Nach Bayern-Sieg in Champions League : Hoeneß greift DFB wegen Neuer an: Lassen wir uns nicht gefallen

Uli Hoeneß hat sich nach dem Sieg seiner Bayern in der Champions League den DFB in der Causa Neuer/ter Stegen vorgeknöpft.
Uli Hoeneß hat sich nach dem Sieg seiner Bayern in der Champions League den DFB in der Causa Neuer/ter Stegen vorgeknöpft.

Nach dem Spiel hatte der scheidende Klub-Präsident Uli Hoeneß seinen großen Auftritt.

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19. September 2019, 06:06 Uhr

München | Rundum glücklich verließ Uli Hoeneß nach dem erfolgreichen Start des FC Bayern München in der Champions League die Münchner Fußball-Arena keineswegs. Der Präsident des deutschen Rekordmeisters war zwar mit dem Auftritt beim 3:0 gegen Roter Stern Belgrad "sehr zufrieden". Doch das Verhalten des Deutschen Fußball-Bundes und von Bundestrainer Joachim Löw im Disput zwischen Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen macht den in zwei Monaten aus dem Amt scheidenden Münchner Vereinspatron wütend.

Wir werden uns das in Zukunft nicht mehr gefallen lassen, dass unsere Spieler hier beschädigt werden ohne Grund. Ter Stegen ist ein sehr guter Torwart, aber Manuel Neuer ist doch viel besser und viel erfahrener. Uli Hoeneß


Ter Stegen werde öffentlich unterstützt "als wenn er schon 17 Weltmeisterschaften gewonnen hätte", wetterte Hoeneß. "Die Hierarchie bedeutet, Manuel Neuer ist die Nummer eins. Er ist über viele Jahre der beste Torwart der Welt." Bei Sport1 legte er noch einmal nach:


Auch Nico Kovac stärkt Neuer

Auch Trainer Niko Kovac positionierte sich in der Nacht zum Donnerstag noch einmal klar pro Neuer. "Wir reden hier über einen Spieler und Menschen, der seit zehn Jahren Topleistungen bringt. Nicht nur in der Bundesliga, sondern auf Weltniveau und gerade auch für die deutsche Nationalmannschaft", sagte der kroatische Coach. Über den erfolgreichen Auftakt in Europas Königsklasse war Kovac an einem unterhaltsamen erleichtert: "Wir können mit dem Ergebnis gut leben, auch mit der Art und Weise."

Weiterlesen: Manuel Neuer stutzt Marc-André ter Stegen zurecht

Die Fans feierten etwas übertrieben ihre "Super-Bayern" nach der pflichtgemäßen Auftaktvorstellung mit den Toren von Kingsley Coman, Robert Lewandowski und des eingewechselten Thomas Müller. Sechs Monate nach dem frustrierenden Achtelfinal-K.o. gegen den späteren Champions-League-Sieger FC Liverpool war der serbische Meister kein aussagekräftiger Prüfstein.

Coutinho und Perisic in Startelf

Immerhin ließen die Bayern erkennen, dass in der umgebauten Mannschaft eine Menge Potenzial steckt. Der Brasilianer Philippe Coutinho setzte als Gestalter mit seiner Ballbehandlung, seinen Pässen, seinen Abschlüssen eine erste spielerische Duftmarke. "Solche Spiele braucht man, um eine gute Analyse zu machen, um zu sehen, was man besser machen kann", sagte Torjäger Lewandowski.

Das Bayern-Ensemble mit vier Neuzugängen in der Startformation kombinierte über weite Strecken sehenswert, der Abschluss war aber mangelhaft. "Wir waren immer am Drücker, haben gut herum um die Box gespielt. Die letzte Konsequenz hat bis zur 80. Minute gefehlt. Am Ende steht das 3:0, und das ist für uns entscheidend", sagte Neuer.

Tottenham Hotspur dürfte in zwei Wochen ein erster Gradmesser für die Münchner sein. Der letztmalige Finalist verspielte allerdings beim 2:2 auswärts gegen Olympiakos Piräus einen 2:0-Vorsprung. Die Champions League sei ein Format mit Turnierform, betonte Kovac. Da gehe es in erster Linie darum, die Gruppenphase zu überstehen.

Hoeneß legt gegen DFB nochmal nach

Uli Hoeneß kam nach dem Auftaktsieg des FC Bayern München in der Champions League ins Reden. Neben seiner Unterstützung für Manuel Neuer, forderte er wortgewaltig eine Reform des internationalen Spielkalenders. "Was ich sehr, sehr schlecht finde, sind ewig diese Unterbrechungen durch die Länderspiele", schimpfte der Präsident des deutschen Rekordmeisters nach dem 3:0 der Münchner am Mittwochabend gegen Roter Stern Belgrad.

Im September, Oktober und November wird der Spielbetrieb der Vereine jeweils von einem Doppel-Spieltag der Nationalteams unterbrochen. "Das ist ein Wahnsinn, das muss geändert werden", forderte Hoeneß: "Jedes Mal wenn die Mannschaften im Rhythmus sind, ist wieder so ein Länderspiel. Das kann so nicht weitergehen. In der besten Jahreszeit wird der Bundesliga die Attraktion genommen."

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