Spenden der Sportler", sagte Goretzka. "Das ist der Sinn der Initiative: Wir wollen alle erreichen. Es ist ein großes Privileg, in Krisenzeiten so helfen zu können. Wir haben die Hoffnung, dass sich noch viele anschließen werden."


Auch Bundesliga-Clubs zeigen sich solidarisch

Auch die großen Stars der Fußball-Bundesliga verzichten in Folge der Corona-Krise auf Teile ihres Gehalts. Beim FC Bayern München sind die Spieler und Verantwortlichen nach dpa-Informationen damit einverstanden, dass ihre Bezüge um 20 Prozent reduziert werden. In schwierigen Zeiten will auch der Rekordmeister damit ein Zeichen der Solidarität setzen und drohende Nachteile für Club-Mitarbeiter vermeiden. Bei Borussia Dortmund sollen die Profis ebenfalls auf 20 Prozent ihres Grundgehaltes verzichten, wenn keine Fußballspiele stattfinden. Ein Abschlag von zehn Prozent wäre dem Vernehmen nach bei Spielen ohne Zuschauer fällig.

Zuletzt hatte schon die Dortmunder Führung um Clubchef Hans-Joachim Watzke freiwillig auf einen Teil ihres Gehaltes verzichtet. Neben Sportchef Michael Zorc soll auch Trainer Lucien Favre dazu bereit gewesen sein. Ebenso wie Lizenzspielerchef Sebastian Kehl, der 2003 noch Profi war, als der damalige BVB-Kader in großer wirtschaftlicher Not des Clubs schon einmal auf 20 Prozent des Gehalts verzichtete.


Borussia Mönchengladbach machte den Anfang

Den Anfang des Gehaltsverzichts in der Bundesliga hatte in der vergangenen Woche Borussia Mönchengladbach gemacht. "Ich bin sehr stolz auf die Jungs", erklärte Manager Max Eberl. Trainerstab sowie Direktoren und Geschäftsführer hätten sich dem Beispiel der Spieler angeschlossen. Gleiches gilt für den FSV Mainz 05, wo sogar Betreuer und Zeugwart Gehaltsreduzierungen freiwillig hinnehmen.

Bei anderen Clubs wie beispielsweise RB Leipzig, 1. FC Köln, Werder Bremen und dem FC Schalke 04 seien Spieler, Trainer und Manager auch bereit, auf einen Teil ihrer Bezüge zu verzichten. Auch bei Hertha BSC wurden dazu intern Gespräche geführt, sagte Sport-Geschäftsführer Michael Preetz und kündigte an: "Letztlich wird sicher jeder bei Hertha BSC einen Beitrag leisten, damit wir als Verein und Gemeinschaft geschlossen durch diese Krise kommen."

In der finanziell deutlich schwächer aufgestellten 2. Liga gibt es ebenfalls eine große Bereitschaft der Spieler und Manager, zum Wohle ihres Vereins und deren Mitarbeiter auf die volle Auszahlung der monatlichen Bezüge zu verzichten. Beim VfL Bochum und beim Karlsruher SC werden beispielsweise die Gehälter auf Wunsch der Mannschaften bis zum 30. Juni 2020 gekürzt.

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