Klopp, Farke und Stendel : "Made in Germany": Wie diese deutschen Trainer England rocken

Erfolgreich auf der Insel: Daniel Stendel (l), Jürgen Klopp und Daniel Farke (r). Foto: imago images / Focus images / PA images / ZUMA Press
Erfolgreich auf der Insel: Daniel Stendel (l), Jürgen Klopp und Daniel Farke (r). Foto: imago images / Focus images / PA images / ZUMA Press

Gleich drei deutsche Trainer können am Ende der Saison in England mit ihren Teams einen Meistertitel holen.

von
04. Mai 2019, 08:17 Uhr

Hamburg/London | Deutsche Fußballtrainer sind mit Blick auf die britische Insel aktuell großer Exportschlager. In den ersten drei englischen Ligen stehen Teams mit deutschen Coaches an der Spitze. Daniel Stendel (mit dem FC Barnsley) und Daniel Farke (mit Norwich City) sind mit ihren Mannschaften bereits aufgestiegen. Jürgen Klopp rangiert mit dem FC Liverpool in der Premier League mit nur einem Punkt Rückstand auf Tabellenführer Manchester City auf Platz zwei und besitzt immer noch die Chance, den "Reds" den ersten Meistertitel seit 1990 zu schenken.

Ex-Hannoveraner Stendel Aufstiegscoach in Barnsley

Am Dienstagabend feierte er spontan mit den Fans in der Innenstadt von Barnsley und erntete damit nochmals Pluspunkte bei den Fans: Daniel Stendel stieß mit den Anhängern auf den vorzeitigen Aufstieg seines Teams in die zweite englische Liga an, das Video verbreitete sich auch hierzulande über die sozialen Netzwerke rasend schnell. Der Ex-Coach von Hannover 96 gelang dieser Erfolg gleich im ersten Jahr seiner Amtszeit.

Zum Thema: Fußball-Rüpel schlägt Ex-Bundesliga-Coach offenbar zwei Zähne aus

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Bei den Fans der "Tykes" (auf deutsch: Köter), deren größter Erfolg bis heute der FA-Cup-Sieg von 1912 ist, besitzt Stendel ohnehin bereits Kult-Status. Der 45-Jährige hat sie mit seiner sympathischen, lockeren Art rasch für sich gewonnen - auch sein zuweilen holprig daher kommendes Englisch tut dem keinen Abbruch.

Darüber hinaus fand auch die forsche Spielweise seiner Mannschaft in England großen Anklang. Im heimischen Oakwell Stadium blieb Barnsley in dieser Saison ungeschlagen: 23 Spiele, 15 Siege, 8 Unentschieden sind die starke Bilanz. Am letzten Spieltag (4. Mai) könnte Barnsley nun sogar noch die Drittliga-Meisterschaft feiern, sollte der punktgleiche Tabellenführer und Mitaufsteiger Luton Town patzen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Neben Stendel schaffte eine Etage höher ebenfalls ein deutscher Trainer den Aufstieg mit seiner Mannschaft. Daniel Farke kehrt mit Norwich City zurück in die Premier League. Die "Canaries" (deutsch: Kanarienvögel) wie das Team aus dem Osten Englands genannt werden, schaffte trotz großer Konkurrenz finanzkräftigerer Vereine als Außenseiter die Rückkehr ins englische Oberhaus.

"Das ist ein Moment voller Freude und Stolz", sagte Daniel Farke sichtlich bewegt dem Sender Sky Sports nach dem Aufstieg vor eigener Kulisse am vergangenen Wochenende. Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt hat der deutsche Trainer den Verein aus der zweitklassigen Championship zurück in die Premier League geführt. "Dieses Gefühl ist unglaublich", schwärmte Farke. "Für mich ist die Championship die schwerste Liga der Welt." In der kommenden Saison triff der frühere Trainer des SV Lippstadt und von Borussia Dortmund II mit seinem Team auf den FC Liverpool, Manchester City und Arsenal.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Norwich City verfügt allerdings nicht nur über einen deutschen Trainer sondern kann auch insgesamt zehn (!) Spieler, die schon einmal in Deutschland aktiv waren, zu seinen Reihen zäjlen. Darunter der vom BVB ausgeliehene Felix Passlack oder auch Tom Trybull. Die Tore im entscheidenden Heimspiel gegen Blackburn erzielten der frühere Dortmunder Marco Stiepermann und der Ex-Darmstädter Mario Vrancic.

Auch Mittelfeldregisseur Moritz Leitner, den Farke vom FC Augsburg holte, sowie hierzulande weniger bekannte Profis wie Dennis Srbeny (ehemals SC Paderborn) oder Christoph Zimmermann (BVB II) gehören zu den Aufstiegshelden von Norwich. Als bester Spieler der Saison in der Championship wurde der ehemalige Schalker-Stürmer Teemu Pukki gewählt. Der Finne erzielte für die Kanarienvögel 28 Saisontore und spielte nach eigenen Aussagen die beste Saison seines Lebens.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen relevanten Inhalt einer externen Plattform, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich einfach mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder ausblenden.

 Externen Inhalt laden

Mit Aktivierung der Checkbox erklären Sie sich damit einverstanden, dass Inhalte eines externen Anbieters geladen werden. Dabei können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen

Diese Anhäufung deutscher Spieler in einem englischen Team erinnert doch sehr an den märchenhaften Aufstieg von Huddersfield Town, das 2017 unter dem deutsch-amerikanischen Trainer und Klopp-Freund David Wagner ebenfalls sehr überraschend in die Premier League einzog. Wagner ist bei den "Terriers" mittlerweile Geschichte, es folgte allerdings mit dem ehemaligen BVB-U23-Trainer Jan Siewert ein weiterer deutscher Coach. Der 36-Jährige konnte das Ruder jedoch nicht mehr herumreißen, Huddersfield ist schon seit Wochen vorzeitig aus der Premier League abgestiegen.

Liverpools Klopp trotz historischer Saison am Ende ohne Titel?

Dort spitzt sich derweil am Wochenende der Meisterschaftskampf zwischen Manchester City und dem FC Liverpool weiter zu – und auch hier ist ein Deutscher, und zwar der aktuell wohl bekannteste deutsche Coach, involviert. Jürgen Klopp und die Reds liegen bei noch zwei ausstehenden Spielen aktuell einen Punkt hinter den von Pep Guardiola trainierten Citizens zurück. Liverpool kann am Samstagnachmittag beim Auswärtsspiel in Newcastle vorlegen, City spielt erst am Montagabend zuhause gegen Leicester.

Liverpool muss auf einen Ausrutscher des amtierenden Meisters hoffen nur dann könnte Klopp nach vier Jahren endlich einen Titel mit dem Team von der Anfield Road feiern. Das team spielt mit Blick auf die eingefahrenen Punkte schon jetzt die beste Saison aller Zeiten – doch am Ende könnten auch 97 Zähler und nur eine Saisonniederlage nicht zur Meisterschaft reichen. Im besten Fall könnten zum Abschluss der drei höchsten Fußballligen Englands jedoch drei deutsche Trainer ganz oben stehen.

mit dpa-Material

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen