Überraschende Wende : Paukenschlag: Jürgen Klinsmann übernimmt Trainerjob in Bundesliga

Jürgen Klinsmann wird wieder auf der Trainerbank sitzen.
Jürgen Klinsmann wird wieder auf der Trainerbank sitzen.

Jürgen Klinsmann wird bis zum Saisonende den kriselnden Bundesligisten übernehmen.

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27. November 2019, 10:47 Uhr

Berlin | Jürgen Klinsmann wird bis Saisonende Trainer beim Fußball-Bundesligisten Hertha BSC. Assistent des ehemaligen Bundestrainers wird der frühere Werder-Coach und VfL-Osnabrück-Spieler Alexander Nouri. Als Torwarttrainer kommt Andreas Köpke zur Hertha, Arne Friedrich wird als neuer Team-Manager eingesetzt. Der Verein bestätigte die Entlassung von Ante Covic und die neue Aufgabe von Klinsmann am Mittwochmorgen:

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Klinsmann geht seinen neuen Job voller Vorfreude an. "Es ist ein schönes Gefühl und eine Ehre, mithelfen zu dürfen", sagte der frühere Bundestrainer am Mittwoch bei seiner Vorstellung. Der 55-Jährige löst den zuvor beurlaubten Ante Covic ab. "Es ist keine einfache Aufgabe. Aber wenn ich so was übernehme, mache ich das nicht halb, sondern hundertprozentig. Selbst wenn alles über Nacht passiert, bin ich vorbereitet", sagte Klinsmann über sein bis zum Saisonende laufendes Engagement. "Es wird kein leichter Weg, aber das wäre ja auch langweilig."

Mehrere Stunden andauerndes Telefonat

Über sein plötzliches Engagement sagte Klinsmann: "Als ich vor kurzem zum Leipzig-Spiel da war und heim geflogen bin, dachte ich nicht, dass ich gleich wieder da bin", so der locker wirkende Klinsmann, der immer wieder in die Medienrunde lächelte. Nach der 0:4-Pleite gegen den FC Augsburg am Sonntag habe er mit Hertha-Manager Michael Preetz am Dienstag mehrere Stunden telefoniert. "Dann gab es einen Anruf nach Hause, ob es in Ordnung ist, wenn ich nicht gleich nach Hause komme", sagte der in Kalifornien lebende Schwabe. Erst Anfang November hatte Klinsmann einen Posten im Aufsichtsrat der Herthaner übernommen. Diesen lässt er nach Angaben von Preetz vorerst ruhen.

"Das wird nicht einfach"

Berlin rangiert mit nur elf Punkten auf Platz 15 der Bundesliga-Tabelle. Sein erstes Spiel an der Seitenlinie hat Klinsmann am Samstag zu Hause gegen Borussia Dortmund (15.30 Uhr/Sky). "Das wird nicht einfach, es ist ja gleich ein Brocken im Olympiastadion. Das Allerwichtigste ist, so schnell wie möglich nach oben zu klettern. Wenn man hoffentlich mal im gesicherten Mittelfeld ist, geht es wieder darum, nach oben zu blicken", sagte Klinsmann, für den es nach dem FC Bayern (2008-2009) die zweite Trainer-Station in der Bundesliga ist.

Wunschkandidat wollte nicht

Mit dem Personal-Coup könnte sich der Hauptstadt-Club Luft in der Trainerfrage verschaffen und für die kommende Saison nach einer langfristigen Lösung suchen. Niko Kovac, Wunschkandidat bei den Berlinern und den Fans, hatte erklärt, dass er in dieser Saison nach der Trennung vom FC Bayern München kein Traineramt übernehmen wolle.

Dem Investor Lars Windhorst, der für 224 Millionen Euro 49,9 Prozent der Anteile der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA übernommen hatte, schwebt für Hertha eine Marke als "Big City Club" vor. Der Coach sollte deshalb auch einen dementsprechenden Namen besitzen. Klinsmann, der vor Anfang November in den Aufsichtsrat von Hertha eingezogen war, gilt als Bevollmächtigter von Windhorst.

Covic soll der Hertha erhalten bleiben

Covic, der sich am Montag noch kämpferisch gezeigt hatte, konnte die Entscheidung der Trennung nachvollziehen. "Die Art und Weise, wie wir zuletzt gespielt haben und die Ergebnisse haben zu dieser Entscheidung geführt. Da Hertha BSC für mich nicht einfach nur ein Arbeitgeber ist, tut eine solche Entscheidung natürlich weh." Preetz wolle mit etwas Abstand mit Covic über "alternative Möglichkeiten der Einbindung bei Hertha BSC" sprechen, teilte er mit.

Berlins neuer Co-Trainer Nouri hatte sein Bundesligadebüt als Trainer bei Werder Bremen im September 2016 gegeben und hatte den Verein aus der Abstiegszone auf den achten Platz geführt. Aufgrund von saisonübergreifend 13 sieglosen Spielen trennte sich Werder im Oktober 2017 vom Coach, der im letzten Jahr ein kurzes und glückloses Gastspiel beim damaligen Zweitligisten FC Ingolstadt gab, bei dem ihm schon der frühere Bundesliga-Profi Feldhoff assistiert hatte.

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