Champions-League-Gruppenphase : Glücklicher BVB-Sieg gegen Brügge – Schalke nur mit Unentschieden

Nach drei sieglosen Bundesliga-Partien konnten die Dortmunder zum Champions-League-Start über einen Sieg jubeln. Foto: imago/DeFodi
Nach drei sieglosen Bundesliga-Partien konnten die Dortmunder zum Champions-League-Start über einen Sieg jubeln. Foto: imago/DeFodi

Zum Start der Champions League konnte der BVB einen 1:0-Sieg verbuchen. Der FC Schalke kam nicht über ein 1:1 hinaus.

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18. September 2018, 23:18 Uhr

Gelsenkirchen/Brügge | Glanzlos, aber glücklich: Ein Duseltor von Christian Pulisic hat Borussia Dortmund vor einer weiteren Enttäuschung in der Champions League bewahrt. Nach zuletzt acht Spielen ohne Sieg in der Fußball-Königsklasse gelang dem Team von Lucien Favre am Dienstagabend beim Comeback von Mario Götze ein schmeichelhafter 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den vermeintlich leichtesten Gruppengegner FC Brügge. Nach drei Bundesliga-Pleiten hat der Dortmunds Bundesliga-Rivale FC Schalke 04 auch zum Champions-League-Auftakt das ersehnte Erfolgserlebnis verpasst. Der Revierclub kam am Dienstagabend gegen den FC Porto nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus, zeigte gegen den portugiesischen Meister und vermeintlich stärksten Gegner in der Gruppe D aber eine engagierte Leistung.

Wie schon in den vergangenen beiden Bundesliga-Spielen in Hannover (0:0) und gegen Frankfurt (3:1) tat sich die Borussia im Spiel nach vorn sehr schwer. Daran konnte auch der von Favre diesmal eingesetzte Götze in der Schaltzentrale nichts ändern. Viel Ballbesitz, aber wenig Tempo, Raumgewinn und Ideen. Die beste Torchance hatten die Belgier als Jelle Vossen (12.) knapp vorbei köpfte. (Weiterlesen: Alte Gesichter vor neuen Aufgaben: Klassentreffen in der Champions League)

Stürmer Reus klärt im eigenen Strafraum

Ausgerechnet Sturmspitze Reus musste mit einer riskanten Grätsche im eigenen Strafraum (20.) klären. Da die Offensive nicht für Entlastung sorgte, nahm der Druck der Hausherren immer mehr zu. Torwart Roman Bürki klärte mit einem Hechtsprung bei einem Schuss des sehr agilen Arnaut Danjuma (23.). Götzes Defizite wurden bei einem Schussversuch offenbar, den Letica problemlos abwehren konnte. Marcel Schmelzer hatte kurz vor dem Seitenwechsel noch eine Kopfballchance (44.)

Wer auf eine Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit gehofft hatte, wurde enttäuscht. Reus (60.) setzte einen Freistoß neben das Tor. Recht ratlos blickte Favre bei den Beratungen mit seinem Stab auf der Bank drein. Der Trainer brachte in Shinji Kagawa für den enttäuschenden Götze einen Akteur, den er in dieser Saison bislang nicht berücksichtigt hatte. Auch Pulisic sollte als Joker in der Schlussphase für mehr Offensiv-Akzente sorgen – und wurde zum Glücksgriff. Tatsächlich bekam der BVB das Spiel nun besser unter Kontrolle, zumal bei den Belgiern sichtbar die Kräfte schwanden. Mehr als eine Stunde intensives Spiel zeigte Wirkung. Und doch bedurfte es der Brügger Hilfe um den ersten Sieg in der Königsklasse seit März 2017 zu feiern. Matej Mitrovic schoss Pulisic im Strafraum an und der Ball senkte sich ins Tor.

Umstrittener Elfmeter verhindert Schalker Sieg

"Wir sind enttäuscht, dass es nicht gereicht hat", sagte Schalkes Trainer Domenico Tedesco, beklagte zwei strittige Elfmeterentscheidungen, lobte aber auch "Mentalität und Einstellung". Der Schweizer Nationalspieler Breel Embolo brachte die Königsblauen beim Europacup-Debüt von Trainer Domenico Tedesco vor 45.775 Zuschauern in der Veltins-Arena in der 64. Minute zwar in Führung. Doch Otavio (75.) glich mit einem äußerst umstrittenen Foulelfmeter noch aus. "Das war eine Schwalbe", sagte Naldo. Zuvor hatte Schalke-Torhüter Ralf Fährmann in der ersten Hälfte einen frühen Rückstand verhindert, als er einen Handelfmeter von Alex Telles (13.) glänzend parierte.

Statt der erhofften Initialzündung mussten die Schalker aber erst einmal eine Schrecksekunde überstehen. Nach einem Handspiel von Naldo entschied der spanische Schiedsrichter Jesus Gil Manzano auf Elfmeter. Doch Kapitän Fährmann parierte mit einem starken Reflex.

Schalker Defensive deutlich stabiler

In der Defensive stand die Schalker Elf deutlich stabiler als zuletzt und ließ in den ersten 45 Minuten bis auf den Elfmeter kaum Chancen der Gäste zu. Tedesco gestikulierte immer wieder engagiert an der Seitenlinie und schien ein wenig mehr Spielkultur einzufordern. Doch die erste gefährliche Szene nach dem Wiederanpfiff gehörte erneut dem 28-maligen portugiesischen Meister. Felipe tauchte frei vor Fährmann auf, dessen abprallenden Schuss der Schalker Torwart aber blocken konnte (47.). "Das ist Spiel ist auch die Chance, wieder bei Null zu starten", hatte Tedesco vor seinem Debüt als einer der jüngsten Trainer in der Königsklasse gesagt. Nach Embolos Tor entlud sich dann endlich all die Anspannung beim 33 Jahre alten Coach.

Ein perfekter Konter über Nabil Bentaleb und Serdar landete bei McKennie, dessen Querpass Embolo per Linksschuss mit etwas Glück zum 1:0 veredelte und Casillas in dessen 168. Match in der Königsklasse überwand. Zum Pechvogel des Abends avancierte wenig später jedoch auf der Gegenseite Naldo, der auch den zweiten Elfmeter verursachte. Nach einer leichten Berührung des Brasilianers am Fuß von Moussa Marega pfiff Manzano erneut Elfmeter. Eine durchaus strittige Entscheidung – und diesmal war Fährmann chancenlos.

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