Sieg gegen Tottenham Hotspur : FC Liverpool gewinnt Champions League: Wem Klopp den Triumph widmet

Jürgen Klopp mit der Champions-League-Trophäe. Foto: dpa/Jan Woitas
Jürgen Klopp mit der Champions-League-Trophäe. Foto: dpa/Jan Woitas

Der FC Liverpool mit Jürgen Klopp ist Champions-League-Sieger 2019. Die "Reds" gewannen das Finale gegen Tottenham.

svz.de von
01. Juni 2019, 22:57 Uhr

Madrid | Ergebnis des Abends:

FC Liverpool - Tottenham Hotspur 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 Salah (2./HE), 2:0 Origi (87.)

Jürgen Klopp und sein FC Liverpool haben endlich den lang ersehnten Champions-League-Titel gewonnen. In einem schwachen Endspiel von Madrid siegte der Favorit am Samstagabend mit 2:0 (1:0) gegen den englischen Premier-League-Rivalen Tottenham Hotspur.

Mo Salah (Nr. 11) brachte Liverpool in der 2. Minute per Handelfmeter in Führung. Foto: imago images / Jan Huebner
imago images / Jan Huebner
Mo Salah (Nr. 11) brachte Liverpool in der 2. Minute per Handelfmeter in Führung. Foto: imago images / Jan Huebner

Ein frühes Elfmetertor von Mohamed Salah (2. Minute) und ein später Treffer von Divock Origi (87.) bescherten den Reds nach zwei verlorenen Europacup-Endspielen 2016 und 2018 sowie dem zweiten Platz in der englischen Meisterschaft die verdiente erste Trophäe der Ära Klopp und den sechsten Erfolg im wichtigsten Vereinswettbewerb insgesamt. Für Klopp war es nach zuletzt sechs Finalniederlagen in Folge der ersehnte Triumph.

Der eingewechselte James Milner (r.) scheiterte in der zweiten Hälfte mit einem Linksschuss nur knapp. Foto: imago images / Uk Sports Pics Ltd
imago images / Uk Sports Pics Ltd
Der eingewechselte James Milner (r.) scheiterte in der zweiten Hälfte mit einem Linksschuss nur knapp. Foto: imago images / Uk Sports Pics Ltd

Vor 62.000 Zuschauern im Stadion Wanda Metropolitano gab der slowenische Schiedsrichter Damir Skomina schon nach 24 Sekunden einen Handelfmeter für Klopps Team. Tottenhams Moussa Sissoko hatte seinen Arm viel zu weit vom Körper weggestreckt, Liverpools Sadio Mané schoss ihn im Strafraum an. Auf das zweitschnellste Endspieltor der Champions-League-Historie nach Paolo Maldinis Treffer 2005 für den AC Mailand fanden die "Spurs" 90 Minuten lang keine Antwort. Für so ein großes Finale war das Team aus London alles in allem zu schwach. Als die Spurs sehr spät alles nach vorne warfen, entschied Origi das Spiel.

Nach Bob Paisley, Joe Fagan und Rafa Benitez ist Jürgen Klopp der vierte Liverpool-Trainer, der mit dem Verein von der Merseyside die Champions League gewann.

Eine Flitzerin rannte mitten in der ersten Hälfte auf das Spielfeld. Foto: imago images / ULMER Pressebildagentur
imago images / ULMER Pressebildagentur
Eine Flitzerin rannte mitten in der ersten Hälfte auf das Spielfeld. Foto: imago images / ULMER Pressebildagentur

Stimmen des Abends:

Jürgen Klopp (Trainer FC Liverpool): "Das ist die beste Nacht meines Berufslebens. Unglaublich. Das war nicht das beste Spiel von Tottenham, nicht das beste von Liverpool. Ich finde keine Worte, ich bin sprachlos. Ich war in so vielen Finals und habe sie verloren. Das ist für meine Familie, für die Fans. Sie mussten so lange leiden. Wenn wir verlieren, ist es für meine Frau immer noch schlimmer als für mich. Deshalb freue ich mich, dass wir dieses Jahr nicht mit einer Silbermedaille in den Urlaub fahren, sondern mit einer Goldmedaille. Ich bin glücklich, dass ich meiner Frau die Goldmedaille bringen kann."

Alisson (Torhüter FC Liverpool): "Es ist ein Kindheitstraum wahr geworden. Das ist unglaublich."

Divock Origi (Torschütze FC Liverpool): "Das ist etwas Besonderes. Es war ein hartes Spiel. Wir haben gegen ein starkes Team gespielt, aber wir waren auch stark. Es kann sich im Fußball schnell drehen."

Mohamed Salah (Stürmer FC Liverpool): "Jetzt ist jeder glücklich. Jeder hat heute sein Bestes gegeben, es war niemand allein herausragend, die ganze Mannschaft war unglaublich."

Trent Alexander-Arnold (FC Liverpool): "Es ist schwer, das in Worte zu fassen. Nach dieser Saison, die wir hatten, hat es niemand mehr als wir verdient. Wir haben etwas Besonderes geschafft, das Spiel dominiert. Ich bin nur ein einfacher Junge aus Liverpool, dessen Traum wahr geworden ist."

Die Liverpool-Spieler feierten ihren Trainer. Foto: imago images / GEPA pictures
imago images / GEPA pictures
Die Liverpool-Spieler feierten ihren Trainer. Foto: imago images / GEPA pictures


Aufreger des Abends:

Gerade einmal 23 Sekunden waren gespielt, da gab's auch schon einen Handelfmeter für den FC Liverpool. Mané hatte am linken Strafraumeck in die Mitte flanken wollen, traf dabei aber Tottenhams Sissoko. Der hatte den rechten Arm weit nach oben gestreckt, deutete mit dem Zeigefinger wohl etwas für seine Kollegen an – und wurde prompt am Oberarm vom Ball getroffen. Ein umstrittener Strafstoß, da Sissoko wohl kaum Absicht unterstellt werden konnte. Doch da "die Hand so weit oben nichts zu suchen hat", wie es im Fußball-Jargon heißt, war der Elfer berchtigt. Salah war's egal: Der Ägypter netzte nach gerade 110 Sekunden trocken ein.

Gedenken des Abends:

Vor Anpfiff der Partie wurde in einer Gedenkminute der Tod des spanischen Fußballspielers José Antonio Reyes gedacht. Der 35-jährige ehemalige Spieler von unter anderem FC Sevilla, FC Arsenal und Real Madrid war am Samstagvormittag in der Nähe von Sevilla mit seinem Wagen tödlich verunglückt. Wie es eigentlich in englischen Stadien üblich ist, wurde nicht mit Schweigen gedacht, sondern mit einem durchgehenden Applaus.

Zahl des Abends: 35,4

Zum ersten Mal seit Inter Mailand 2010 (im Finale gegen den FC Bayern) gewann eine Mannschaft mit weniger Ballbesitz als der Gegner das Endspiel der Champions League. Gerade einmal 35,4 Prozent hatte der FC Liverpool laut "Opta" aufzuweisen. Die restliche Zeit hatten die "Spurs" den Ball, wusste damit jedoch meist nichts anzufangen.

Erstmals seit 2005 gewann der FC Liverpool die Champions League. Foto: imago images / Agencia EFE
imago images / Agencia EFE
Erstmals seit 2005 gewann der FC Liverpool die Champions League. Foto: imago images / Agencia EFE

Fußmarsch des Abends:

Um rechtzeitig zum Champions-League-Finale im Stadion zu sein, sind der Club-Besitzer John Henry sowie die beiden Vereinslegenden Ian Rush und Kenny Dalglish vom FC Liverpool am Samstagabend die letzten Meter zu Fuß über die Autobahn gegangen. Das berichtete der "Liverpool Echo" auf seiner Internetseite und sendete dazu entsprechende Fotos als Beleg. Die Straßen rund um das Stadion Wanda Metropolitano in Madrid waren vor dem Spiel so verstopft, dass der amerikanische Investor sowie die beiden früheren Spieler nicht im Stau feststecken und warten wollten.

Frucht des Abends:

Tottenham-Trainer Mauricio Pocchetino gab in einem Interview vor dem Endspiel eine kuriose Angewohnheit zum besten: Der Argentinier hat in seinem Büro auf dem Trainingslände der Spurs in London ständig eine Schale mit Zitronen stehen. Aber nicht deshalb, weil er es gerne besonders sauer hat. Die Zitrusfrucht erfüllt einen andern Zweck: In meinem Büro gehen viele Leute aus und ein. Wenn jemand mit schlechter Energie kommt, dann geht die in die Zitronen und nicht zu mir", erzählte der 47-Jährige bei "Talksport". Zitronen würden negative Energie abfangen, glaubt Pocchetino. Ob er an Finalabend möglicherweise eine Zitrone in der Tasche stecken hatte, ist nicht bekannt. Negative Energien gab es nach der Niederlage vermutlich zu genüge ...

Die besten Tweets des Abends:

Glückwunsch, FC Liverpool:



In Madrid machte am Nachmittag ein Doppelgänger die Fans des FC Liverpool ziemlich wuschig:

Eine leicht bekleidete Flitzerin sorgte mitte der ersten Halbzeit für eine kurze Spielunterbrechung. Für diesen User das Highlight einer weitgehend ereignislosen ersten Hälfte:

Für die Flitzerin hat sich der Auftritt offenbar gelohnt:

Die Meinung dieses Users teilten viele andere Menschen bei Twitter:




zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen