"Wille Gottes" : Gruppe Evangelika stürmt Stadion in Lima

Fans des Hauptstadtclubs Alianza Lima kämpfen gegen Evangelika (mit gelben Helmen).
Fans des Hauptstadtclubs Alianza Lima kämpfen gegen Evangelika (mit gelben Helmen).

Die Polizei und Fans des heimischen Fußballklubs warfen die Besetzer eines Stadions in Lima hinaus.

svz.de von
11. September 2018, 09:58 Uhr

Lima | Heiliger Zorn: Eine Gruppe Evangelika hat in Peru versucht, sich gewaltsam das Stadion des Hauptstadtclubs Alianza Lima anzueignen. Mit vereinten Kräften warfen Polizei und Fans die Besetzer wieder hinaus. Mitglieder des Fanclubs "La Barra Comando Sur" (Truppe Kommando Süd) malten laut Medienberichten danach wieder ihre Embleme auf Stadiontore und -wände, die zuvor von der ultrakonservativen Evangelistengruppe "Aposento Alto" (Hohes Gemach) überpinselt worden waren.

Der Chef der Evangelikalen, Alberto Santana, hatte monatelang behauptet, das Stadion stehe ihnen zu, weil dies "der Wille Gottes" sei. Der Fanclub versicherte dagegen, "Aposento Alto" habe mit der Aktion am Montag die öffentliche Aufmerksamkeit davon ablenken wollen, dass die frühere Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss aussagen musste. Der Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori (1990-2000) wird vorgeworfen, im Wahlkampf 2016 unerlaubt Gelder vom brasilianischen Baukonzern Odebrecht angenommen zu haben.

Fujimori ist zwar katholisch, hat aber in gesellschaftlichen Streitfragen zum Teil gemeinsame Sache mit Santana gemacht. Der schwerreiche Sektenführer ist wegen seiner frauenfeindlichen und homophoben Positionen in Peru eine höchst umstrittene Figur. Er behauptete, Gott habe ihn beauftragt, in dem Stadion Kriminelle und "Verwirrte" zu heilen.

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